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Presse


Am 05.04.2016 erfolgte der erste Spatenstich zum 8-streifigen
Ausbau der A10 bei Michendorf.

MAZ und PNN berichteten darüber folgendes:

MAZ:

Dirk Brandenburger braucht ein Mikrofon, um sich Gehör zu verschaffen. In seinem Rücken rauscht und hupt es unentwegt. Ortstermin an einer der am stärksten befahrenen Autobahnabschnitte in Brandenburg. 90.000 Fahrzeuge passieren täglich die A 10 zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam, jedes vierte ist ein Laster. Tendenz steigend – der wachsende Verkehr braucht seinen Platz.

9 Kilometer Autobahn auf 8 Spuren erweitert

Rings um die Rastanlage Michendorf-Süd sind deshalb bereits fußballfelderweise Bäume gerodet worden. Demnächst lässt die Deges hier schwere Baumaschinen auffahren. Dirk Brandenburger, der technische Geschäftsführer der Projektmanagementfirma, spricht von einem „Großprojekt von erheblicher Bedeutung für das Land Brandenburg“. Gemeint ist der achtstreifige Ausbau des neun Kilometer langen Autobahnabschnitts, zu dessen Spatenstich Deges, Land und Bund am Dienstag geladen hatten.

Rastanlage Michendorf-Süd ebenfalls ausgebaut

Bis 2020 wird der Abschnitt in jeder Richtung um jeweils eine zusätzliche Spur sowie einen Standstreifen erweitert. Die heute schon chronisch überlastete Rastanlage Michendorf-Süd erhält neue Stellplätze für Autos und Laster sowie Stromtankstellen, die Auf- und Abfahrten Michendorf und Ferch (Potsdam-Mittelmark) werden erneuert, neue Brücken für Bahn, Fußgänger und Radfahrer gebaut. Kostenpunkt: 151 Millionen Euro, wenn alles so läuft, wie geplant.

Ein „guter Tag für Brandenburg“

„Wenn man es richtig macht, ist es teuer“, sagt Rainer Bomba, der Staatssekretär bei Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Will sagen: Der Bund setzt keine halben Sachen in den märkischen Sand und lässt sich das ganze etwas kosten. „Ich denke, es ist ein wichtiger und guter Tag für Brandenburg und die Region.“

Vier Jahre lang hohe Staugefahr

Die Auto- und Brummifahrer, die in den kommenden vier Jahren durch das Nadelöhr müssen, mögen das anders sehen. Schon heute häufen sich die Staus, aber ohne den Ausbau, das meint auch Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD), wäre es immer schlimmer geworden. „Wirtschaftswachstum und Bevölkerungswachstum brauchen Mobilität.“

Alle Spuren sollen befahrbar bleiben – mit Tempolimit

Aus den 90.000 Fahrzeugen pro Tag sollen 2025 bis zu 126.000 werden. Die Verkehrsprognose 2030 sagt eine Zunahme des Autoverkehrs um elf Prozent voraus, beim Güterverkehr sind es sogar 40 Prozent. Die südliche A 10 ist als Europastraße Teil des „Transeuropäischen Netzes“. Um den Verkehr so wenig wie möglich auszubremsen, soll der Abschnitt die gesamte Bauzeit über sechsstreifig befahrbar bleiben – bei heruntergesetztem Tempolimit.

Lärmschutz für Michendorf

Andree Halpap blickt enttäuscht drein, obwohl die Rednerschaft seine Bürgerinitiative AG "Lärmschutz Jetzt!" einhellig lobt. Es ist nichts geworden aus der hehren Idee, entlang der Strecke durchgehend acht Meter hohe Lärmschutzwände mit Solarfunktion zu bauen. Das Projekt sei „am politischen Kleinmut gescheitert“, meint Halpap. Schuld ist eine Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), dem auch Brandenburg im Bundesrat zustimmte. Stattdessen werden nun deutlich niedrigere Wände gebaut. Immerhin hat man den 11.000 Michendorfern Flüsterasphalt zugesagt.

Deges-Technikchef Dirk Brandenburger höchstselbst wird ein Auge darauf haben, dass es in den kommenden vier Jahren so reibungslos wie möglich läuft: Auf dem Weg ins Büro muss er täglich an der Staustelle südliche A 10 vorbei.“

PNN:

Berliner Ring wird erstmals achtspurig: A10 wird zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam ausgebaut – ohne Solar-Lärmschutzwände

„Es ist einer der frequentiertesten Autobahnabschnitte Deutschlands, in Richtung Berlin und Polen: Nun wird bis 2020 der südliche Berliner Ring zwischen dem Dreieck Nuthetal und dem Dreieck Potsdam, bislang ist die A10 dort sechsstreifig, auf acht Fahrspuren ausgebaut. Am Dienstag wurde in Michendorf der erste Spatenstich für die 150-Millionen–Investition des Bundes gesetzt, bei der die Tank- und Raststätte Michendorf/Süd angesichts des rasant wachsenden Transitverkehrs gleich noch erweitert werden soll, von bislang 50 Stellplätzen auf künftig 160 für Lkw und 180 für Pkw. Autofahrer müssen sich während der Bauzeit auf Staus einstellen.

„Es ist ein Vorhaben, das alternativlos ist“, sagte Staatssekretär Rainer Bomba (CDU) vom Bundesverkehrsministerium. Schon heute seien hier rund 100 000 Fahrzeuge täglich unterwegs, 130 000 seien für 2030 prognostiziert, davon ein Viertel Lastkraftwagen. Es geht um ein 8,2 Kilometer langes Teilstück der A10, das mit der A2 (aus der Richtung Hannover), der A9 (aus München) und dem Berlin-Zubringer A115 gleich drei wichtige Autobahnen verbindet. Der südliche Berliner Ring ist Bestandteil des Paneuropäischen Verkehrskorridors von Deutschland bis nach Russland. Mit dem Ausbau wird das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit 11 abgeschlossen, sagte Bomba. Wenn es keine Verzögerungen beim Bau gibt, soll ab 2020 – dem 30. Jahr nach der Wiedervereinigung – der Verkehr hier auf acht Spuren, vier je Fahrtrichtung, rollen.

Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) ordnete das Vorhaben in die Wachstumsdynamik der deutschen Hauptstadtregion ein. „Berlin bekommt jedes Jahr 40 000 bis 50 000 Einwohner hinzu“, sagte Schneider. Damit steigt der Anteil der Berliner, die ins Umland ziehen – von einst 5000 jährlich, auf inzwischen 12 000. Es gebe Bevölkerungswachstum und Wirtschaftswachstum, „das braucht Mobilität, als Katalysator und Schmiermittel“. Schneider nutzte den Anlass zu einer Einschätzung des neuen, vom Bundesverkehrsministerium vorgelegten Bundesverkehrswegeplans, bei dem Brandenburg mit Projekten in Höhe von rund 3,6 Milliarden Euro ganz gut wegkommt. Allerdings wolle sie beim Bund noch einen Vorstoß machen für einen weiteren Ausbau des westlichen Berliner Ringes, der bislang zwischen dem Dreieck Havelland und dem Dreieck Potsdam nur vierspurig ist.

Um Lärmbelastungen für Anrainer zu mindern, sollen „Flüsterasphalt“ eingesetzt und über knapp fünf Kilometer bis zu acht Meter hohe Lärmschutzwände gebaut werden. Ursprünglich sollten diese mit Sonnenkollektoren ausgestattet werden. Bei zwei Ausschreibungen habe sich jedoch kein Investor gefunden, so Schneider. „Schade, in Bayern hat es geklappt“, sagte Bomba.

Dagegen äußerte die Michendorfer Initiative „Lärmschutz-Jetzt!“ gestern scharfe Kritik. Mit dem Autobahnausbau werde Michendorf nicht nur über Jahre zur Autobahnbaustelle. Der Ausbau werde letztlich auch deutlich mehr Lärm und Abgase in den Ort bringen, sagte Initiativensprecher Andree Halpap. Offiziell wird für 2025 von 126 000 Kraftfahrzeugen ausgegangen, die diesen Autobahnabschnitt zukünftig täglich befahren werden. „Das sind jede Stunde über 5000 Fahrzeuge, jede Minute etwa 90 Autos, die zukünftig auf acht Fahrspuren und weiteren vier Parallelfahrbahnen durch die Gemeinde Michendorf fahren.“

Die Initiative hatte sich gerade wegen dieser Dimension für besseren Lärmschutz eingesetzt. Zwar sei einiges erreicht, die Möglichkeiten aber längst nicht ausgeschöpft worden, so Halpap gegenüber den PNN. Man sei besonders verärgert, dass ein Pilotprojekt für durch Solarpaneele erhöhte Lärmschutzwände nicht umgesetzt wurde. Eine schlüssige Erklärung dafür seien Bundes- und Landespolitik schuldig geblieben. „Letztlich ist der solare Lärmschutz an der Inkonsequenz und der Mutlosigkeit der Landes- und Bundespolitik gescheitert“, resümiert Halpap.


 Am 18.09.2015 berichteten die PNN über das Aus für den
solaren Lärmschutz an der A10 bei Michendorf

Kraftwerke an der Autobahn in Michendorf. Es könnte leiser werden. 

Folgendes wurde hier berichtet: „Nach dem Aus für den solaren Lärmschutz in Michendorf gibt es immer mehr offene Fragen. Offenbar gab es ein gangbares Angebot eines Branchenriesen. Doch das Land hüllt sich dazu in Schweigen.

Mit solaren Lärmschutzwänden an der Autobahn in Michendorf wollte das Land Brandenburg ein bundesweit ausstrahlendes Modellprojekt umsetzen. Warum das im politischen Raum gefeierte Vorhaben vor einer Woche überraschend abgesagt wurde erscheint immer fragwürdiger. Die nordrhein-westfälische Eudur Bau GmbH, einziger Bieter eines Vergabeverfahrens für das Projekt, betonte gestern gegenüber den PNN, alle technischen Anforderungen der Ausschreibung erfüllt zu haben. Das Infrastrukturministerium wollte sich dazu mit Verweis auf das Vergaberecht nicht äußern.

Die neuen Lärmschutzwände sollten bei der anstehenden Autobahnverbreiterung zwischen den Dreiecken Potsdam und Nuthetal durch Solarpaneele um mehrere Meter erhöht und so der Lärmschutz für den hochbelasteten Ort verbessert werden. Laut Infrastrukturministerium hatte der einzige Bieter die Mindestanforderungen des Ausschreibungsverfahrens nicht erfüllt. Was das Ministerium vor einer Woche nicht mitteilte: Es handelt sich um Eudur aus Herzebrock-Clarholz. Auch aus den genauen Gründen für die Absage wird – nach dem öffentlichen Rummel im Vorfeld – ein Geheimnis gemacht.

An alle Ausschreibungskriterien gehalten

Eudur-Geschäftsführer Christian Grochtmann ist immer noch sauer über das Verfahren. Man habe sich schließlich an alle Ausschreibungskriterien gehalten. Die Absage sei gekommen, weil Eudur nicht den geforderten jährlichen Mindestumsatz von 50 Millionen Euro erreicht habe, sondern nur die Hälfte. Grochtmann verwies allerdings auf unterschiedliche Rechtsprechungen zu dem Thema, die Spielraum gegeben hätten.
So habe Eudur gemeinsam mit Subunternehmen den geforderten Mindestumsatz durchaus erreicht und das auch in den Antragsunterlagen kenntlich gemacht. „Mich hat geärgert, dass man nicht mit uns darüber gesprochen hat“, so Grochtmann. Eudur gehöre zu den Branchenführern beim Straßenlärmschutz in Deutschland, das Familienunternehmen ist seit über vier Jahrzehnten am Markt. „Ich habe mich für das Projekt in Michendorf sehr eingesetzt und Arbeit reingesteckt.“ Für eine Klage ist Grochtmann das Risiko angesichts des Streitwerts allerdings zu hoch. Die Gesamtkosten von etwa 25 Millionen Euro sollten mit 21 Millionen gefördert werden.

Firma mit Erfahrungen beim solaren Lärmschutz

Vor einigen Jahren habe Eudur eine solare Lärmschutzwand an einer Bundesstraße in Wietmarschen (Niedersachen) errichtet und gute Erfahrungen gemacht. „Das ist eine Art der Stromerzeugung, die niemanden stört und die es leiser macht.“ Auch der Lärmschutz für die Michendorfer hätte sich mit Eudur gegenüber den jetzt geplanten Standardwänden massiv verbessert, so Grochtmann.
Öffentlich hatte das Land erklärt, die neuen Lärmschutzwände durch Solarpaneele im Michendorfer Ortsbereich um etwa vier auf zehn Meter aufstocken zu wollen. Aus kalkulatorischen Gründen wollte Grochtmann allerdings acht Meter hohe Betonwände bauen und sie dafür nur mit zwei Meter hohen Solarpaneelen aufstocken und hat sich damit beworben. 
Im Ergebnis wären, wie gefordert, zehn Meter hohe Lärmschutzwände entstanden. Dem Wortlaut der Ausschreibung hätte das immer noch entsprochen, betonte Grochtmann. Von Mindestmaßen für die Solarpaneele war darin tatsächlich nicht die Rede. „Die Schutzwirkung wäre durch die hochabsorbierenden Betonwände sogar größer gewesen.“
Grochtmanns glaubt, die Straßenmeistereien hätten ein Problem mit solaren Lärmschutzwänden und fürchteten höheren Unterhaltungs- und Reinigungsaufwand. Grundlos, wie er meint: „Mit dem entsprechenden Winkel werden die Solarpaneele vom Regen gereinigt.“

"AG Lärmschutz-Jetzt!" hätte Vergabe an Eudur begrüßt

Die Michendorfer „AG Lärmschutz-Jetzt!“ hätte es begrüßt, wenn die Kraftwerke an der Autobahn vom einzigen Bieter gebaut worden wären. „Ich glaube, dass das Eudur-Angebot nicht die von der Landespolitik erhoffte Strahlkraft hatte“, sagte AG-Sprecher Andree Halpap gegenüber den PNN. Für von der Autobahnverbreiterung betroffene Michendorfer hätten sich aber deutliche Verbesserungen ergeben. Der Autobahnausbau von sechs auf acht Spuren soll im März beginnen und vier Jahre dauern. Nicht nur Halpap fürchtet, dass es danach lauter wird.

Dafür, dass sich die Solarpaneele bei Eudur auf zwei Höhenmeter beschränken sollten, zeigte Halpap Verständnis. Grund für das geringe Interesse am Modellprojekt seien letztlich die fatalen Wirkungen der Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes gewesen, vor denen auch die AG Lärmschutz gewarnt habe. „Mir hat der gute Wille des Infrastrukturministeriums gefehlt, etwas aus dieser Situation zu machen.“

Ministerium korrigiert Zahlen aus Pressemitteilung

Besonders geärgert hätten ihn die Zahlen, die das Ministerium mit der Absage in einer Pressemitteilung veröffentlichte: Demnach soll die neue Lärmschutzwand nun eine Höhe von acht statt zehn Metern haben und auf der kompletten Baulänge von neun Kilometern Flüsterasphalt aufgebracht werden. Das wäre zwar wünschenswert, doch würden die Angaben nicht dem Planfeststellungsbeschluss entsprechen, wie Halpap betonte.

„Von den etwa 5,5 Kilometern zu errichtender Lärmschutzwand sind weniger als die Hälfte acht Meter hoch geplant.“ Wände von drei bis sechs Metern Höhe würden deutlich überwiegen. Zudem solle Flüsterasphalt nur auf 4,4 Kilometern aufgebracht werden. „Das ist zwar ein Erfolg, aber leider nur schnöder Lärmschutz“, so Halpap. Vom Ministerium wurde gestern „eine Ungenauigkeit“ in Sachen Flüsterasphalt eingeräumt. Was die Höhe der Lärmschutzwände angeht, gebe es nun „flächendeckend eine hohe Absorption mit maximal acht Meter hohen Wänden“, korrigierte sich Ministeriumssprecher Steffen Streu. Zu den Aussagen von Eudur schwieg er sich aus.“


Am 12.09.2015 berichteten PNN und MAZ
über das Ende der Ausschreibung für Bau und Betrieb
der solaren Lärmschutzwände an der A 10

Folgendes berichteten die PNN:

„Gegen die Wand gefahren". Das Land hat überraschend ein Modellprojekt beerdigt: Michendorf bekommt im Zuge des Ausbaus der A10 keine Solarpaneele als zusätzlichen Lärmschutz. Bürgerinitiativen üben Kritik.

Die Enttäuschung bei der Aktionsgruppe „Lärmschutz Jetzt“ ist groß: Verkehrsministerin Kathrin Schneider (parteilos) hat das Modellprojekt für eine solare Lärmschutzwand entlang der A 10 in Michendorf abgesagt. Im Frühjahr sollen die Bauarbeiten für den Autobahnausbau beginnen. Doch trotz zweier Vergabeverfahren sei kein Investor für den solaren Lärmschutz gefunden worden. Man habe die Bürgerinitiative, die Gemeinde und den Landkreis darüber informiert, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums vom Freitag.

Seit sechs Jahren hatte die AG „Lärmschutz-Jetzt!“ für eine Optimierung des Lärmschutzes, der mit dem achtstreifigen Ausbau der A10 und dem Neubau der Rastanlage Michendorf-Süd geplant wird, gestritten. Mit einem Modellprojekt sollte eine herkömmliche Lärmschutzwand mittels Solarmodulen von acht auf zehn Meter erhöht werden. Nachdem sich bei einem ersten Vergabeverfahren dafür kein Investor gefunden hatte, waren die Rahmenbedingungen für ein zweites Verfahren verbessert worden. Das daraufhin abgegebene Angebot habe allerdings nicht die Mindestkriterien der Ausschreibung erfüllt, hieß es aus dem Ministerium. Details wurden mit Rücksicht auf das Vergaberecht auch auf Anfrage nicht genannt. 

„Ich bedauere, dass das Modellprojekt nicht umgesetzt werden kann“, sagte Ministerin Schneider. Die von den Bürgern eingebrachte Idee, den regulären Lärmschutz durch die Kombination mit Solarenergie zu verbessern, sei gut gewesen. Die höheren Kosten sollten mit der Vergütung für den eingespeisten Solarstrom finanziert werden. „Nachdem aber in den vergangenen Jahren die Vergütungen immer weiter gekürzt worden sind, rechnen sich solche Projekte nicht mehr. Auch die besseren Bedingungen für die zweite Ausschreibung haben daran nichts geändert“, so Schneider. 

In der Planfeststellung für den Autobahnausbau sei festgelegt, dass im Falle eines Scheiterns des Modellprojekts der Standard-Lärmschutz geschaffen wird. Es werden also acht Meter hohe Lärmschutzwände im Ortsbereich gebaut. Immerhin hätten die Bürger auch erreicht, dass auf dem neun Kilometer langen Abschnitt, der verbreitert wird, Flüsterasphalt verwendet wird, so Schneider. Das bringe eine deutliche Lärmminderung um fünf Dezibel.

Die Ausschreibung für den Autobahnausbau läuft, die Abgabefrist für Bieter endet in einem Monat. Demnach sollen die Bauarbeiten im März 2016 starten und spätestens im Oktober 2020 abgeschlossen sein. Der Abschnitt zwischen den Dreiecken Potsdam und Nuthetal soll von sechs auf acht Streifen verbreitert werden – vor allem, um die für 2025 prognostizierten 126 000 Kraftfahrzeuge pro Tag auf diesem Abschnitt aufnehmen zu können. Schon jetzt gehört er zu den am stärksten befahrenen Autobahnabschnitten in Deutschland. 

Bei der AG „Lärmschutz Jetzt!“ gab es gestern Unverständnis über das Aus für den solaren Lärmschutz. „Dem uns bekannten Angebot einer Firma für die Herstellung von Lärmschutzwänden wurde kein Zuschlag erteilt – obwohl sich mit der angebotenen solaren Wand die Lärmschutzsituation für Michendorf deutlich verbessert hätte“, so AG-Sprecher Andree Halpap. Vieles habe die Initiative dennoch erreichen können: Neben dem Flüsterasphalt zum Beispiel einen temporären Lärmschutz während der Bauzeit, Ausgleichsmaßnahmen in der Region und Sonderlösungen für stark betroffene Familien. Zwei Familien, die besonders nah an der verbreiterten Autobahn wohnen, sollen umziehen können.

„Mit unserem anspruchsvollen Projekt, der Kombination von Lärmschutz und Photovoltaik, konnten wir uns aber nicht durchsetzen“, bedauerte Halpap. Obwohl Landes- und Bundespolitik ihre Unterstützung zugesichert hätten, seien gleichzeitig die Hinweise der Lärmschutzinitiative zu den fatalen Wirkungen der Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes für dieses Projekt in den Wind geschlagen.

Halpap`s bitteres Resümee: „Vielleicht ist uns letztlich auch unser Versuch der konstruktiven Zusammenarbeit mit der Straßenbauverwaltung und der Politik auf die Füße gefallen. Vielleicht ist die Zeit für diese Form von Bürgerbeteiligung noch nicht reif und man muss Krawall-Initiativen organisieren, damit man auch bei ständig wechselnden politischen Verantwortlichen ausreichend Gehör findet.“

Cornelia Jung, die das Vorhaben zunächst als Bürgermeisterin der Gemeinde Michendorf begleitete und heute Mitstreiterin in der Lärmschutzinitiative ist, sagte: „Natürlich enttäuscht uns dieses Ergebnis über die Maßen – zumal es ein konkretes Angebot für solare Lärmschutzwände gegeben hat.“ Ministerin Schneider habe der Initiative zwar das Aus für den solaren Lärmschutz persönlich erläutert, aber die Beweggründe für die Nichtvergabe an den der AG bekannten Anbieter, seien vage und unbefriedigend. Hier hat der Mut gefehlt eine Vision umzusetzen – und dies, während an anderer Stelle im Land Brandenburg Millionen verschwendet werden.“

In der MAZ war folgendes zu lesen: 

„Aus für Michendorfer Modellprojekt an der Autobahn Keine Solar-Schutzwände an der A10

Verkehrsministerin Kathrin Schneider hat das Aus für das Modellprojekt an der A 10 bei Michendorf verkündet. Die anvisierten Solar-Lärmschutzwände werden nicht gebaut. Nachdem die Vergütungen für eingespeisten Solarstrom weiter gekürzt worden sind, rechnen sich solche Projekte nicht mehr, sagte sie. Die Initiative „Lärmschutz Jetzt!“ wirft ihr fehlenden Mut vor. 

Der Traum ist aus: An der A10 bei Michendorf werden keine Solar-Lärmschutzwände gebaut. Der Versuch, Lärmschutz mit der Erzeugung alternativer Energien in einem Modellprojekt miteinander zu verknüpfen, ist gescheitert. Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider bedauerte, dass das Vorhaben nicht umgesetzt werden könne. „Nachdem aber in den vergangenen Jahren die Vergütungen für den eingespeisten Solarstrom immer weiter gekürzt worden sind, rechnen sich solche Projekte nicht mehr. Auch die besseren Bedingungen für die zweite Ausschreibung haben daran nichts geändert“, sagte die Ministerin am Freitag. 

Im ersten Vergabeverfahren hatte sich kein Investor beteiligt, beim zweiten Anlauf waren die Rahmenbedingungen verbessert worden, um das Projekt ökonomisch attraktiver zu machen. In dieser zweiten Runde gab es freilich ein Angebot einer Firma. Das Angebot „erfüllt allerdings nicht die Mindestkriterien der Ausschreibung“, heißt es in einer Erklärung des Ministeriums. „Zu Details können wir uns aus vergaberechtlichen Gründen nicht äußern“, sagte Ministeriumssprecher Steffen Streu. 

Dem Vernehmen nach hatte sich ein Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen beworben, das auf den Bau von Lärmschutzwänden spezialisiert ist, aber noch über keine großen Erfahrungen im Solarbereich verfügen soll. 

„Uns hat dieses Angebot zu den solaren Lärmschutzwänden sehr gut gefallen“, sagte Andree Halpap von der Initiative „Lärmschutz Jetzt!“. Die Lärmsituation für Michendorf hätte sich damit deutlich verbessert. „Soweit wir es einschätzen können, wäre eine Lösung möglich gewesen, wenn man es wirklich gewollt hätte“, so Halpap. „Es fehlte der Mut, das Risiko einzugehen“, sagte er. Zudem hätte es die Möglichkeit gegeben, das Ausschreibungsergebnis noch einmal nachzuverhandeln. 

Mit der Aufhebung der Ausschreibung endet ein sechs Jahre langer Kampf für mehr Lärmschutz an der A10, die ab Frühjahr 2016 von sechs auf acht Spuren erweitert wird. Umsonst war das Ringen nicht. So ist es maßgeblich der Bürgerinitiative zu verdanken, dass auf einem neun Kilometer langen Autobahnabschnitt Flüsterasphalt eingesetzt wird, der den Lärm um fünf Dezibel mindert. Die Lärmschutzwände, die eigentlich mit Hilfe von Photovoltaikanlagen auf zehn Meter erhöht werden sollten, schrumpfen jetzt wieder auf das Maß, das im Planfeststellungsverfahren festgelegt ist. Sie werden bis zu acht Meter Höhe erreichen.

„Vielleicht waren wir am Ende zu nett und hätten mehr Krawall organisieren müssen, damit man auch bei ständig wechselnden politischen Verantwortlichen ausreichend Gehör findet“, sagte Initiativen-Sprecher Andree Halpap. Die Initiative hatte in der Vergangenheit Politiker auf allen Ebenen gewarnt: „Wenn ihr das Erneuerbare-Energien-Gesetz so ändert, haben wir ein Problem mit dem Projekt.“ Genau so ist es jetzt gekommen.“


Am 23.03.2015 gab Infrastrukturministerin Kathrin Schneider
den zweiten Startschuss für die Suche nach einem Investor für das Modellprojekt an der A 10 bei Michendorf.
MAZ und PNN berichteten am 24.03.15 darüber folgendes:

MAZ: „Ministerin startet neue Vergaberunde
für solare Lärmschutzwände bei Michendorf.
Land will Geld für A10-Projekt geben.

Das Land verstärkt seine Bemühungen, das bundesweit einmalige solare Lärmschutz-Projekt an der A 10 bei Michendorf auf den Weg zu bringen und zu einem guten Ende zu führen. Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (parteilos) gab am Montag den Startschuss für das zweite Vergabeverfahren, mit dem ein Investor für Bau und Betrieb der geplanten Lärmschutzwände gesucht wird. Sie sollen mit Photovoltaikanlagen bestückt und so auf bis zu zehn Meter erhöht werden, um im Zuge des geplanten Ausbaus des südlichen Berliner Rings für zusätzlichen Schutz vor dem Autokrach zu sorgen.
Nachdem die 2013 begonnene Investorensuche unter anderem wegen veränderter Förderbedingungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ohne Ergebnis abgebrochen wurde, sind nun die Rahmenbedingungen im Vergleich zur ersten Ausschreibungsrunde deutlich verbessert worden.
Ein entscheidender Faktor dürfte sein, dass nun das Land Geld zur Anschubfinanzierung geben will, um das Vorhaben zu ermöglichen. Für einen Investor wird damit das Projekt ökonomisch attraktiver und die Kalkulation einfacher. Ministeriumssprecher Steffen Streu bezifferte auf Anfrage die gesamte Anschubfinanzierung fürs Solarprojekt auf etwa 21 Millionen Euro. Wobei in der Summe ein erheblicher Anteil enthalten ist, den der Bund als Autobahneigentümer für den Bau der konventionellen Lärmschutzwände übernimmt.
Die Ministerin betonte gestern die große Bedeutung, die der geplante Ausbau der südlichen A10 zu einer leistungsfähigen achtspurigen Autobahn für die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg hat. „Verkehr erzeugt Lärm, daher ist es für mich besonders wichtig, dass die Anwohner einen hohen Lärmschutz erhalten“, sagte sie. Die Idee, zusätzlichen Schutz für die Menschen an der A 10 mit der Erzeugung von Solarenergie zu verbinden, sei ein bisher einzigartiges innovatives Vorhaben. „Deswegen wollen wir dieses Modellprojekt unbedingt verwirklichen“, so die Ministerin. „Für uns ist dies ein ganz wichtiger Etappensieg“, sagte Andree Halpap, Sprecher der Michendorfer Initiative „Lärmschutz Jetzt!“. Nach der Zusage des Bundes zum Einbau des sogenannten Flüsterasphalts „sind die solaren Lärmschutzwände der zweite wichtige Baustein für einen optimierten Lärmschutz an der A 10“, so Halpap. Er lobte vor allem, dass es gemeinsam gelungen sei, die Rahmenbedingungen der Neuausschreibung gegenüber der ersten Runde zu verbessern. „Damit gibt es nun eine echte Chance, dass aus dieser neuen Ausschreibung auch wirklich ein Investor für Bau und Betrieb der Anlage hervorgeht“, sagte er. Noch aber sei die Ziellinie nicht erreicht, mahnte Halpap. Erst wenn ein Investor gefunden ist und die Verträge unterschrieben sind, „knallen bei uns die Sektkorken“, so der Sprecher der Initiative.
Vorgesehen ist, die solaren Lärmschutzwände beim Ausbau der A10 mit zu realisieren. Wie berichtet, soll die Autobahn zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam von sechs auf acht Spuren erweitert werden. Der etwa 130 Millionen Euro teure Ausbau soll 2016 beginnen.“

PNN: „Chance für Lärmschutz an A10 steigt,
Ministerium startet erneute Ausschreibung.

Das Ausschreibungsverfahren für sogenannte „solare Lärmschutzwände“ an der A10 geht in eine neue Runde. Nachdem die erste Ausschreibung an der politischen Diskussion um das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gescheitert war, startet das Land Brandenburg nun gemeinsam mit der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) einen zweiten Versuch. Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) gab dafür am Montag den Startschuss. „Der Ausbau der A10 zu einer achtstreifigen Autobahn auf dem am höchsten verkehrsbelasteten Autobahnabschnitt im Land Brandenburg hat für die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg eine große Bedeutung“, sagte Schneider. Verkehr erzeuge Lärm, daher sei es besonders wichtig, dass die Anwohner einen hohen Lärmschutz erhielten. Die Idee, ihn mit der Erzeugung von Solarenergie zu verbinden, sei ein bisher einzigartiges innovatives Projekt, welches sie unbedingt verwirklichen wolle.
Vor der erneuten Ausschreibung waren daher die Rahmenbedingungen überarbeitet und deutlich verbessert worden. Somit wachse nun die Chance, dass sich im zweiten Ausschreibungsverfahren wie gewünscht ein Investor für Bau und Betrieb der Anlage findet, so Andree Halpap von der  Initiative „AG Lärmschutz-Jetzt!“. „Nach der Zusage zum Einbau des sogenannten Flüsterasphalts sind die Lärmschutzwände der zweite wichtige Baustein für einen optimierten Lärmschutz an der A10“, sagte Halpap.
Seit nunmehr über fünf Jahren setzt sich die „AG Lärmschutz-Jetzt!“ für einen besseren Lärmschutz beim achtstreifigen Ausbau der A10 zwischen den Autobahndreiecken Nuthetal und Potsdam ein. Ein erster Erfolg für einen optimierten Lärmschutz in Michendorf konnte die Initiative im Jahr 2010 mit der Zusage des Bundes zum Einbau eines lärmmindernden Asphalts – den sogenannten Flüsterasphalt – im Ausbaubereich innerhalb der Gemeinde Michendorf erreichen.
Um die Lärmschutzsituation insbesondere im Nahbereich der Autobahn weiter zu verbessern, stellte die Initiative anschließend ein Konzept für die Verbindung von Lärmschutzwänden mit Photovoltaikelementen vor. Mittlerweile ist diese Vision als „solarer Lärmschutz“ über die Grenzen Brandenburgs hinaus bekannt und das Michendorfer Projekt ein Leuchtturmprojekt des Bundesverkehrsministeriums.
Unter anderem wegen der Veränderungen der Förderbedingungen nach EEG war das in 2013 begonnene Vergabeverfahren zunächst ergebnislos abgebrochen worden. Unter Einsatz von Landesmitteln soll die Idee nun als Modellprojekt fortgeführt werden. Bieter können nun ihre verbindlichen Angebote in einem EU-weiten Offenen Verfahren direkt einreichen. Der Lärmschutz soll im Rahmen des 2016 beginnenden Ausbaus der A10 Zug um Zug realisiert werden.“


Am 09.10 2014 berichtete die PNN über das Ergebnis der Ausschreibung:

Kein Investor für solaren Lärmschutz -  Land plant jetzt Neuausschreibung

Es wird über folgendes Informiert: „Es ist ein herber Rückschlag für eines der größten Vorzeigeprojekte des Landes: Der geplante Solarpark entlang des südlichen Berliner Rings bei Michendorf – konzipiert als Lärmschutzwand – hat im ersten Anlauf der Ausschreibung keinen Investor gefunden. Das teilte das Infrastrukturministerium am Mittwoch mit.
„Es gab viele Interessenten, am Ende hat sich aber leider keiner von ihnen für den Zuschlag beworben“, so Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade. Trotz der Niederlage wollen das Land und der Bund an dem modernen Projekt festhalten, jedoch unter anderen Rahmenbedingungen. „Wir werden in den nächsten Tagen neu ausschreiben“, kündigte Schade an. Anstatt eines Vertrags mit dem Investor über 30 Jahre soll die Laufzeit jetzt verkürzt werden. Der genaue Zeitrahmen stehe aber noch nicht fest, hieß es. Der Ministeriumssprecher geht nicht davon aus, dass es durch die Neuausschreibung zu Verzögerungen beim Baustart oder zu höheren Kosten kommen werde.
Brandenburg will weiterhin den achtstreifigen Ausbau des südlichen Berliner Rings wie geplant 2016 beginnen. Im Zuge der Erweiterung sollen bei Michendorf wie berichtet auf über neun Kilometern erhöhte Lärmschutzwände mit integrierter Photovoltaik entstehen. Das Vorhaben ist bisher in seiner Größe europaweit einzigartig. Die Kosten sollen sich auf schätzungsweise 25 Millionen Euro belaufen. Der dort erzeugte Strom soll ausreichen, um 13 000 Menschen zu versorgen. Das ambitionierte Projekt kann nur mit einem Privatinvestor realisiert werden, im Gegenzug erhält er die Einnahmen aus der Stromerzeugung.
Die Idee zu dem Solarpark hatte die Bürgerinitiative „Lärmschutz jetzt“, die jahrelang für das Vorhaben kämpfte. Jetzt ist die Enttäuschung groß: „Das ist für uns niederschmetternd“, sagte Initiativen-Sprecher Andree Halpap. Die Initiative hoffe, dass es mit der neuen Ausschreibung klappen werde. Halpap ist froh, dass das Land und der Bund trotz des Rückschlags weiterhin an dem Vorhaben festhalten.
Dass die erste Ausschreibung ins Leere gelaufen sei, habe laut Halpap zwei Gründe: Für solare Lärmschutzwände gebe es aus technischer Sicht und von den Ertragsprognosen her noch keine Erfahrungswerte. „Es ist ein einmaliges Projekt und damit auch eine Herausforderung für den Investor“, so Halpap. Hinzu komme, dass durch das reformierte Gesetz für erneuerbare Energien es zunehmend schwieriger werde, die Vergütung aus Strom stabil berechnen zu können.
Die Entscheidung, ob solare oder doch nur normale, weniger hohe Lärmschutzwände am südlichen Berliner Ring entstehen, solle laut Halpap spätestens im Frühjahr kommenden Jahres fallen. So sei es ursprünglich geplant gewesen – daran halte laut Halpap das Ministerium, mit dem er in Kontakt steht, auch weiterhin fest.“


Auch die Berliner Zeitung berichtete am 19.09.13
über den Beginn der Investorensuche

Kraftwerk an der Autobahn

Es wird folgendes berichtet: Nach dem Ausbau der A10 bei Michendorf sollen privat finanzierte Lärmschutzwände Solarstrom liefern. Gemeinsam suchen Bund und Land nun bis zum Jahresende nach Investoren, die sich auf das Wagnis einlassen.
Solches Lob aus Berlin ist selten, noch dazu vier Tage vor einer Bundestagswahl. Bei Innovationen im Straßenbau, sagte am Mittwoch Rainer Bomba, der Verkehrsstaatssekretär des Bundes, sei Brandenburg „ganz weit vorne“. Dabei soll es auch bleiben: Gemeinsam mit Landesverkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD) stellte der Christdemokrat Bomba in Potsdam ein Projekt vor, das Lärmschutz an Autobahnen mit der Förderung erneuerbarer Energien verbinden und für andere Regionen in Deutschland wegweisend sein soll.
Beim achtspurigen Ausbau der Autobahn A10 bei Michendorf könnten nach den Plänen neuartige Lärmschutzwände den Anwohnern mehr Ruhe bringen. Die Höhe der Wände soll statt sechs bis acht Meter, wie ursprünglich vorgesehen, zehn Meter betragen. Die Mehrkosten dafür hoffen Bund und Land dadurch abzudecken, dass eine Solarstrom-Anlage integriert wird. Die Sonne scheine ohnehin auf die Lärmschutzwände, sagte Bomba: „Warum sollten wir nicht diese Sonneneinstrahlung nutzen?“

Private Investoren gesucht

Neu an dem Konzept ist auch, dass private Investoren die Anlage bezahlen und betreiben sollen: Sie übernehmen die Mehrkosten für die höheren und technisch aufgerüsteten Dämmwände und dürfen im Gegenzug die Einnahmen aus der Solarstrom-Nutzung behalten. Ein solcher Vertrag für das Modellprojekt könnte eine Laufzeit von 30 Jahren haben, stellte Bomba in Aussicht. Gemeinsam suchen Bund und Land nun bis zum Jahresende nach Investoren, die sich auf das Wagnis einlassen.
Ein Risiko ist die Sache deshalb zunächst auch aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft „Lärmschutz-Jetzt!“, einer Michendorfer Bürgerinitiative, die sich frühzeitig in die Planungen eingeschaltet hat. Erst in ein, zwei Jahren werde feststehen, ob sich ein Investor findet und die schönen Pläne umgesetzt werden können, betonte André Halpap, ein Vertreter der Anwohner. „Wir haben den Schampus schon kaltgestellt, aber wir machen die Flasche noch nicht auf.“
Begeistert vom Ausbau der A10, die südlich von Berlin die am stärksten befahrene Straße Brandenburgs ist, seien die Bürger in Michendorf nach wie vor nicht, sagt Halpap. Sie wüssten aber, dass er unvermeidlich sei, und hätten deshalb von Beginn an konstruktiv mitgeredet. „Wir haben versucht, nicht dagegen zu sein, sondern den Lärmschutz zu optimieren.“ Mit den geplanten hohen Lärmschutzwänden könnte das Halpaps Ansicht nach gelingen.

Vertrauensvorschuss der Bürger

Vogelsänger lobte die Rolle der Arbeitsgemeinschaft (AG). Es sei schon ungewöhnlich, dass es keine Klagen von Anwohnern gegen den achtspurigen Ausbau der Autobahn gebe. „Brandenburg schreibt heute Geschichte“, so der Verkehrsminister. Halpap indes unterstrich, dass der Verzicht auf Klagen einen großen Vertrauensvorschuss der Bürger darstelle, in der Hoffnung auf optimalen Lärmschutz: „Alle vertrauen darauf, dass es dieses Projekt gibt.“
Der AG-Vertreter rief die Politiker zudem auf, über neue Formen der Bürgerbeteiligung bei Infrastrukturmaßnahmen nachzudenken. Die Berge von Aktenordnern, durch die er und seine Mitstreiter sich durchkämpfen mussten, seien von den meisten Menschen jedenfalls nicht zu bewältigen. Die Bürgerinitiative habe sich insofern auch als Vermittlerin zwischen der Verwaltung und den direkt Betroffenen gesehen.“


Am 19.09.2013 berichteten auch die PNN über das Startsignal für die Ausschreibung zum Bau der Photovoltaikwände  

Solaranlagen gegen Autolärm

Pilotprojekt: Investorensuche für Photovoltaikwände an der A 10 bei Michendorf gestartet. Der Baubeginn ist für 2016 geplant

Hier würde folgendes berichtet: Es soll ein Pilotprojekt werden, das bundesweit Schule macht. Geplant ist, im Zuge des vorgesehenen Ausbaus der A10 bei Michendorf, mithilfe von Photovoltaikwänden mehr Lärmschutz für die Anwohner zu gewährleisten. Bund und Land suchen jetzt gemeinsam mit einer Bürgerinitiative einen privaten Investor und Betreiber, der das Projekt übernimmt.
Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) und der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Rainer Bomba (CDU), gaben am Mittwoch das Startsignal für die Ausschreibung. Erstmals legten sie auf einer Pressekonferenz in Potsdam auch einen konkreten Zeitplan vor. Bis Ende dieses Jahres können die Angebote abgegeben werden, nach den notwendigen Verhandlungen soll 2015 der Zuschlag erfolgen und 2016 mit dem Bau der Lärmschutzwände begonnen werden. Parallel dazu werde dann auch der Autobahnausbau gestartet, kündigte Bomba an.
Wie berichtet soll der rund neun Kilometer lange A10-Abschnitt zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam für 129 Millionen Euro von sechs auf acht Streifen erweitert werden. Schon seit Januar 2013 besteht Baurecht dafür. Planer ist das Land, Finanzier der Bund. „Mit dem Einbau von offenporigem Asphalt – dem sogenannten Flüsterasphalt – und den Photovoltaikwänden soll dabei die ganze Bandbreite des aktiven Lärmschutzes eingesetzt werden“, so Bomba.
Ursprünglich hatte das Land gehofft, schon im März 2014 mit dem Autobahnausbau beginnen zu können, doch seitens des Bundesverkehrsministeriums waren unter anderem noch Fragen zu „Wechselwirkungen beim Bauablauf“ vor allem im Zusammenhang mit dem Lärmschutz zu klären (PNN berichteten). Auch die Finanzierung des Autobahnausbaus durch den Bund scheint jetzt endgültig geklärt. „Wir würden ein solches Projekt nicht anstoßen, wenn wir es nicht bezahlen können“, sagte Bomba am Mittwoch.
Ebenso wie Vogelsänger zeigte sich Bomba zuversichtlich, dass sich für das Projekt der Photovoltaikwände geeignete Interessenten aus der privaten Wirtschaft finden werden. Konkret ist vorgesehen, die Lärmschutzwände auf einer Länge von insgesamt 5,6 Kilometern mit Solarmodulen um etwa vier auf zehn Meter aufzustocken. Zusätzlich ist ein 1,5 Kilometer langer Lärmschutzwall mit einer Photovoltaikanlage vorgesehen. Die anfallenden Mehrkosten soll der Investor über den Verkauf von Strom abdecken können. Die notwendige Investitionssumme für die Wände schätzte Bomba auf einen zweistelligen Millionenbetrag, genauere Angaben seien derzeit nicht möglich.
Der südliche Berliner Ring ist mit rund 89 000 Fahrzeugen täglich schon heute die höchstbelastete Autobahn Brandenburgs. Für die Zukunft erwarten die Planer auf dem Abschnitt bei Michendorf 126 000 Fahrzeuge pro Tag. Gerade vor diesem Hintergrund sei es wichtig, die Anwohner mithilfe der Fotovoltaikwände so weit wie möglich von Lärm zu entlasten, so Bomba.
Ausdrücklich bedankten sich Vogelsänger und Bomba bei der vor vier Jahren gegründeten Michendorfer Bürgerinitiative „Lärmschutz-Jetzt!“, die sich für das nun vorliegende Lärmschutzprojekt starkgemacht hat. Auch ihr sei zu verdanken, dass es nicht eine Klage gegen den vorgesehenen Autobahnausbau zwischen den Dreiecken Potsdam und Nuthetal gebe. „Die Einwohner von Michendorf haben den Ausbauplänen von Land und Bund damit aber auch einen großen Vertrauensvorschuss gegeben“, sagte Initiativensprecher Andree Halpap auf der Pressekonferenz am Mittwoch. Erst in ein bis zwei Jahren werde man wissen, ob sich tatsächlich ein Investor für die Photovoltaikwände findet.
Von Anfang an sei es Ziel der Initiative gewesen, nicht gegen den Autobahnausbau zu agieren, sondern die Planung zu begleiten und den Lärmschutz zu optimieren. Halpap erinnerte daran, dass es gelungen sei, dafür parteiübergreifend Unterstützung zu bekommen.
Im Frühjahr 2010 fand auf Initiative der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Katherina Reiche (CDU), erstmals ein Runder Tisch zum Thema Lärmschutz an der A10 mit allen Beteiligten statt. Im darauffolgenden Herbst fasste der Landtag einstimmig einen Beschluss für zusätzlichen Lärmschutz.
Auf der Pressekonferenz warb Halpap auch dafür, über vereinfachte Formen der Bürgerbeteiligung bei Bauvorhaben nachzudenken. „Unsere Bürgerinitiative musste sich mit 15 Aktenordnern Planungsunterlagen beschäftigen. Dafür war viel Expertenwissen nötig“, so Halpap. Auch die Bundestagsabgeordnete Andrea Wicklein (SPD) sprach sich am Mittwoch dafür aus, den Sachverstand der Bürger stärker als bisher und während der gesamten Planungsphase zu nutzen. Das Beispiel Michendorf zeige, dass aus der Bürgerbeteiligung heraus sogar innovative Projekte entstehen könnten, die deutschlandweit ausstrahlen.“

 

Am 19.09.2013 berichtete die MAZ über den Start der Ausschreibung für den Bau der solaren Lärmschutzwände an der A10

Brandenburgisches Verkehrsministerium startet Pilotprojekt A10-
Lärmschutzwand wird erhöht

Folgende Information wird gegeben: „Brandenburg und das Verkehrsministerium des Bundes haben das Startsignal des Teilnahmewettbewerbs für den Bau der Solarlärmschutzwände am Berliner Südring gegeben. Geplant ist, dass die Lärmschutzwände auf zehn Meter erhöht werden. In den Wänden sollen Photovoltaik-Anlagen integriert und dadurch Strom gewonnen werden.
Für neuartige Lärmschutzwände auf der A10 zwischen Potsdam und Nuthetal (Potsdam-Mittelmark) suchen der Bund und das brandenburgische Verkehrsministerium jetzt einen Investor. Der künftige Betreiber soll die ursprünglich vorgesehenen maximal acht Meter hohen Wände auf etwa zehn Meter erhöhen und die Kosten dafür über die Nutzung von Solarstrom decken. Dies teilten der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Rainer Bomba, und Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) am Mittwoch in Potsdam mit. Der Strom soll mit Hilfe von Photovoltaik-Anlagen gewonnen werden, die in den Schutzwänden integriert sind. Das Modell ist auf 30 Jahre angelegt.
Das Vergabeverfahren für das bundesweit einzigartige Pilotprojekt läuft noch bis Ende des Jahres, Baubeginn könne nach Ansicht Vogelsängers im Jahr 2016 sein. Die Kosten für die Wände schätzte Staatssekretär Bomba auf einen zweistelligen Millionenbetrag, genauere Angaben seien derzeit nicht möglich.
Der gesamte Ausbau der neun Kilometer langen Strecke soll rund 130 Millionen Euro kosten. Geplant sind acht statt der bisherigen sechs Fahrstreifen. Im Rahmen des Lärmschutzes soll auf dem Abschnitt auch offenporiger "Flüsterasphalt" gelegt werden.
Der südliche Ring gehört zu den am stärksten befahrenen Autobahnen Deutschlands. Für die Zukunft werden dort bis zu 126.000 Fahrzeuge täglich erwartet.“


Am 15.08.2013 berichteten die PNN und MAZ über die Zustimmung des Bundesverkehrsministeriums zum Start der Ausschreibung für den solaren Lärmschutz

PNN: Erste Runde für A10-Ausbau im Herbst

Folgendes wurde hier berichtet: „Das Land Brandenburg sucht jetzt offiziell nach Investoren für eine solare Lärmschutzwand an der A10 in Michendorf. Wie der Sprecher des Infrastrukturministeriums, Lothar Wiegand, gestern auf Anfrage sagte, soll die Ausschreibung dafür im Herbst beginnen. „Wir hoffen bis zur ersten Jahreshälfte 2014 auf Klarheit, ob Investoren bereit sind, ein solches Projekt zu übernehmen“, so Wiegand. „Ich bin da zuversichtlich.“ Er gehe davon aus, dass unmittelbar im Anschluss mit der Gesamtinvestition begonnen werden kann.
Wie berichtet soll der A 10-Abschnitt zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam für 123 Millionen Euro von sechs auf acht Streifen erweitert werden. Schon seit Januar besteht Baurecht dafür. Planer ist das Land, Finanzier der Bund. Doch das Bundesverkehrsministerium hatte immer wieder Fragen zu „Wechselwirkungen beim Bauablauf“ artikuliert, vor allem im Zusammenhang mit dem Lärmschutz. Erstmals in Deutschland soll sich daran die private Wirtschaft beteiligen: Findet sich im Vergabeverfahren ein Investor, sollen die Lärmschutzwände im Bereich Michendorf mit Solarmodulen um vier auf zehn Meter aufgestockt werden.
Bei einem Gespräch am Montag habe das Bundesverkehrsministerium nun nach langen Verhandlungen grünes Licht für die Ausschreibung gegeben, sagte Wiegand. Das Land hatte an sich geplant, schon im März 2014 mit dem Ausbau zu beginnen.“

MAZ: Suche nach Investoren kann starten

Hier wurde folgendes berichtet: „Für die Suche nach Investoren für das Photovoltaikprojekt an der A10 bei Michendorf ist der Weg frei. „ Wir haben grünes Licht, um die Ausschreibung zu starten“, sagte gestern Lothar Wiegand, Sprecher im Brandenburger Infrastrukturministerium. Laut Wiegand soll das Verfahren im Herbst in Gang gesetzt werden. Wie berichtet, soll die A10 zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam von sechs auf acht Spuren erweitert werden. Verbunden ist der Ausbau mit einem bisher einmaligen Modellvorhaben: Mit Hilfe von Photovoltaikanlagen soll der Lärmschutz für Anwohner über das Mindestmaß hinaus verbessert werden. Geplant ist, die Lärmschutzwände mit Solarmodulen um vier auf 10 Meter aufzustocken. Für die Anlagen, die Sonnenenergie gewinnen und Lärm dämpfen sollen, ist ein privater Investor nötig. Für den Start der Ausschreibung brauchte das Land den Segen des Bundes. Der bezahlt 123 Millionen Euro für den A10 Ausbau und sah lange Zeit Abstimmungsbedarf zum solaren Lärmschutz. Über Finanzierung und Baubeginn an der A10 soll entschieden werden, wenn Klarheit über den Lärmschutz bestehe, hieß es aus dem Bundesverkehrsministerium. Bestandteil des A10 Ausbaus wird der solare Lärmschutz nur, wenn nun ein Investor gefunden wird.“


Am 30.07.2013 berichtete die MAZ über den aktuellen Stand zum solaren Lärmschutz an der A10:

Letztes Abstimmungsgespräch zu Solar-Projekt an A10
Bund will grünes Licht und stellt Signal auf gelb

Es gibt nicht viele Großprojekte in Deutschland, bei denen Bürgerinitiativen Ministerien drängen, den Startschuss zu geben.
Der geplante Ausbau der A10 ist so ein Ausnahmefall.

Über folgendes wird hier informiert: „Die Akteure der Michendorfer Initiative "Lärmschutz-Jetzt!" hatten Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) schon vor zwei Monaten aufgefordert, mutig zu sein und die Ampeln auf grün zu stellen. Der endgültige Durchbruch kann zwar immer noch nicht vermeldet werden, aber das Bundesverkehrsministerium hat nun signalisiert, ja zum ersten Schritt zu sagen. Es teilte dem Land und der Initiative mit, es beabsichtige, dem geplanten Vergabeverfahren für Bau und Betrieb der solaren Lärmschutzanlage an der A10 zuzustimmen. Allerdings müssten noch letzte Detailfragen geklärt werden. Um in der Sprache der Straßenverkehrsordnung zu bleiben: Die Ampel ist auf gelb umgesprungen, auf das Startsignal grün wird aber noch gewartet.
Dem Vernehmen nach soll es am 12. August noch ein Abstimmungsgespräch zwischen Bund und Land geben. Im Brandenburger Infrastrukturministerium wertet man die letzte Botschaft von der Bundesebene als grundsätzliches Ja. "Wir stehen Gewehr bei Fuß. Sobald das endgültige Ja da ist, wird das Ausschreibungsverfahren für den solaren Lärmschutz in Gang gesetzt", sagte Ministeriumssprecher Lothar Wiegand.
Wie berichtet, soll die A10 zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam von sechs auf acht Spuren ausgebaut werden. Verbunden ist die Erweiterung mit einem Vorhaben, das vom Bundesverkehrsministerium selbst zu einem Leuchtturmprojekt erklärt wurde. Mit Hilfe von Photovoltaikanlagen soll der Lärmschutz für Anwohner über das Mindestmaß hinaus verbessert werden. Lärmschutzwände bei Michendorf sollen mit Solarmodulen um vier auf zehn Meter aufgestockt werden. Dafür wird ein privater Investor gesucht, den man über das Ausschreibungsverfahren finden will. Um es zu starten, braucht das Land den Segen des Bundes. Der bezahlt die 123 Millionen Euro für den A-10-Ausbau, hat das Geld aber noch nicht freigegeben (MAZ berichtete). Zuletzt hieß es, das Bundesministerium will über Finanzierung und Baubeginn erst entscheiden, wenn Klarheit über den Lärmschutz besteht.
"Uns ist das Projekt wichtig, weil es zeigt, dass man für solche Vorhaben Konsens erzielen kann. Es hat deshalb Signalwirkung über das Solar-Thema hinaus", sagte Wiegand, Sprecher des Brandenburger Ministeriums. In der Tat sorgte eine frühzeitige Einbindung betroffener Bürger für einen enormen Akzeptanzgewinn. Den Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau hatte niemand angefochten, was für solche Vorhaben ungewöhnlich ist. Die Lärmschutz-Initiative fordert Ramsauer erneut auf, das Signal endgültig auf Grün zu stellen: "Wer Leuchttürme haben will, der muss irgendwann auch einmal das Licht anmachen", so Sprecher Andree Halpap.“


  Am 20.07.2013 berichteten die PNN über die aktuellen Entwicklungen zum solaren Lärmschutz an der A10

Grünes Licht für solaren Lärmschutz
Für A10-Ausbau sind nur noch Detailfragen offen

Folgendes wurde berichtet: „Das brandenburgische Infrastrukturministerium macht sich Hoffnungen, nun doch das Geld für den Ausbau der A10 bei Michendorf zu bekommen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) habe jetzt grünes Licht für das solare Lärmschutzprojekt gegeben, sagte Ministeriumssprecher Lothar Wiegand gestern auf PNN-Anfrage. Im August sollen in einem Gespräch zwischen Bund und Land letzte offene Detailfragen ausgeräumt werden. „Wir hoffen, dass dann unmittelbar nach dem Gespräch das Solarprojekt ausgeschrieben werden kann“, so Wiegand. Dies sei aus seiner Sicht auch der Startschuss für das Gesamtprojekt, das 123 Millionen Euro kosten soll.
Wie berichtet ist geplant, den Autobahnabschnitt zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam von sechs auf acht Fahrstreifen zu erweitern. Das Planfeststellungsverfahren dafür hatte drei Jahre gedauert, besonders wegen des Lärmschutzes im Bereich der Ortslage Michendorf. Eine Bürgerinitiative erstritt sich im Dialog mit den Planungsbehörden ein innovatives Lärmschutzkonzept: Flüsterasphalt soll die Reifenabrollgeräusche mindern. Außerdem sind – unter Einsatz von Solarpaneelen – zehn Meter hohe Lärmschutzwände geplant. Ein Privatinvestor soll sich daran beteiligen. Ohne privates Geld würde es bei sechs Meter hohen Wänden bleiben.
Aufgrund dieses Solarprojektes hatte das Bundesverkehrsministerium die Finanzierungsmittel bislang nicht freigegeben. Es müssten noch Wechselwirkungen beim Bauablauf untersucht werden, wie es hieß. Im brandenburgischen Verkehrsministerium geht man davon aus, dass mit der Zusage zum Solarprojekt jetzt auch die Finanzierung des Autobahnausbaus steht. „Das eine macht ohne das andere keinen Sinn“, so Ministeriumssprecher Wiegand. Der Ausbau stand in allen Investitionsrahmenplänen der vergangen Jahre, Baurecht besteht seit einem halben Jahr.
Im Land ist man stolz auf das Projekt, dass als beispielhaftes Zeichen gilt, wie die Straßenbauverwaltung mit den Bürgern gemeinsam an Lösungen arbeitet. Der Bund selbst hatte den innovativen Ansatz zum Leuchtturmprojekt zur Nutzung von Photovoltaik mit Lärmschutz-Anlagen erklärt. Eine Anfrage ans Bundesverkehrsministerium, wann denn nun mit der Mittelfreigabe zu rechnen ist und welche „Detailfragen“ für das solare Lärmschutzprojekt noch zu klären sind, blieb gestern unbeantwortet.
Dafür meldete sich überraschend die CDU-Bundestagsabgeordnete Katherina Reiche zu Wort, zu deren Bundestagswahlkreis Michendorf gehört. Der Weg für die solare Lärmschutzwand sei geebnet, wie es in ihrer Mitteilung heißt. „Ich freue mich, dass der Bund seine Zusagen einhält und dem Projekt eine hohe Bedeutung beimisst.““


Am 24.05.13 berichtete de MAZ über unsere erste Reaktion auf die immer noch fehlende Finanzierungszusage

 Es ist Zeit für den Startschuss A10-Ausbau: Michendorfer Bürgerinitiative fordert Ramsauer auf, mutig zu sein

Über folgendes wurde hier informiert: „Die Michendorfer Bürgerinitiative „Lärmschutz-Jetzt!“ fordert Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) auf, nicht den Elan aus dem A10-Projekt zu nehmen und mutig den Startschuss zu geben. „Es ist ein ungewöhnliches Vorhaben, das einer ordentlichen Prüfung durch die Bundesbehörden bedarf“, sagte Initiativen-Sprecher Andree Halpap. Irgendwann müsse die Prüfung aber auch zu Ende sein. „Aus unserer Sicht ist ein Planungsstand erreicht, der es ermöglicht, grünes Licht zu geben“, so Halpap, der hinzufügte: „Wenn man innovative Projekte will, muss man irgendwann auch über die Hürde springen.“
Wie berichtet, ist der vom Land Brandenburg anvisierte Zeitplan für den A10-Ausbau ins Wanken geraten, weil der Bund das Geld dafür noch nicht freigibt. Geplant war, 2014 mit der 123 Millionen Euro teuren Erweiterung der Autobahn zu beginnen, die zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam auf acht Spuren vergrößert werden soll. Baurecht besteht seit Januar 2013. Verbunden ist die A10-Erweiterung allerdings mit einem bundesweit bisher einmaligen Vorhaben, bei dem mit Hilfe von Photovoltaikanlagen der Lärmschutz für Anwohner über das Mindestmaß hinaus verbessert werden soll. Geplant ist, Lärmschutzwände bei Michendorf mit Solarmodulen auf zehn Meter zu erhöhen. Dafür wird ein privater Investor gebraucht.
Das Zögern des Bundesverkehrsministeriums hängt offensichtlich mit den Unwägbarkeiten zusammen, die sich aus der Verbindung des A10-Ausbaus mit dem solaren Lärmschutz ergeben. Das Bundesministerium begrüßt den „innovativen Ansatz“, sagte Sprecherin Petra Bethge. „Das Konzept zur Errichtung ’solarer Lärmschutzwände’ kann aber nicht losgelöst von den Planungen zum Streckenausbau betrachtet werden“, so Bethge. Es gebe Wechselwirkungen, wie etwa die Abstimmung des Bauablaufs, die derzeit noch betrachtet werden. Möglichkeiten der Finanzierung der achtstreifigen Erweiterung könnten erst erörtert werden, wenn diese Beurteilungen abgeschlossen sind, sagte sie. Hinter den Äußerungen könnten solche Sorgen stecken: Sollte die Suche nach einem Investor für das Photovoltaik-Projekt scheitern, kann das den ganzen Bauablauf für den Autobahnausbau durcheinander bringen und die Kosten in die Höhe treiben. So wäre etwa eine neue Ausschreibung für herkömmliche Lärmschutzwände notwendig.
Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD) schrieb unterdessen an den Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Rainer Bomba, um Bedenken auszuräumen. Der Terminplan sei so ausgelegt, dass auch im Falle einer erfolglosen Investorensuche für den solaren Lärmschutz Vergabe und Bau der Strecke zusammen mit dem dann konventionellen Lärmschutz durchgeführt werden können, ohne Nachteile für das gesamte Projekt nach sich zu ziehen, heißt es in dem Brief. Vogelsänger verweist auch auf die hohe Erwartungshaltung der Bürger. Den Planfeststellungsbeschluss zum A10-Ausbau hat niemand angefochten, was für solche Projekte ungewöhnlich ist."


Am 21.05.13 berichtete die PNN über das Warten auf die Finanzierungszusage zum Ausbau der A10

 Zeitplan für A10-Ausbau kippelt

Innovativ. Der Abschnitt durch Michendorf soll mit Flüsterasphalt und solarem Lärmschutz leiser werden. Land wartet auf die Mittelfreigabe. Bund will einen Baustart im kommenden Jahr nicht bestätigen.

Über folgendes wurde informiert: „Der Zeitplan für den Ausbau des Berliner Rings bei Michendorf kippelt: Das Bundesverkehrsministerium wollte auf Anfrage nicht bestätigen, dass – wie vom Land geplant – 2014 mit den Bauarbeiten zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam begonnen werden kann. Bei der Finanzierung sei zu berücksichtigen, dass bei wachsendem Bedarf für Straßen- und Brückenreparaturen der Gesamtetat für den Straßenbau bis 2016 nicht ansteigen wird, sagte Ministeriumssprecher Richard Schild. „Dies hat zur Folge, dass sich die Investitionsansätze für Neu- und Ausbauprojekte – auch in Brandenburg – zukünftig vermindern werden“, so Schild. Eine Aussage zum Baustart des A10 Abschnitts könne deshalb derzeit nicht getroffen werden.
Baurecht für das Ausbauprojekt besteht bereits seit vier Monaten. Der Zeitplan des Landes sah an sich einen Baubeginn im März kommenden Jahres vor. Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss gab es keine, sagte Ministeriumssprecher Lothar Wiegand gegenüber den PNN, die Klagefrist endete am 20. April.
Wiegand bestätigte, dass das Land auf eine Finanzierungszusage warte. Erst dann könnten die Arbeiten ausgeschrieben werden. „Wir rechnen nicht damit, dass der Bund jetzt noch Nein sagt“, so Wiegand. „Der Ausbau stand in allen Investitionsrahmenplänen der vergangen Jahre.“ Der neun Kilometer lange Autobahnabschnitt soll von sechs auf acht Fahrstreifen erweitert werden, auch die Raststätte Michendorf soll umgebaut werden. Das alles würde 123 Millionen kosten und etwa drei Jahre dauern. Vorarbeiten an den Brücken sind bereits gelaufen.
„Unser Zeitplan bleibt, 2014 zu beginnen“, so Wiegand. Das Land hat gute Argumente: Der Autobahnabschnitt gehört mit 89 000 Fahrzeugen täglich zu den am stärksten befahrenen Autobahnen Deutschlands. Für 2025 sind täglich bis zu 126 000 Fahrzeuge vorausgesagt. Das Planfeststellungsverfahren für das Projekt hatte drei Jahre gedauert, besonders der Lärmschutz im Bereich, wo die Autobahn Michendorf passiert, war ein Thema. Im Ergebnis gibt es ein umfassendes Lärmschutzkonzept: So soll Flüsterasphalt die Reifenabrollgeräusche mindern. Außerdem sind – unter Einsatz von Solarpaneelen – zehn Meter hohe Lärmschutzwände geben. Ein Privatinvestor soll sich daran beteiligen, laut Ministeriumssprecher Wiegand gibt es dafür bereits Interessenten. Das Konzept dieser öffentlich-privaten Partnerschaft sei aber vom Bund noch nicht bewilligt worden.
Das Bundesverkehrsministerium begrüßt an sich „den innovativen Ansatz der solaren Lärmschutzwände.“ Das Konzept könne aber nicht losgelöst von den Planungen zum Streckenausbau betrachtet werden, so Ministeriumssprecher Schild. „Es gibt Wechselwirkungen, wie beispielsweise die Abstimmung des Bauablaufs, die derzeit noch betrachtet werden“, erklärte Schild. Möglichkeiten zur Finanzierung der achtstreifigen Erweiterung der A10 könnten erst erörtert werden, wenn „diese Beurteilungen“ abgeschlossen sind.
Wird am Ende auch die Autobahnerweiterung privat finanziert? Bundesverkehrminister Peter Ramsauer (CSU) hat sich jedenfalls als Freund öffentlich-privater Partnerschaften beim Autobahnausbau einen Namen gemacht. Sechs Autobahnprojekte wurden bereits von Privatinvestoren vorfinanziert, sechs weitere Streckenabschnitte sind geplant. Die Investoren bekommen im Gegenzug zum Beispiel für drei Jahrzehnte die Lkw-Maut des Ausbauabschnitts.
Das Modell ist umstritten, Gegnern gilt es als unrentabel. Zuletzt hat sich die rotgrüne Landesregierung Niedersachsens gegen Ramsauers Pläne gewandt, ein Teilstück der A7 mit einem öpp-Modell auszubauen. Ob es für den Ausbau des Michendorfer A10 Abschnittes Finanzierungsalternativen sieht, ließ das Bundesverkehrsministerium unbeantwortet.“

 

Am 22.05.13 berichtete auch die MAZ über das Warten auf die Finanzierungszusage zum Ausbau der A10

Bundesregierung gibt Geld für die A10 nicht frei. Brandenburgs Verkehrsminister  Vogelsänger zofft sich mit dem Bund um den Ausbau von Autobahnen.

Hier wurde folgendes berichtet: „Brandenburg hat sich zurückgehalten. 85 Straßenbauprojekte will Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD) dem Bund für die Mark zur Finanzierung in den kommenden Jahre bis 2030 vorschlagen. Die letzte Wunschliste zum Bundesverkehrswegeplan 2003 war noch mehr als dreimal so lang. Dennoch gibt es schon jetzt Streit mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU).
Eigentlich sollten schon im kommenden Jahr die Bagger anrücken. Der achtstreifige Ausbau des Berliner Rings (A 10) zwischen den Autobahndreiecken Nuthetal (Potsdam-Mittelmark) und Potsdam war zwischen Vogelsänger und Ramsauer fest verabredet. Im kommenden Bundesverkehrswegeplan sollte er weiterfinanziert werden. Das Gleiche gilt für den Abschnitt zwischen den Dreiecken Havelland und Schwanebeck (Barnim). Doch plötzlich schießt der Bund quer. Ein Start des Ausbaus bei Potsdam sei abhängig von der Haushaltslage, heißt es. Vogelsänger nannte das Vorhaben gestern „nicht verhandelbar“.
Nicht viel anders verhält es sich mit einem sechsstreifigen Ausbau der Autobahn A12 zwischen dem Autobahnkreuz Spreeau (Dahme-Spreewald) und Frankfurt (Oder), den Brandenburg ebenfalls im September für eine Finanzierung vom Bund im Verkehrswegeplan anmelden will. „Wir sehen da konkreten Bedarf“, stellte Vogelsänger gestern lapidar fest. Der Bund ließ aber durchblicken, dass er das Ganze für überflüssig hält. Ramsauer wolle künftig Verkehrswegemittel in seinem Etat zu mehr als 80 Prozent für die alten Bundesländer parken, sagte Vogelsänger.
Bislang noch nicht aneinander geraten sind die beiden Verkehrsminister beim Bau der A14 durch die Prignitz in Richtung Hamburg zwischen Karstädt und Groß Warnow. Der gehört nach Vogelsängers Willen ebenfalls zum künftigen Bundesverkehrswegeplan. Nicht anders sieht es für knapp 30 Ortsumgehungen von Bundesstraßen in der Mark aus, die Vogelsänger bis 2030 vom Bund mitfinanziert sehen will. „Indisponibel“, will heißen vordringlich, sind davon aber nur sechs: unter anderem Schmerzke (Potsdam-Mittelmark), Kuhbier (Prignitz) und Thyrow (Teltow-Fläming).Die Belastung durch Durchgangsverkehr ist zum Teil dramatisch. Nach öffentlicher Beteiligung von Kommunen, Landkreisen, Verbänden und einzelnen Bürgern wurden zehn Ortsumgehungen für die Anmeldung zum Bundesverkehrswegeplan aufgenommen. Die meisten betreffen die Bundesstraße 87 im Südosten der Mark, wo Ortsumgehungen unter anderem für Naundorf, Duben und Schlieben zur Finanzierung ab 2015 vorgeschlagen werden.Insgesamt enthält Vogelsängers Vorschlagsliste zehn Autobahnprojekte sowie 75 Neubauten oder Erweiterungen von Bundesstraßen mit einem Finanzbedarf von drei Milliarden Euro. Zehn Milliarden Euro will der Bund jährlich für ganz Deutschland in die Umsetzung der angemeldeten Verkehrsbauprojekte für Straße, Schiene und Fluss bis 2030 investieren.
Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Potsdamer Landtag, Rainer Genilke, lobte die Beteiligung der Öffentlichkeit an den Projekten. Das Parlament werde aber „leider erst Ende des Monats mehr über die Entscheidungsgründe“ im Ministerium erfahren.“


Am 13.03.2013 berichteten MAZ und PNN über unsere Bürgerversammlung vom 11. März im Apfelbaum:

MAZ: Besseren Lärmschutz bekommen wir nicht - Bürgerinitiative trägt Ausbau der A10 mit

Folgendes wird hier berichtet: „Die Bürgerinitiative „Lärmschutz-Jetzt!“ wird den Ausbau der A10, wie er im jüngst ergangenen Planfeststellungsbeschluss vorgesehen ist, mittragen. „Wir glauben, dass wir einen noch besseren Lärmschutz für Michendorf nicht bekommen werden. Es ist ein tragbarer Kompromiss“, sagte Initiativen-Sprecher Andree Halpap. Akteure der Initiative hatten den Planfeststellungsbeschluss, der Baurecht schafft, unter die Lupe genommen und am Montagabend die Ergebnisse in einer gut besuchten Bürgerversammlung vorgestellt. Aus dem Publikum gab es dabei viel Anerkennung für die Arbeit der Initiative, die Bemerkenswertes erreicht hat. Drei Forderungen konnte sie durchsetzen: So wird der Autobahnabschnitt bei Michendorf der erste in Brandenburg sein, bei dem Flüsterasphalt zum Einsatz kommt. Der geräuscharme Belag wird die Lärmbelastung für 3000 Einwohner verringern. Er ist zudem alle acht Jahre zu erneuern, damit er seine lärmmindernde Wirkung nicht einbüßt. Und an der A10 bei Michendorf entstehen „maximal hohe Lärmschutzwände“, wie es Halpap ausdrückt. Laut Planfeststellungsbeschluss sind zwei Varianten möglich: Die eine sieht vor, die Lärmschutzwände mit Hilfe von Photovoltaikanlagen auf zehn Meter zu erhöhen, um zusätzlichen Schutz zu ermöglichen. Dafür muss aber ein Investor gefunden werden. Wird keiner gefunden, kämen bis zu acht Meter hohe Lärmschutzwände in Frage. „Wir gehen davon aus, dass Anfang 2014 der Zuschlag erteilt wird und damit der Investor für das Photovoltaikprojekt feststeht“, so Halpap. Der Ausbau der A10, die zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam auf acht Spuren erweitert wird, soll im März 2014 beginnen. Zum Vorhaben gehört auch der Ausbau der Raststätte Michendorf-Süd. Mit dem Begehren, die Ausbaugröße der Rastanlage zu verringern, konnte sich die Initiative nicht durchsetzen. Es bleibt dabei: Es entstehen 350 Stellplätze, davon 170  für Lkw. „Nicht erfolgreich waren wir auch mit unserer Forderung, die Ausbaubreite der A10 zu verringern und Lärmschutz für Ferch und die Lienewitzseen zu erreichen“, sagte Halpap. Der Schwielowsee-Ortsteil Ferch liegt jedoch weiter von der Autobahn entfernt als Michendorf. Für Halpap bleibt es beim Fazit: „Mehr war nicht erreichbar.“ Die Sektkorken knallen aber erst, wenn die Verträge für das Photovoltaikprojekt unterschrieben sind“.

PNN: Nachtruhe trotz achtspuriger Autobahn

Hier wird folgendes berichtet: „Flüsterasphalt und Lärmschutz mit Solaranlagen sind Bestandteile beim Ausbau der A10. Michendorfer „AG Lärmschutz-Jetzt!“ ist bereits in Gesprächen mit Investoren für Photovoltaik-Wände. Die Michendorfer sollen auch nach dem achtstreifigen Ausbau der A10 zwischen den Dreiecken Potsdam und Nuthetal ruhig schlafen können: Drei Kernforderungen zum Lärmschutz konnte die Michendorfer Initiative „Lärmschutz-Jetzt!“ in den rechtlich verbindlichen Planfestellungsbeschluss einbringen. Dazu zählt der Einsatz von Flüsterasphalt, der die größte Lärmquelle auf Autobahnen, die Reifengeräusche, vermindert. Außerdem wurde auf Drängen der Initiative festgeschrieben, dass dieser Asphalt alle acht Jahre auf seine lärmmindernde Wirkung hin überprüft wird. Die dritte Forderung nach zehn Meter hohen Lärmschutzwänden mit Solaranlagen ist ebenso Teil des 184-seitigen Beschlusses. Jedoch muss für das Photovoltaik-Projekt ein Investor gefunden werden, sonst werden lediglich die konventionellen, acht Meter hohen Wände gebaut. „Wir konnten für Michendorf das Maximum herausholen“, sagte Initiativen-Sprecher Andree Halpap bei einer Informationsveranstaltung der Lärmschutz-AG am Montagabend im Michendorfer Gemeindezentrum „Zum Apfelbaum“. Er versprach den betroffenen Anwohnern, dass es mit den von der Initiative durchgesetzten Maßnahmen bei höherem Verkehrsaufkommen nicht lauter werde als bisher. Prognosen gehen davon aus, dass künftig täglich etwa 126 000 Fahrzeuge die Autobahn, die von bisher sechs auf acht Fahrstreifen verbreitert wird, nutzen werden. Im Auf- und Abfahrtsbereich der neu zu bauenden Rastanlage Michendorf-Süd werde es sogar zwölf Fahrstreifen geben, so Halpap. Trotz des Erfolges fanden einige Forderungen der Initiative keine Beachtung: So setzten sich die Lärmschutzbefürworter dafür ein, die Ausbaubreite der Autobahn sowie die Größe der neuen Rastanlage Michendorf-Süd zu verringern und erhielten dafür eine Absage vom Verkehrsministerium des Landes und der Fernstraßenbau-GmbH Deges, die den Ausbau umsetzen wird. Auch der durchgehende Einsatz des Flüsterasphaltes bis zum Dreieck Potsdam ist nicht in den Beschluss aufgenommen worden. Damit wollte die Initiative die Gemeinde Schwielowsee vor Lärm schützen. Jedoch würden dort, so erklärte Halpap die Begründung der Behörden, die zulässigen Lärmschutz-Richtwerte nicht überschritten. Im März nächsten Jahres werde mit dem Ausbau der A10 begonnen. 2017 sei der Bau dann fertiggestellt, schätzte Sprecher Halpap, der sich dabei auf die Prognosen der ausführenden Deges berief. Im nächsten Schritt werde jetzt eine europaweite Ausschreibung für den Lärmschutz mit Solaranlagen vorbereitet. „Das Ausschreibungsverfahren sieht ein ÖPP-Model vor“, so Halpap weiter. Eine derartige öffentlich-private Partnerschaft sei notwendig, da der Bund nicht als Energieerzeuger auftreten möchte. Er würde jedoch eine Anschubfinanzierung liefern, die in etwa den Kosten für den normalen Lärmschutz entspräche. Halpap äußerte sich zuversichtlich, dass ein Investor für das Photovoltaik-Projekt gefunden werde. Man sei bereits in Gesprächen mit Interessenten. Der AG-Sprecher nannte zudem eine Investitionssumme von über 20 Millionen Euro. „Wir werden erst die Sektkorken knallen lassen, wenn ein Investor den Vertrag unterzeichnet hat.“ Dies sei Anfang des nächsten Jahres voraussichtlich der Fall. So lange werde sich das nun angestoßene Ausschreibungsverfahren hinziehen. Der Planfestellungsbeschluss markiere das Ende der Initiative, die seit 2009 aktiv ist. „Wir haben unseren Teil erledigt, jetzt können wir nur noch begleiten“, sagte Halpap.“


Am 01.02.2013 berichteten MAZ und PNN über Planfeststellung zum Ausbau der A10

MAZ: Ausbau für 123 Millionen / Land genehmigt Erweiterung der A10 /
Baubeginn 2014 / Flüsterasphalt kommt

Folgendes wird hier berichtet: „Das Brandenburger Verkehrsministerium hat den Ausbau der A10 genehmigt. Nach einem gut zweijährigen Verfahren liegt der Planfeststellungsbeschluss jetzt vor, der Baurecht für die Erweiterung des Berliner Rings zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam von derzeit sechs auf acht Spuren schafft. „Wenn der Beschluss nicht beklagt wird und der Bund zustimmt, soll der Bau 2014 beginnen“, teilte gestern Abend das Ministerium mit.
Investiert werden 123 Millionen Euro. Geplant ist eine Bauzeit von drei Jahren. Zum Vorhaben gehört neben der Erweiterung des neun Kilometer langen Abschnitts, der mit 89 000 Fahrzeugen pro Tag zu den am meisten befahrenen Autobahnen Deutschlands gehört, auch der Ausbau der Raststätte Michendorf-Süd.
Die A10-Erweiterung hat das Zeug, eines der bemerkenswertesten Bauprojekte des Landes Brandenburg zu werden. So soll der Autobahnabschnitt bei Michendorf der erste Brandenburgs sein, bei dem sogenannter Flüsterasphalt zum Einsatz kommt. Nach Angaben der Bürgerinitiative „Lärmschutz-Jetzt“! sorgt der geräuscharme Belag dafür, dass sich für etwa 3000 Einwohner in der Gemeinde Michendorf die Lärmbelastung verringern wird. Im Planfeststellungsverfahren gab es mehr als 1300 Einwendungen, die meisten zum Lärmschutz. Um das Problem zu lösen, will das Land einen völlig neuen Weg beschreiten: Photovoltaikanlagen an den Lärmschutzwänden sollen den Autobahnanliegern zusätzlichen, über das gesetzliche Maß hinausgehenden Lärmschutz bieten. „Dazu soll im Rahmen eines Projekts in öffentlich-privater Partnerschaft ein Investor gefunden werden, der die ursprünglich sechs bis acht Meter hohen Lärmschutzwände auf etwa zehn Meter erhöht und die dabei anfallenden Mehrkosten über eine solare Nutzung der Lärmschutzwände wieder einspielt“, teilte das Ministerium mit.
Für das Modellprojekt hat eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Michendorfer Initiative „Lärmschutz-Jetzt!“ und Vertretern der Landesverwaltungen umfangreiche Unterlagen erarbeitet, die jetzt dem Bundesministerium zur Zustimmung vorliegen. „Sobald die ’Ampel auf grün steht’, kann die Suche nach einem Investor gestartet und der Teilnahmewettbewerb eingeleitet werden.“ Findet sich kein Investor für das Photovoltaikprojekt, greift der herkömmliche Lärmschutz.
„Wir sind optimistisch, dass ein Investor gefunden wird“, sagte Andree Halpap, Sprecher der Lärmschutz-Initiative. Die Akteure der Initiative, die das Photovoltaik-Projekt angeschoben hatten, wollen den 184 Seiten dicken Planfeststellungsbeschluss jetzt unter die Lupe nehmen. „Wenn die im Vorfeld getroffenen Absprachen zum Flüsterasphalt und zum solaren Lärmschutz enthalten sind, können wir den Ausbau mittragen und sollten dies auch tun“, so Halpap, der hinzufügte: „Wir glauben, einen besseren Lärmschutz wird Michendorf nicht bekommen können.“ Und Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD) freute sich, „dass wir beim Lärmschutz neue Wege erfolgreich gegangen sind und mit Anwohnern gemeinsam gute Lösungen finden konnten.“ Für Halpap hat auch die Art und Weise, wie unter Beteiligung der Bürger und der Kommune der Planfeststellungsbeschluss zustande kam, Modellcharakter. Die Planungsunterlagen liegen voraussichtlich vom 7. bis 20. März in den Gemeinden öffentlich aus. Nach Ende der Auslegungsfrist bleibt ein Monat Zeit, Klagen einzureichen.“

 PNN: Ausbau der A 10A 10 : Auf acht Spuren durch Michendorf

 Breiter und ruhiger. Der Lärm von 126 000 Autos auf acht Spuren im Jahr 2025 soll dank hoher Wände weniger stören. Das Land genehmigt den Ausbau der A10, die Bauarbeiten zwischen den Dreiecken Potsdam und Nuthetal sollen 2014 beginnen. Ein Solarinvestor für zehn Meter hohe Lärmschutzwände wird noch gesucht.

Über folgendes wird hier informiert: „Der Ausbau der A10 von sechs auf acht Spuren zwischen den Dreiecken Potsdam und Nuthetal soll im Jahr 2014 beginnen. Damit rechnet das brandenburgische Verkehrsministerium, sofern der Bund zustimmt und keine Klagen gegen den neun Kilometer langen Ausbau erhoben werden. Der Planfeststellungsbeschluss – die Baugenehmigung für das Projekt – war bereits am Dienstag erteilt worden, wie das brandenburgische Infrastrukturministerium am gestrigen Donnerstag mitteilte.
Das Ministerium rechnet für das Jahr 2025 mit bis zu 126 000 Fahrzeugen pro Tag, derzeit sind es rund 89 000. Für den drei Jahre dauernden Ausbau, gegen den im Verfahren 1300 Einwendungen erhoben worden waren, sollen 123 Millionen Euro ausgegeben werden, 13 Millionen mehr als noch vor drei Jahren geplant.
Bei einer Bürgerversammlung, die voraussichtlich am 11. März im Gemeindezentrum „Apfelbaum“ stattfindet, wird die AG „Lärmschutz-Jetzt!“ ihre Einschätzung zu dem 180 Seiten dicken Papier abgeben und Fragen beantworten. Öffentlich ausgelegt werden die Planungsunterlagen voraussichtlich vom 7. bis 20. März in den Verwaltungen der betroffenen Gemeinden. Anschließend kann binnen eines Monats dagegen geklagt werden, teilte das Ministerium mit.
Die von der AG und zahlreichen Bürgern geforderten Lärmschutzmaßnahmen, auf die man sich in zahlreichen Gesprächsrunden mit den Ministeriumsvertretern geeinigt hatte, sind dabei „nach einem ersten Blick“ enthalten, sagte Andree Halpap, Sprecher der AG, gestern den PNN. Weitergehende Einschätzungen will er erst nach einem gründlichen Studium abgeben.
So hatte die AG die Verlegung von Flüsterasphalt in der Nähe zu Michendorf ausgehandelt. Ebenso ist die Nutzung der Lärmschutzwände als Solaranlage als mögliche Option im Planfeststellungsbeschluss genannt, sofern sich ein Investor findet. Dadurch sollen die ursprünglich sechs bis acht Meter hoch geplanten Lärmschutzwände auf etwa zehn Meter erhöht werden, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. Anfallende Mehrkosten sollen durch die solare Nutzung der Lärmschutzwände wieder eingespielt werden.
Dies soll im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft geschehen. Damit könnte der Bau der Lärmschutzwand, eine öffentliche Aufgabe, durch einen Investor erfolgen, der die Wand mit Solarzellen bestückt und die Energieeinspeisung erhält. Nach einer festgelegten Zeit fällt die Anlage an den Bund als Eigentümer zurück. Halpap erwartet bei dem Verfahren, das ein Investitionsvolumen von rund 20 Millionen Euro hat, eine europaweite Ausschreibung. Der Bau von angeschrägten Lärmschutzwänden, die Sonnenlicht einfangen können, ist eine Lösungsmöglichkeit, die bisher nur selten verwirklicht wurde.
Nicht verhindern konnte die AG den zwölfspurigen Ausbau der Strecke zwischen der Auffahrt Michendorf und der neu zu bauenden Raststätte. Auf einer etwa einen Kilometer langen Strecke sollen die zwei Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen in jede Fahrtrichtung auf beiden Seiten durchgezogen werden. Erhöhte Lärmschutzwände sieht der Planfeststellungsbeschluss an dieser Stelle nicht vor. Auch der Ausbau der Raststätte Michendorf-Süd, die stärker in Richtung Bergheide rücken soll, ist mit der Planfeststellung genehmigt.
Die A10 zwischen den beiden Autobahndreiecken gilt mit derzeit 89 000 Fahrzeugen pro Tag als eine der am stärksten befahrenen Autobahnen Deutschlands. Das Internetlexikon Wikipedia weist darüber hinaus 20 Autobahnabschnitte aus, über die derzeit mehr als 100 000 Fahrzeuge rollen. Achtspurige Autobahnen sind dagegen seltener: Die A5 nördlich und südlich des Frankfurter Kreuzes ist eine davon. Die A3, die auf 2,3 Kilometern zwischen Köln-Dellbrück und Köln-Mülheim ausgebaut wurde, wurde im Juli 2012 freigegeben.“


Am 23.01.2013 berichtete die MAZ über unsere Informationsreise
nach Stuttgart

 Schwaben lernen von Michendorf Bürgerinitiative reist ins Ländle: Lärmschutz-Projekt für A10 stößt in Baden-Württemberg auf Interesse

Folgendes wurde hier berichtet: „Das Michendorfer Modell-Projekt, mit Hilfe von Photovoltaikanlagen den Lärmschutz an der Autobahn A10 zu verbessern, stößt auch im tiefsten Südwesten Deutschlands auf großes Interesse. Vertreter der Bürgerinitiative „Lärmschutz-Jetzt!“, die das Vorhaben angestoßen haben, waren zu Gast in Baden-Württemberg und erzählten dort, wie am Berliner Ring die Gewinnung von Sonnenenergie mit dem Schutz vor Lärm verknüpft werden soll. Auch wenn noch keine solare Lärmschutzwand an der A10 bei Michendorf steht, ist das Konzept mittlerweile weit über die Grenzen des Landes Brandenburg bekannt. Bei der Reise ins Ländle, die auf Einladung der Planungsgesellschaft Mörgenthaler Ingenieure stattfand, wurde es Vertretern des Baden-Württembergischen Verkehrsministeriums und des Regierungspräsidium Stuttgart erläutert. „Auf großes Interesse stießen dabei auch unsere ungewöhnlichen Formen der Bürgerbeteiligung, hat das Thema doch gerade in Stuttgart eine besondere Aktualität“, sagte Andree Halpap, Sprecher der Michendorfer Initiative. Während beim Bahnhofs-Projekt Stuttgart 21 Bürger auf die Straße gingen, wurden sie beim Vorhaben A10-Ausbau frühzeitig in die Planung einbezogen. Freilich auch unter Druck, den vor allem die Lärmschutzinitiative erzeugt hatte. Die Michendorfer Abordnung, die von Vertretern der Planungsgesellschaft Deges begleitet wurde, die für Bund und Land den Ausbau der A10 managt, konnte bei den Schwaben auch etwas lernen. „Während wir im Bereich des solaren Lärmschutzeses eine Vorreiterrolle innehaben sind uns einige Gemeinden in Baden – Württemberg beim kommunalen Engagement für freiwillige Lärmschutzmaßnahmen weit voraus“ , so Halpap. Die Bürgermeister von Kirchheim und Köngen stellten ihre Pläne für kommunale Lärmschutzwälle an der A8 vor. Auch eine Besichtigung der Baustelle, an der ein Schutzwall der Gemeinde Öhringen entsteht, habe gezeigt: „Kommunaler Lärmschutz ist nicht nur machbar, sondern auch finanzierbar“, so Halpap. Seine Initiative hatte ein ähnliches Modell für den Bereich des bereits ausgebauten A 10-Abschnittes südlich von Langerwisch vorgeschlagen. Da dieser Abschnitt nicht zum Kern-Projekt des solaren Lärmschutzes an der A10 gehört, soll die Gemeinde Michendorf in ihrer Regie einen Wall mit Solarfeldern anlegen, so der Vorschlag. Ob die Kommune sich dort engagiert, müssen die Gemeindevertreter noch entscheiden. Der Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau der A10, der Baurecht schaffen würde, soll in Kürze vorliegen. Wie berichtet, wird der Abschnitt zwischen den Autobahn-Dreiecken Nuthetal und Potsdam von sechs auf acht Spuren erweitert. Die schon häufiger angekündigte Ausschreibung, mit der Investoren für das erwähnte Photovoltaik-Projekt an der A10 gesucht werden, soll ebenfalls in nächster Zeit starten.“


Am 13.10.2012 berichtete die MAZ über den aktuellen Stand
zum Ausbau der A10

Investorensuche soll im November starten Wettbewerb für Photovoltaik-Projekt / A10-Ausbau erst 2014

Über folgendes wurde informiert: „Es hat eine Weile gedauert und es ist eine Menge passiert – vor und während des Planfeststellungsverfahrens zum Ausbau der A10, die zwischen den Autobahndreiecken Potsdam und Nuthetal von sechs auf acht Spuren erweitert werden soll. „Das Verfahren befindet sich nun auf der Zielgeraden“, sagte Petra Dribbisch, Sprecherin im Brandenburger Verkehrsministerium, der MAZ.
Mit dem Planfeststellungsbeschluss, der Baurecht schafft, werde Ende 2012 gerechnet. Danach schließt sich laut Dribbisch ein mehrstufiges Vergabeverfahren an, das 2013 über die Bühne gehen soll. Deshalb „ist vor 2014 nicht mit dem Baubeginn an der A 10 zu rechnen“, so die Sprecherin.
Im Unterschied zu anderen Großprojekten hatten beim A10-Vorhaben Bürgerinitiative, Kommune, Planer und Politiker schon im Vorfeld und gemeinsam um Verbesserungen gerungen. Dabei sind bemerkenswerte Fortschritte beim Lärmschutz erreicht worden. So wird die A10 bei Michendorf der erste Autobahnabschnitt im Land Brandenburg, bei dem sogenannter Flüsterasphalt zum Einsatz kommt. Nach Angaben der Initiative „Lärmschutz-Jetzt!“ sorgt dieser geräuscharme Fahrbahnbelag dafür, dass sich für etwa 3000 Einwohner in der Gemeinde Michendorf die Lärmbelastung verringern wird.
Auch ein zweiter Vorschlag der Lärmschutzinitiative hat es geschafft, Teil der offiziellen Planungen zu werden. So sollen die geplanten Lärmschutzwände an dem A10-Abschnitt mit Hilfe von Photovoltaikanlagen auf zehn Meter aufgestockt werden und so für zusätzlichen, über das gesetzliche Mindestmaß hinausgehenden Lärmschutz sorgen. Das Brandenburger Infrastrukturministerium sei noch dabei, mit dem Bund letzte Details abzustimmen, sagte Dribbisch. „Nach Zustimmung des Bundesverkehrsministeriums soll noch im November der Teilnahmewettbewerb für das Vorhaben beginnen“, so die Sprecherin. In dem besagten Wettbewerb soll ein Investor für das Photovoltaik-Projekt gesucht werden.
Andree Halpap von der Michendorfer Initiative „Lärmschutz-Jetzt!“ betonte, dass in den vergangenen Monaten hinter den Kulissen an vielen Details gearbeitet wurde, um den Start des Wettbewerbs zu ermöglichen. Und: „Wir denken, dass dieses Konzept eins ist, das auch an vielen anderen Stellen funktionieren kann.“ Die Akzeptanz bei den Menschen für solche Photovoltaikanlagen „wird da sein, wenn die Leute selbst Vorteile davon haben – zum Beispiel durch einen verbesserten Lärmschutz“, so Halpap.“


Am 04.06.12 berichteten auch die PNN über  unseren offenen Brief an die Gemeindevertreter, sich für einen solaren Lärmschutz an der A10 von Langerwisch bis zum Dreieck Nuthetal einzusetzen.

Initiative hält am zusätzlichen Lärmschutz fest

Folgendes wurde hier berichtet: „Die Bürgerinitiative „Lärmschutz-Jetzt!“ hat sich noch einmal für zusätzliche solare Schallschutzwände an der A10 bei Langerwisch ausgesprochen. Man sei der Überzeugung, dass die prognostizierte Reduzierung des Lärms um bis zu drei Dezibel diesen Einsatz wert sei, so Sprecher Andree Halpap. Heute Abend diskutiert der Michendorfer Hauptausschuss, ob die Gemeinde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben soll. Dafür sind zwar 20 000 Euro im Haushalt eingeplant, allerdings hatten die Gemeindevertreter in einem Grundsatzbeschluss im Oktober gefordert, dass auch Fördermittel fließen. Die sind jedoch vom Land abgelehnt worden.
Konkret geht es um die Verlängerung der im Zuge des A10-Ausbaus ohnehin geplanten Lärmschutzwände nördlich der Autobahn bis zum Dreieck Nuthetal. Mit einer Gesamtlänge von fünf Kilometern sollen die Wände im Rahmen eines Pilotprojektes von Bund, Land und Bürgerinitiative umgesetzt werden. Das Konzept: Die Wände werden von einem Unternehmen mit Sonnenkollektoren bestückt, der Lärmschutz soll so aus der Einspeisevergütung für den Strom refinanziert werden. Das Prinzip soll laut Bürgerinitiative ausgedehnt werden – die zusätzlichen Wände allerdings müsste erstmal die Gemeinde finanzieren.
Zuletzt waren skeptische Töne gegenüber dem Projekt laut geworden. Die drei Dezibel weniger würde kaum jemand bemerken, weil das Einzugsgebiet in diesem Abschnitt nur dünn besiedelt ist, hatte ein Gutachter festgestellt. Und es gebe Probleme beim Ankauf der notwendigen Grundstücke, wie Michendorfs Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU) vor Kurzem erklärte. Halpap: „Wer das Projekt aufgibt, bevor belastbare Fakten vorliegen, der vergibt die wohl einmalige Chance eines durchgehenden Lärmschutzes an der A10 für Michendorf“


Am 02.06.2012 berichtete die MAZ über unseren offenen Brief:

 Lärmschutz: Anlage auch für Langerwisch gefordert

Folgende kurze Information wurde gegeben: „Die Michendorfer AG „Lärmschutz-Jetzt!“ appelliert in einem Brief an Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU) und die Abgeordneten, sich für einen solaren Lärmschutz an der A10 von Langerwisch bis zum Dreieck Nuthetal einzusetzen. Das Thema steht am 25. Juni erneut auf der Tagesordnung der Michendorfer Gemeindevertretung. Bereits im vorigen Oktober hatte diese beschlossen, die Möglichkeit des Lärmschutzes durch eine Machbarkeitsstudie untersuchen zu lassen. Die vom Land und Bund zugesagte Anlage bezieht sich lediglich auf den neu zu bauenden, achtstreifigen Bereich der A10. Mirbach hatte im Wahlkampf versprochen, die Erweiterung zur Chefsache zu machen.“


Am 09.05.2012 berichteten PNN und MAZ über die neuesten Entwicklungen zum Lärmschutz für Langerwisch

PNN: Zusätzlicher Solar-Lärmschutz droht zu scheitern

Folgendes wird berichtet: „Zusätzliche Lärmschutzwände an der A10 im Bereich Langerwisch wird es möglicherweise nicht geben. Der Michendorfer Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU) hat den Sinn einer dafür geplanten Machbarkeitsstudie jetzt infrage gestellt. Hintergrund ist die Ablehnung eines Fördermittelantrages durch die ILB. Michendorf wollte sich die Kosten in Höhe von 20 000 Euro bezuschussen lassen. Außerdem hätten drei von zwanzig Grundstückseigentümer den Flächenverkauf an der Autobahn abgelehnt. Wie berichtet wollten die Michendorfer die im Rahmen des A10-Ausbaus geplanten solaren Lärmschutzwände auf eigene Kosten bis zum Dreieck Nuthetal erweitern. Der Bau von Lärmschutzwänden, die mit Photovoltaikanlagen bestückt sind und durch die Stromgewinnung finanziert werden, ist ein Pilotprojekt von Bund, Land und Bürgern. Trotz der aktuellen Krise in der Solarbranche steht es nicht infrage.“

 MAZ: Drei Eigentümer lehnen Verkauf ab Herber Dämpfer für Lärmschutz-Erweiterung

Es wurde über folgendes informiert: „Die Verfechter des Planes, den solaren Lärmschutz an der A10 in Regie der Kommune auf den Bereich bei Langerwisch auszudehnen, müssen einen herben Dämpfer hinnehmen. Der Michendorfer Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU) verkündete am Montag in der Gemeindevertretung gleich zwei schlechte Nachrichten. Zum einen hat die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) den Förderantrag der Kommune zur Finanzierung einer Machbarkeitsstudie für das Vorhaben abgelehnt. Zum anderen verweigern drei Eigentümer den Verkauf ihrer für das Vorhaben benötigten Flächen. Damit ist die mögliche Erweiterung des solaren Lärmschutzes auf den Bereich Langerwisch komplett infrage gestellt. Die Gemeindevertretung soll nun entscheiden, ob trotzdem eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben wird. Wie berichtet, soll der geplante Lärmschutz mit Hilfe von Photovoltaikanlagen auf nördlich gelegene Bereiche an der A10 ausgedehnt werden. Die Flächen dort befinden sich nicht mehr im Autobahnabschnitt, der auf acht Spuren erweitert wird, und sind nicht Bestandteil des Modellprojektes, das an zwei Teilstücken in der Gemeinde Michendorf für zusätzlichen Lärmschutz sorgen soll (MAZ berichtete). Die Gemeinde muss deshalb selbst aktiv werden. Die ILB lehnte Fördergeld für die kommunale Machbarkeitsstudie ab, weil aus ihrer Sicht der solare Lärmschutz bereits im Rahmen des von Bund und Land getragenen Modellprojekts untersucht wurde. Der Nachweis für die Machbarkeit eines solchen Projektes sei somit bereits erbracht, heißt es im Ablehnungsbrief der ILB.“


Des Weiteren gab es am 08.05.12 in der MAZ folgenden Kommentar:

Pilotprojekt im Gegenwind-Ulrich Wangemann über die Solar-Lärmschutzwälle, die an der A10 geplant sind

Die Autobahnen dieser Republik werden im Grunde von toten Zonen gesäumt. Rechts und links der Trassen kann eigentlich kein Mensch vernünftigerweise wohnen – außer hinterm Lärmschutzwall. Spazieren gehen möchte man auch nicht dort, wo die Krähen auf das nächste plattgefahrene Igelchen warten. Diese wirklich unattraktiven Streifen für Solaranlagen zu nutzen, ist also eine hervorragende Idee. Wachsen die Paneele sogar an Lärmschutzmauern in die Höhe, muss man von einer ökologischen Win-Win-Situation reden. Viel sinnvoller kann man die Technik gar nicht einsetzen. Deswegen sollten die Michendorfer und ihre Unterstützer in Land und Bund tapfer bleiben, auch wenn die Bundesregierung derzeit der heimischen Solarindustrie die Beine weghaut. Das Projekt eines mit Solarzellen kombinierten Lärmschutzes an der Autobahn 10 hat Pilotfunktion. In einem dicht besiedelten Land wie Deutschland gibt es tausende Gemeinden und Stadtteile, die von solch einer Erfindung profitieren könnten. Was bei Michendorf funktioniert, ist auch für Herne geeignet. Ohne einen starken politischen Willen sind solche Initiativen aber anfällig. Deswegen verdient die Initiative alle denkbaren Solidaritätsadressen. Und weil aus Berlin vor allem Gegenwind weht.

 

Am 08.05.2012 berichtete die MAZ über die Analyse der Wirtschaftlichkeit unter den geänderten Prämissen des EEG für den solaren Lärmschutz an der A10

Trotz Krise: Strom von A10 Investorensuche für Photovoltaik-Projekt bei Michendorf soll im Sommer beginnen

Folgendes wird berichtet:  „Der Krise in der Solarbranche zum Trotz, arbeiten Bund, Land, Kommunen und Lärmschutzinitiativen weiter an der Umsetzung des geplanten Photovoltaik-Projektes an der A10 bei Michendorf. Derzeit läuft noch eine Analyse der Wirtschaftlichkeit, die das Vorhaben unter den geänderten Prämissen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) unter die Lupe nimmt. „Die Untersuchung steht kurz vor dem Abschluss und wird mit dem Bundesverkehrsministerium abgestimmt“, sagte Petra Dribbisch, Sprecherin im Brandenburger Infrastrukturministerium. „Wir gehen davon aus, dass im Sommer die Ausschreibung für das Projekt erfolgt“, fügte sie hinzu. Mit der europaweiten Ausschreibung sollen Investoren für das in dieser Größenordnung bundesweit einmalige Pilot-Vorhaben gefunden werden.

Wie berichtet, ist an der A10 bei Michendorf, die auf acht Streifen erweitert wird, die Kombination von Lärmschutz und Solarenergie-Gewinnung geplant. Die anvisierten Schutzwände sollen mit Hilfe von Solarmodulen auf zehn Meter aufgestockt werden und so für zusätzlichen, über das gesetzliche Mindestmaß hinausgehenden Lärmschutz sorgen. „Die Herausforderung wird sein, Unternehmen zu finden, die beides können: Photovoltaikanlagen und Lärmschutzwände bauen“, sagte Andree Halpap, Sprecher der Michendorfer Bürgerinitiative „Lärmschutz-Jetzt!“. Hier müssten Firmen zusammenarbeiten, die es vorher nicht getan haben. Denkbar sei deshalb ein Firmenkonsortium, das in einer Öffentlich-Privaten-Partnerschaft die solaren Lärmschutzwände baut und betreibt. Bei einer ersten Marktsondierung im vergangenen Jahr hatten 34 potenzielle Investoren ihr Interesse bekundet.

Die Vergütungs-Kürzungen für Solarstrom im EEG (MAZ berichtete) haben inzwischen eine Umsetzung des Projektes erschwert. „Wir gehen aber davon aus, dass es auch unter den neuen Rahmenbedingungen realisierbar ist“, sagte Halpap. Eine erfolgreiche Verwirklichung des Michendorfer Modellvorhabens soll auch dazu beitragen, bundesweit Nachahmer zu finden. Dem Vernehmen nach gibt es deshalb Überlegungen, im EEG Verbesserungen für solche Projekte zu erreichen. Die Rede ist von gesonderten Regelungen für die Kombination aus Solar-Energiegewinnung und Lärmschutz, um für Unternehmen, die dieses „Neuland“ betreten, mehr Planungssicherheit zu ermöglichen. Konkrete Gespräche dazu sollen zwischen Bundesländern laufen. Sie müssen im Bundesrat noch über das EEG abstimmen. Das Land Brandenburg soll signalisiert haben, diese Grundidee mit in die Verhandlungen aufzunehmen. Möglich wäre etwa ein Bonus für solaren Lärmschutz, um die Ertragslage für Firmen zu verbessern, die beides kombinieren. Ein Vorschlag, der von der Initiative „Lärmschutz-Jetzt!“ stammt.“


 Am 04.02.2012 berichtete die MAZ über das Deckblattverfahren A10 und Rastanlage

Mehr Grün für Michendorf / geänderte Autobahnpläne liegen ab 27. Februar aus / Baubeginn an der A10 nicht vor 2013

Über folgendes wurde informiert:  „Die Planungsgesellschaft Deges, die für Bund und Land den Ausbau der A10 plant, hat auf Kritik aus Michendorf reagiert und bei der Landschaftspflege nachgebessert. Im Landschaftspflegeplan, der den Ausgleich für Eingriffe im Zuge des Ausbaus der A10 und der Raststätte Michendorf-Süd regelt, tauchen bisher vorgesehene Aufforstungen, wie im entfernten Ribbeck oder bei Thyrow, nicht mehr auf. Sie sind zugunsten „ortsnaher Maßnahmen“ gestrichen worden. Geplant ist nun unter anderem, zwischen den Michendorfer Ortsteilen Fresdorf und Wildenbruch Obstbäume zu pflanzen und bei Stücken Bäume einzusetzen. Auch ein Waldumbau auf einer Forstfläche zwischen Fresdorf und Tremsdorf hat die Deges ins Programm aufgenommen. Außerdem sollen auf Vorschlag der Gemeinde Herthasee und Dorfteich in Michendorf renaturiert werden. Die ursprüngliche Planung war vorher massiv kritisiert worden, weil ein großer Teil der Ausgleichsmaßnahmen nicht in der betroffenen Kommune erfolgen sollte. Die Initiative „Lärmschutz-Jetzt!“ begrüßt unterdessen die Neuplanungen. Leider sei die Überarbeitung aber nicht dazu genutzt worden, die Planung für die Autobahnraststätte ortsverträglicher zu gestalten, sagte Sprecher Andree Halpap. Die geänderten Pläne liegen im Rahmen eines „Deckblattverfahrens“ ab 27. Februar bis 26. März in der Michendorfer Gemeindeverwaltung aus. Es ist Bestandteil des Planfeststellungsverfahrens zum A10-Ausbau und zur Raststätten-Erweiterung. Der Planfeststellungsbeschluss, der Baurecht schafft, wird Mitte 2012 erwartet. Einen Termin für den Baubeginn wollte das Infrastrukturministerium mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht nennen. Der achtstreifige Ausbau der A10 zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam wird aber wohl nicht vor dem Frühjahr 2013 beginnen. An der Umsetzung des Photovoltaik-Projektes an der A10 wird trotz Krise in der Solarbranche weiter mit Hochdruck gearbeitet. Ziel ist es, das Vergabeverfahren zur Suche von Investoren „im Jahr 2012 in engem zeitlichen Zusammenhang mit dem Abschluss des Planfeststellungsverfahrens“ zu starten, sagte Deges-Sprecherin Etta Schulze. Wie berichtet, sollen mit Hilfe von Solar-Modulen Schutzwände erhöht und so der Lärmschutz über das gesetzliche Mindestmaß hinaus verbessert werden.“


Am 26.10.11 berichtete die MAZ über den Beschluss der Michendorfer Gemeindevertreter den Bau von zusätzlichen Lärmschutzanlagen an der A10 bei Langerwisch untersuchen zu lassen.

Ausweitung des Lärmschutzes wird geprüft

Folgendes wurde berichtet:  „Michendorfs Gemeindevertreter haben am Montag beschlossen, den Bau von zusätzlichen Lärmschutzanlagen an der A10 bei Langerwisch untersuchen zu lassen. Ergebnisse der Prüfung, für die 20 000 Euro bereit stehen, sollen bis März 2012 vorliegen. Geklärt werden muss etwa, wie viel Bau, Bepflanzung und Pflege eines Schutzwalls kosten und in welchem Maß Erlöse von aufgebauten Photovoltaikanlagen zur Refinanzierung beitragen können. Liegen die Fakten vor, stehen die Abgeordneten vor der Frage: Soll die Gemeinde in Eigenregie den solaren Lärmschutz an der A10 über das Modellprojekt des Bundes hinaus bis in den Bereich Langerwisch ausdehnen oder soll der Landesbetrieb an der Stelle einen Wald pflanzen, der als Ausgleichsmaßnahme für den Ausbau des Dreiecks Nuthetal vorgesehen ist? Laut Ralf Baumgärtel vom Büro Isu-Plan würde ein Wall mit Photovoltaikanlagen – zusammen zehn Meter hoch – den Autobahnlärm an südlich gelegenen Häusern von Alt-Langerwisch um ein bis drei Dezibel verringern. Ein Dezibel weniger sind laut Experten nicht wahrnehmbar, drei Dezibel fast eine Halbierung des Lärms, von der aber in Langerwisch nur wenige profitieren würden. „Die Euphorie, das Projekt mit links zu machen, wurde erst einmal gedämpft“, befand der künftige Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU). Jetzt stehe eine Kosten-Nutzen-Analyse an. Er stellte klar: „Ich bin weiterhin für den bestmöglichen Lärmschutz für alle Ortsteile.“ Laut Baumgärtel hat auch ein Wald lärmdämmende Wirkung, freilich noch nicht für heutige Generationen, weil er erst in 40 Jahren dicht genug wäre. Unter Abgeordneten sorgten mögliche hohe Kosten – es war von mehreren 100 000 Euro die Rede – für Ernüchterung. Laut Andree Halpap von der Initiative „Lärmschutz-Jetzt!“ besteht aber die Chance, für das Projekt Fördergeld zu beantragen.“
 

Auch die PNN berichteten am 26.10.11 über den Beschluss der Michendorfer Gemeindevertreter den Bau von zusätzlichen Lärmschutzanlagen an der A10 bei Langerwisch untersuchen zu lassen.

Lärmschutzwände: Mehr Ruhe für Kühe und Sonnenblumen?

Folgendes wurde hier berichtet: „Michendorf gibt Studie für zusätzlichen Lärmschutz an der A10 in Auftrag - auf die bereits geplanten Wände sollen Solarkollektoren mit Schallschutzfunktion installiert werden. Kritik kommt nur aus der FDP. „Es bringt sehr wohl etwas, auch wenn es die Älteren unter uns wohl nicht mehr wahrnehmen würden.“ Nach seiner Untersuchung zum zusätzlichen Lärmschutz an der A10 gab sich selbst Planer Ralf Baumgärtel nur bedingt enthusiastisch. Den Autobahnlärm in Langerwisch würde ein Wall mit aufgesetzter Solarwand an der Nordseite der A10 nur um zwei Dezibel verringern. In Wilhelmshorst würde indes kein merklicher Effekt eintreten: Dafür müssten auch die A115 sowie das Dreieck Nuthetal mit Lärmschutz versehen werden. Baumgärtel stellte seine Ergebnisse am Montagabend in der Michendorfer Gemeindevertretung vor. Auf der Sitzung wurde diskutiert, was zusätzlicher Lärmschutz an der A10 bringen würde.
Aus den Fraktionen FBL / UWG, CDU, SPD sowie Bündnis 90 / Die Grünen war ein Antrag gestellt worden, nachdem eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden soll. Kostenpunkt: 20 000 Euro. Durch eine weitere Wand „wäre ein durchgehender Lärmschutz an der A10 im Bereich der Gemeinde Michendorf erreicht“, heißt es in der Begründung. Wie berichtet, läuft zurzeit bereits ein Pilotprojekt, das die Michendorfer Initiative „Lärmschutz-Jetzt!“ in die Wege geleitet hatte und jetzt zusammen mit Land und Bund vorantreibt. Um die Anwohner im Zuge des geplanten Autobahnausbaus künftig besser vor Lärm zu schützen, sollen auf die bereits geplanten Wände Solarkollektoren mit Schallschutzfunktion installiert werden. Dadurch werden die Lärmbarrieren auf insgesamt 10 Meter erhöht. Die zusätzlichen Kosten, so die Idee, werden durch die Einspeisevergütung für den Strom gedeckt. Wenn die Gemeinde jedoch für zusätzlichen Lärmschutz sorgen will, würde diese Rechnung nicht mehr aufgehen, räumte Michendorfs Bauamtsleiter Karl-Heinz Oed ein. Er bezifferte die Kosten auf mehrere hunderttausend Euro. „Auf jeden Fall müsste es die Gemeinde finanzieren“, sagte er. Man müsse abwägen, ob eine solche Investition für ein paar Dezibel Lärmersparnis sinnvoll sei. Michendorfs Ortsvorsteher und FDP-Chef Hartmut Besch beantwortete diese Frage mit einem klaren Nein – und stimmte als einziger gegen die Machbarkeitsstudie. Denn die Situation würde sich nur für insgesamt neun Häuser verbessern, wie er betonte. „Es wird eine Lärmschutzwand für Kühe und Sonnenblumen“, erklärte er gestern gegenüber den PNN. Bei diesem geringen Effekt seien selbst 20 000 Euro für eine Vorab-Studie zu viel, so Besch. Er kündigte an, Beschwerde beim Bund der Steuerzahler einzulegen. „Denn für das Geld hätten wir anteilig eine Straße sanieren können.“ Immerhin: Nachts würden im Beelitzer Weg in Langerwisch nach Baumgärtels Berechnungen die Grenzwerte nach der A10-Erweiterung überschritten werden. Erst durch die zwei Dezibel weniger dank Lärmschutzwand würde man die zulässigen 49 Dezibel unterschreiten. Und auch für die freiwillige Lärmschutzmaßnahme würden der Kommune Fördermittel zur Verfügung stehen, wie Andree Halpap von der Lärmschutzinitiative unterstrich. Schließlich votierte eine breite Mehrheit dafür, die weitere Untersuchung in Auftrag zu geben – um erst einmal eine Grundlage für die Diskussion über den zusätzlichen Wall zu haben. Abgeordneter Peter Pilling (Linke) setzte noch durch, dass bis spätestens März Ergebnisse vorliegen sollen. Die Zeit drängt: Die für den Wall nötigen Flächen hat sich der Landesbetrieb Straßenwesen eigentlich für Ausgleichsmaßnahmen reserviert, und in Potsdam will man die Bepflanzung nicht zu lange verschieben. Für Hartmut Besch würden „Bäume als Lärmschutz“ reichen, wie er sagte.“


Am 28.09.2011 berichtete die MAZ über dieZustimmung des Hauptauschusses für die Erweiterung des Solaren Lärmschutz:

 Mehrheit will ersten Schritt wagen: Solar-Lärmschutz auch für Langerwisch

Folgendes wurde hier berichtet: „Der Michendorfer Hauptausschuss hat seine ablehnende Haltung gegen eine Erweiterung des solaren Lärmschutzes an der A10 aufgegeben und am Montag mehrheitlich empfohlen, einen ersten Schritt zur Umsetzung des Projektes zu wagen. Nun soll die Machbarkeit untersucht und Fragen wie diese geklärt werden: Wieviel Lärmschutz bringt das; was kostet das Vorhaben und wie refinanziert es sich über die Gewinnung von Solarstrom? Außerdem muss geprüft werden, welche Flächen zur Umsetzung gebraucht werden und ob die Flächeneigentümer mitziehen. Langerwischs Ortsvorsteher Wolfgang Kroll ist da guter Dinge. „Ich denke, dass wir die Landeigentümer auf unserer Seite haben, um mehr Lärmschutz auch für Langerwisch zu gewährleisten“, sagte er. Wie berichtet, hat die Initiative „Lärmschutz Jetzt“ ein Konzept vorgelegt, wie der geplante Lärmschutz mit Hilfe von Photovoltaikanlagen auch auf nördlich gelegene Bereiche an der A10 bis zum Dreieck Nuthetal ausgedehnt werden kann. Die Flächen dort befinden sich nicht mehr an dem Abschnitt, der achtspurig erweitert wird und sind nicht Bestandteil des Modellvorhabens, das im Zuge des A10-Ausbaus an zwei Teilstücken für zusätzlichen Lärmschutz in der Gemeinde Michendorf sorgen soll (MAZ berichtete). Für die Erweiterung des solaren Lärmschutzes muss deshalb die Gemeinde aktiv werden. Profitieren würden Anwohner von Langerwisch. Ob auch weiter entfernt wohnende Wilhelmshorster etwas davon haben, muss noch geprüft werden. „Es ist ein anspruchsvolles Projekt. Ich kann verstehen, dass die Gemeindevertreter genau überlegen, ob sie es machen oder nicht“, sagte Andree Halpap, Sprecher der Initiative „Lärmschutz-Jetzt!“. Er fügte hinzu: „Wenn wir es aber jetzt nicht machen, dann ist diese Chance auf Jahre verbaut.“Wie berichtet, sind für einige der benötigten Flächen an der A10 ursprünglich Ausgleichsmaßnahmen für den bereits erfolgten Ausbau des Dreiecks Nuthetal geplant. Ein Beschlussantrag, den SPD, Grüne, CDU und FBL-UWG am 24. Oktober ins Gemeindeparlament einbringen wollen, sieht deshalb vor, das Infrastrukturministerium zu bitten, die geplanten Ersatzpflanzungen für ein weiteres Jahr auszusetzen, um die Chance zu wahren, dort solaren Lärmschutz zu realisieren. Im Wortlaut des Antrags findet sich auch ein klares Bekenntnis zur Erweiterung des solaren Lärmschutzes im Bereich Langerwisch.“
 

Am 29.09.2011 berichteten auch die PNN über die Zustimmung des Hauptauschusses für die Erweiterung des Solaren Lärmschutz:

Solarwand bis Nuthetal: Michendorf will zusätzlichen Lärmschutz prüfen

Über folgendes wird informiert: “In der Gemeinde Michendorf sollen jetzt die Weichen für mehr Lärmschutz an der A10 gestellt werden. Nach einem Vorschlag der Bürgerinitiative „Lärmschutz-Jetzt!“ soll eine Untersuchung zeigen, wie die im Zuge des Autobahnausbaus ohnehin geplanten solaren Lärmschutzwände nördlich des Berliner Rings bis zum Dreieck Nuthetal verlängert werden können. Der Hauptausschuss hat sich jetzt mehrheitlich dafür ausgesprochen, nun muss nur noch die Gemeindevertretung zustimmen.Wie berichtet läuft im Zuge der A10-Erweiterung auf acht Spuren ein Modellprojekt, an dem neben der Lärmschutz-Initiative auch Land, Bund und Investoren beteiligt sind. Auf insgesamt 5500 Metern Länge sollen die gesetzlich vorgeschriebenen Lärmschutzwände von sechs auf zehn Meter erhöht werden. Die zusätzlichen Kosten sollen durch den Einbau von Sonnenkollektoren refinanziert werden. Die Idee der Initiative: Wenn der finanzielle Ertrag aus dem Sonnenstrom die Kosten deckt, könnten die Wände in östliche Richtung erweitert werden. Ein Alternativvorschlag sieht den Bau eines Walls vor, auf dem die Photovoltaik-Anlagen aufgebaut werden. Die Fraktionen von SPD, UWG, Grünen und Linken haben sich den Antrag zu Eigen gemacht und wollen ihn zur nächsten Gemeinderatssitzung einreichen. Skeptische Stimmen kamen aus der FDP: Man müsse erst einmal klären, wie wirksam die Wände sind, so Hauptausschuss-Vorsitzender Hartmut Besch. Und auch Grundstücksfragen seien noch zu klären. „Die Landwirte müssten ihre Flächen freiwillig hergeben. Zwingen werden wir sie nicht“, so Besch. Andree Halpap von der Lärmschutzinitiative hielt dagegen, dass die Flächen größtenteils bereits von der öffentlichen Hand für die Anpflanzung von Bäumen erworben worden sind. „Man würde sie uns zur Verfügung stellen“, sagte er.“


Am 03.09.2011 berichtete die PNN - Lärmschutz auch für Langerwisch

Neuer Vorschlag der Bürgerinitiative: Solarprojekt soll an der A10 erweitert werden. Rückhalt von Bürgermeisterkandidaten und Ortsbeiräten

Folgende Informationen werden gegeben: „Mehr Ruhe auch für die Bewohner von Langerwisch und Wilhelmshorst verspricht ein neuer Vorschlag der Bürgerinitiative „Lärmschutz-Jetzt!“ (BI). Sie regt an, das bereits laufende Projekt des solaren Lärmschutzes nördlich der A10 bis zum Dreieck Nuthetal fortzuführen. Für diesen Vorstoß gibt es jetzt politischen Rückhalt sowohl von den drei Michendorfer Bürgermeisterkandidaten als auch den Ortsbeiräten Langerwisch und Wilhelmshorst.

Wie berichtet wird derzeit bereits an einem Modellprojekt für die Verbindung von Photovoltaik und Lärmschutz an der Autobahn A10 im Bereich Michendorf und Wildenbruch gearbeitet. Bund, Land, Kommune und Bürgerinitiative arbeiten dabei Hand in Hand. Realisiert werden soll das Projekt im Zuge des geplanten achtstreifigen Autobahnausbaus 2013. Kern des Vorhabens ist es, die Wände durch Photovoltaikmodule auf durchgehend zehn Meter aufzustocken, dafür Investoren zu finden und auf diese Weise mehr Lärmschutz zu finanzieren. Konkret geht es bei dem Pilotprojekt darum, die geplanten Schutzwände beiderseits der A10 auf einer Länge von insgesamt 5500 Metern zu erhöhen oder sie zu erweitern. Die Finanzierung soll mit Einnahmen durch Solaranlagen an der A10 erfolgen.

Nördlich der Autobahn bis hin zum Dreieck Nuthetal bleibt jedoch eine etwa 400 Meter lange Lücke, die auf Vorschlag der Bürgerinitiative jetzt geschlossen werden soll. „Damit wäre die A10 in der Gemeinde Michendorf mit einem durchgehenden Lärmschutz versehen“, sagte Initiativensprecher Andree Halpap gestern den PNN. Für die Umsetzung werden zwei Varianten vorgeschlagen. Die solaren Lärmschutzeinrichtungen könnten entweder als ein Wall aus Recyclingmaterial mit PV-Modulen oder als Schutzwand aufgebaut werden.

Ein Wall aus Erdaushub von anderen Bauprojekten und mineralischem Material könnte mit Mutterboden abgedeckt, an der Südseite mit Photovoltaik-Modulen belegt und auf der Nordseite bepflanzt werden. Als Beispiel wird ein Projekt der Stadt Öhringen in Baden-Württemberg genannt. Dort sicherte ein Investorenmodell der Stadt eine kostengünstige Finanzierung des Lärmschutzwalls. Bei der zweiten Variante könnten weitere Solarschutzwände aufgestellt werden, wie es auch beim Pilotprojekt praktiziert werden soll, das kurz vor dem Autobahndreieck endet.

Bund und Land werden bei der vorgeschlagenen Erweiterung indes nicht die Regie übernehmen, weil es sich um einen bereits ausgebauten Autobahnabschnitt handelt. Die Gemeinde müsste deshalb die Vorplanung in Auftrag geben und das Genehmigungsverfahren regeln. Schließlich muss ein Trägermodell gefunden werden, wobei auch eine Bürgerbeteiligung denkbar wäre.

In einer ersten Beteiligung hätten sich in dieser Woche bereits die beiden Ortsbeiräte von Langerwisch und Wilhelmshorst einstimmig für die Projektidee ausgesprochen, berichtete Halpap. Gefordert wurde auch eine Aufnahme der Planungskosten in den kommunalen Haushaltsplan für das Jahr 2012 und ein Beschluss der Gemeindevertretung. Befürwortet wurde das Projekt ebenso von allen drei Kandidaten zur Michendorfer Bürgermeisterwahl am 11. September. Cornelia Jung (parteilos), Christian Maaß (SPD) und Reinhard Mirbach (CDU) erklärten auf Anfrage der BI, dass sie das Projekt zur Chefsache machen würden und es die notwendige Priorität bekäme.

Bei einer ersten Tendenzabstimmung hatte es im Hauptausschuss Mitte August indes keine Mehrheit gegeben. Laut Halpap sei dies ein voreiliges Votum ohne vorherige inhaltliche Diskussion gewesen. Die BI hoffe nun, dass das Projekt in den Fachausschüssen diskutiert und in der Gemeindevertretung entschieden wird.“

Am 03.09.2011 berichtete auch die MAZ über unser Konzept: solarer Lärmschutz für Langerwisch und Wilhelmshorst:

Rückenwind für mehr solaren Lärmschutz Alle drei Kandidaten wollen Erweiterung

Folgendes wird berichtet: „Der Vorschlag der Initiative „Lärmschutz-Jetzt!“, den geplanten solaren Lärmschutz an der A10 auf der Nordseite bis zum Dreieck Nuthetal zu erweitern, findet immer breitere Zustimmung. Die Ortsbeiräte in Langerwisch und Wilhelmshorst sprachen sich einstimmig dafür aus und forderten eine Aufnahme der Planungskosten in den Haushalt 2012.
Der Hauptausschuss hatte jüngst noch die Erweiterung abgelehnt. Langerwischs Ortsvorsteher Wolfgang Kroll hat aber auch dort ein Umdenken ausgemacht: „Ich bin felsenfest überzeugt, dass sich in der Gemeindevertretung eine Mehrheit dafür finden wird.“
Auch die drei Bürgermeister-Kandidaten – Cornelia Jung (parteilos), Christian Maaß (SPD) und Reinhard Mirbach (CDU-FBL-UWG) – stellen sich hinter das Konzept. Sie waren von der Lärmschutz-Initiative dazu schriftlich befragt worden und sagten allesamt ihre Unterstützung zu.
Wie berichtet, hat die Initiative „Lärmschutz Jetzt“ ein Konzept vorgelegt, wie der geplante Lärmschutz mit Hilfe von Photovoltaikanlagen auch auf nördlich gelegene Bereiche am bereits ausgebauten Autobahndreieck Nuthetal ausgedehnt werden kann. Die Flächen dort befinden sich nicht mehr in dem Abschnitt der A10, der achtspurig ausgebaut wird und sind nicht Bestandteil des Modellvorhabens, das im Zuge des A10-Ausbaus an zwei Autobahnabschnitten
für zusätzlichen Lärmschutz in der Gemeinde Michendorf sorgen soll (MAZ berichtete).
Deshalb müsste für die nördlich gelegenen Abschnitte im Bereich des Dreiecks Nuthetal die Kommune aktiv werden. Profitieren würden davon die Anwohner von Langerwisch und Teile von Wilhelmshorst.
Für die Umsetzung schlägt die Initiative vor, zwei Varianten näher zu untersuchen: Die solaren Lärmschutzeinrichtungen könnten entweder als Recyclingwall mit Solar-Modulen oder als solare Lärmschutzwand aufgebaut werden. „Die Projektidee kann nur dann realistisch weiter verfolgt werden, wenn die Gemeinde eine entsprechende Vorplanung in Auftrag gibt und die Klärung der Genehmigungsverfahren übernimmt“, sagte Initiativen-Sprecher Andree Halpap, der hinzufügte: „Wir sind uns bewusst, dass unser Vorschlag sehr anspruchsvoll ist und die Gemeinde damit neue Wege gehen müsste.“ Er sieht darin aber eine einmalige Chance, um auch für Langerwisch und Teile von Wilhelmshorst, die Lärmsituation zu verbessern. „Dann wäre zumindest in der Gemeinde Michendorf ein weitgehend durchgehender Lärmschutz an der A10 vom Dreieck Nuthetal bis Michendorf-West erreicht.““


Am 18.08.2011 berichtete die MAZ über unser Konzept Solarer Lärmschutz für Langerwisch und Wilhelmshorst:

Recycling-Wall für Alt-Langerwisch Initiative schlägt Erweiterung des solaren Lärmschutzes vor / Gemeinde müsste Regie übernehmen

Folgendes wurde berichtet: „Die Initiative „Lärmschutz-Jetzt!“ wirbt unter den Michendorfer Gemeindevertretern dafür, den geplanten solaren Lärmschutz an der A10 unter Regie der Kommune auch auf nördlich gelegene Bereiche am bereits ausgebauten Autobahndreieck Nuthetal auszudehnen. Die Flächen dort befinden sich nicht mehr in dem Abschnitt der A10, der achtspurig ausgebaut wird. Sie wurden aus dem offiziellen Photovoltaik-Projekt herausgelöst, das als Modellvorhaben im Zuge des A10-Ausbaus an zwei Autobahnabschnitten für zusätzlichen Lärmschutz in der Gemeinde Michendorf sorgen soll (MAZ berichtete). Deshalb müsste für die nördlich gelegenen Abschnitte 3 und 4 in der Nähe des Autobahndreiecks Nuthetal die Kommune die Regie übernehmen.

Die Lärmschutzinitiative hat nun den Gemeindevertretern und Ortsbeiräten ein Konzept vorgelegt, wie die Erweiterung um die Abschnitte 3 und 4 umgesetzt und damit der Lärmschutz auf der Nordseite verbessert werden könnte. „Profitieren würde vor allem Alt-Langerwisch“, sagt Andree Halpap, Sprecher der Initiative.

Allerdings ist von einer Erweiterung auch eine Teilfläche betroffen, die für Ausgleichsmaßnahmen für den bereits abgeschlossenen Ausbau des Dreiecks Nuthetal vorgesehen ist. Dort soll eigentlich ein kleiner Streifen Wald gepflanzt werden.

Ein Teil der Fläche würde aber für die zusätzlichen Solarwände gebraucht. Der Landesbetrieb Straßenwesen stellte deshalb die Ersatzpflanzungen zunächst zurück und wartet nun eine Entscheidung der Kommune ab. Die Gemeinde Michendorf hatte im Planfeststellungsverfahren zum Ausbau des Dreiecks Nuthetal die Pflanzung des Wäldchens als Lärm- und Sichtschutz ausdrücklich gefordert. „Da der Lärmschutz für unsere Gemeinde aber aus unserer Sicht ein besonders hohes Gut ist, würden wir eine Erweiterung des solaren Lärmschutzes unter aktiver Mitwirkung der Gemeinde sehr befürworten“, so Halpap.

Eine Mehrheit im Hauptausschuss hat am Montagabend die vorgeschlagene Erweiterung allerdings nicht empfohlen. „Die geplanten Ausgleichsmaßnahmen haben wir sicher“, sagte Hauptausschussvorsitzender Hartmut Besch (FDP). Zudem sei unklar, welche Lärmschutzeffekte im Bereich des Dreiecks Nuthetal entstehen, so Besch. Bei hohen Schutzwänden könne es sein, dass der Lärm sich dahinter wieder senke und er in einem weiter entfernten Wohnbereich zu spüren wäre, sagte er. Die Gemeinde müsste zudem in Vorplanung gehen und dafür 20 000 Euro aufbringen.

Entscheidendes Gremium ist die Gemeindevertretung. „Wir hoffen, dass sich die Abgeordneten intensiv mit unserer Projektskizze auseinandersetzen und sich die Gemeindevertretung im Zuge der Beratungen doch noch positiv dazu positionieren wird“, sagte Initiativen-Sprecher Andree Halpap. „Bis Ende des Jahres sollte sich die Gemeindevertretung entschieden haben.“

Laut Halpap könnte der solare Lärmschutz in den besagten Abschnitten 3 und 4 mit Hilfe einer neuen, kostengünstigen Variante realisiert werden. Demnach wäre es möglich, einen Wall aus Recyclingmaterial – zum Beispiel Aushub von anderen Bauprojekten – aufzuschütten. Der Wall wäre dann mit Mutterboden abzudecken und könnte auf der Südseite mit Photovoltaikanlagen belegt und auf der Nordseite bepflanzt werden. Diese Variante wurde durch das Büro „Morgenthaler Ingenieure“ bereits in Baden-Württemberg entwickelt. Laut dem Büro kann der Wall bei einer Materialanlieferung von Baustellen aus einem Umkreis von etwa 100 Kilometern kostenfrei aufgeschüttet werden. Nach dem Konzept der Michendorfer Lärmschutzinitiative soll der nördliche Wall aus Recycling-Material die Maße des bereits vorhandenen Walls auf der Südseite haben, der Wildenbruch vor Lärm schützt. Der südliche Wall ist Bestandteil des offiziellen Solar-Modellprojektes und soll mittels Photovoltaikmodulen von sechs auf zehn Metern aufgestockt werden.

Die Initiative „Lärmschutz-Jetzt“ schlägt vor, den Wall im Norden, der unter der Regie der Kommune gebaut werden würde, ebenfalls auf diese Höhe zu bringen.“


 MAZ 03.08.2011: Wicklein begrüßt solaren Lärmschutz


Folgende kurze Information wurde gegeben: Die Brandenburger SPD Bundestagsabgeordnete Andrea Wicklein hat den Plan begrüßt, an der A10 bei Michendorf mit Hilfe von Photovoltaikanlagen für mehr Lärmschutz zu sorgen. „Der solare Lärmschutz in Michendorf sollte bundesweit Schule machen. Über Parteigrenzen hinweg haben Bürger, Politik und Verwaltungen einem Strang gezogen“ sagte Wicklein. Gewinner seien vor allem die Menschen, die entlang de A10 wohnen. Sie sei sich sicher, dass dieses Projekt große Beachtung finden werde. „Nicht nur wegen der modernen Technologie, sondern wegen der frühzeitigen Einbeziehung der von Lärm betroffenen Menschen“.


Am 02.08.2011 berichtete die MAZ über die Pressekonferenz des Infrastrukturministeriums zum A10 Ausbau:


Zehn Meter hohe Lärmschutzwände geplant Photovoltaikprojekt an A10 soll Michendorfer entlasten / An einigen Häusern halbiert sich Autokrach

Folgendes wurde berichtet: „Eine Realisierung des Photovoltaik-Projektes an der A10 wird die Anwohner des vielbefahrenen Autobahnabschnittes bei Michendorf deutlich von Lärm entlasten. Geplant ist jetzt, die dort anvisierten Lärmschutzwände mit Hilfe von Solar-Modulen fast durchgehend auf zehn Meter aufzustocken. „Damit wird das Hauptziel erreicht: An jeder Lärmschutzwand auf der Nord- und Südseite werden die Lärmwerte geringer sein als nach bisherigen Planungen“, sagte Karl Kleinhanß von der Planungsgesellschaft Deges gestern bei einem Pressegespräch, zu dem Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) und Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, eingeladen hatten.
Laut Kleinhanß haben auf zehn Meter erhöhte Wände den Effekt, dass sich der Lärm dahinter um zwei bis drei Dezibel verringert. „An einigen Häuserfronten sind es sogar bis zu fünf Dezibel weniger, was fast eine Halbierung des Lärms wäre“, sagte Andree Halpap, Sprecher der Michendorfer Bürgerinitiative „Lärmschutz Jetzt!“.
Auch die Wildenbrucher würden profitieren. Der vorhandene Lärmschutzwall hinter dem Autobahndreieck Nuthetal, der Wildenbruch schützt, soll mit einbezogen werden und durch den Aufbau der Photovoltaikanlagen von derzeit sechs auf ebenfalls zehn Meter anwachsen.
Neu ist zudem, dass dieses bundesweit einmalige Pilotprojekt, bei dem der Einsatz von Photovoltaikanlagen für besseren, über das gesetzliche Mindestmaß hinausgehenden Lärmschutz sorgen soll, Bestandteil des Planfeststellungsverfahrens zum Ausbau der A10 wird, die zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam von sechs auf acht Spuren erweitert wird. Damit muss für das Photovoltaikprojekt kein Extra-Verfahren mit neuen Fristen in Gang gesetzt werden. Vogelsänger rechnet damit, dass der Planfeststellungsbeschluss, der Baurecht schafft, voraussichtlich Mitte 2012 vorliegt. Ziel sei es, den Ausbau der A10 samt der Umsetzung des Photovoltaikprojektes 2013 zu beginnen. Vorher soll über ein europaweites Ausschreibungsverfahren ein Investor
für das Solar-Projekt gefunden werden, das ein Investitionsvolumen von über 20 Millionen Euro hat. Bei einer ersten Marktsondierung bekundeten 34 potenzielle Partner ihr Interesse. „Die Befragung hat gezeigt, dass vor allem die Solarindustrie ein großes Interesse an dem Michendorfer Modellvorhaben hat und an der Wirtschaftlichkeit grundsätzlich nicht gezweifelt wird. Wir sind auf einem guten Weg, Vorreiter für ein Projekt zu werden, von dem Bürger, Investoren und Steuerzahler gleichermaßen profitieren und das an vielen Orten in der Bundesrepublik Nachahmer finden könnte“, so Vogelsänger. Bomba, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, sprach von einem Milliarden-Markt für die Solarindustrie, die intelligente Konstruktionen entwickeln soll, die an den Verkehrswegen Lärmschutz und alternative Energiegewinnung gleichermaßen ermöglichen. Außergewöhnlich ist das Vorhaben aber auch noch aus einem anderen Grund: Das Konzept vom „solaren Lärmschutz“ ist lange vor Abschluss des Planfeststellungsverfahren entstanden, und das im Zusammenwirken von Planern und Politik mit der Michendorfer Bürgerinitiative und der Kommune. „Bürgerbeteiligung muss nicht heißen, dass Projekte verzögert oder behindert werden“, sagte Halpap.“

In einem weiteren Artikel wird über die Innovation von der Verbindung
Photovoltaik und Lärmschutz berichtet:


Strom von der Straße Lärmschutzwände aus Solarmodulen sollen in der Mark Energie produzieren

Es wurde über folgendes informiert: „Vielleicht sieht die Zukunft des Lärmschutzes an deutschen Autobahnen blau aus. Statt der grauen Mauern, die heute noch vielerorts an Straßenrändern stehen, könnten dort künftig Wände aus Solar-Modulen in der Sonne strahlen. In Brandenburg beginnt diese Zukunft vielleicht schon 2013.
Beim Ausbau des südlichen Berliner Rings zwischen den Autobahndreiecken Potsdam und Nuthetal will das Land auf rund neun Kilometern Solartechnik mit Lärmschutz verbinden. Die Photovoltaikmodule sollen dabei nicht einfach auf konventionelle Lärmschutzwände montiert werden. Sie sollen so eng aneinander stehen, dass sie, wie eine Glasplatte, selbst Geräusche abschirmen. Das Pilotprojekt „Photovoltaik plus Lärmschutz“ werde in das Planfeststellungsverfahren zum A10-Ausbau aufgenommen, sagte Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD) gestern in Potsdam. Er hofft, dass die Mark damit ihre Vorreiterrolle bei erneuerbaren Energien hält und neue Wege im Straßenbau geht.
Das Potenzial des Projektes erscheint riesig. Es könnte dem Bund, der für Deutschlands Autobahnen zuständig ist, Millionen sparen. Es könnte lärmgeplagte Anwohner entlasten und obendrein die Wirtschaft ankurbeln.
Möglich ist all das, weil das Konzept vorsieht, dass Investoren dem Bund zunächst Teile der Kosten für den Bau der Lärmschutzwände abnehmen. Sie sollen die Solarwände aufbauen und betreiben. Im Falle Michendorfs rechnet das Verkehrsministerium dafür zunächst mit Kosten von mehr als 20 Millionen Euro. Durch ihr Engagement erwerben die Investoren aber das Recht, den Strom, den die Solaranlagen erzeugen, zu verkaufen. Allein an dem Stück des südlichen Berliner Ringes könnten es 7,5 Megawatt pro Jahr sein – genug für rund 7500 Menschen. Und Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, erinnerte gestern an die vielen Kilometer Lärmschutzwände, die es noch anderswo an deutschen Autobahnen gebe. „Das ist ein millionenschweres Geschäft“, sagte er. Ein Geschäft, von dem auch die 5000 Mitarbeiter der Solarbranche in Brandenburg profitieren könnten.
Um ausreichend Abnehmer für die Energie muss sich die Wirtschaft nach dem Aus für Atomstrom kaum sorgen. Zudem dürfte die Nachfrage nach Energie in Autobahnnähe besonders wachsen. Die Bundesregierung will, dass 2020 rund eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sind. Die können bisher voll aufgeladen kaum 200 Kilometer weit fahren. Elektroautos werden also auf ein engmaschiges Netz aus Stromtankstellen angewiesen sein. Eine Quelle könnten die solaren Lärmschutzwände sein.
Für Anwohner wie die Michendorfer könnte die Technologie vor allem einen Vorteil haben: Nach Angaben der Arbeitsgruppe, die das Projekt in Brandenburg betreut, halten die solaren Lärmschutzwände mehr Geräusche ab als ihre konventionellen Vorgänger. Wohl auch aus diesem Grund hat das Projekt den Rückhalt in der Bevölkerung. Die Michendorfer Bürgerinitiative „Lärmschutz Jetzt!“ war von Anfang an, an der Planung des Projektes beteiligt. Die Initiative hofft, dass der Bau der Anlagen möglichst schnell beginnt.
Beim Landesverkehrsministerium rechnet man 2013 mit den ersten Arbeiten. Entscheidend ist, ob sich ein geeigneter Investor für das Projekt finden lässt. Wegen des hohen Investitionsvolumens ist eine europaweite Ausschreibung geplant. Bisher haben laut Ministerium mehr als 30 Investoren Interesse an dem Vorhaben gezeigt. Laut Minister Vogelsänger gibt es in der Branche kaum Zweifel an der Wirtschaftlichkeit.“

 

Die PNN berichteten am 02.08.2011 auch über die Pressekonferenz des Infrastrukturministeriums zum A 10 Ausbau: Leuchtturm-Projekt an der Autobahn

Photovoltaik an Autobahnen: Rainer Bomba (CDU), Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, spricht bereits von einem „milliardenschweren Markt“.

Investorenmodell für solaren Lärmschutz bei Michendorf wird erarbeitet / Baubeginn 2013

Hier wird folgendes berichtet: „Mit dem Konzept des „Solaren Lärmschutzes“ an der A10 könnte Michendorf bald deutschlandweit für Aufsehen sorgen. „Wenn es hier funktioniert, wird das zu einem Beispiel auch für andere Bundesländer“, sagte Rainer Bomba (CDU), Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, gestern in Potsdam. Im Zuge des Atom-Ausstieges gewinne diese Idee an Gewicht, und auch im Hinblick auf die künftig steigende Bedeutung von Elektro-Automobilen sei die Stromgewinnung direkt an der Autobahn sinnvoll. Erklärtes Ziel des Bundes sei es, dass bis 2020 mindestens eine Million strombetriebener Fahrzeuge über deutsche Straßen rollt, sagte er.

Das Landesverkehrsministerium hatte gestern zu einer Pressekonferenz eingeladen, um über den aktuellen Stand des Projektes zu berichten – und zu erläutern, wie aus Protest Innovation werden kann. Wie berichtet soll die A10 zwischen den Dreiecken Potsdam und Nuthetal ab 2013 von sechs auf acht Spuren erweitert werden. „Mit 90 000 Fahrzeugen am Tag ist es die meistbefahrene Strecke Deutschlands“, so Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD) gestern, an einem Ausbau werde man also nicht vorbeikommen. Die Kosten für diesen letzten Teil des „Verkehrsprojektes Deutsche Einheit 11“, für das der Bund verantwortlich ist, welches das Land aber genehmigen muss, bezifferte er auf 124 Millionen Euro. Darin enthalten sind aber nur die gesetzlich vorgeschriebenen Lärmschutz-Maßnahmen.
Die Michendorfer Bürgerinitiative „Lärmschutz jetzt!“ hatte von Anfang an gefordert, mehr zu tun. Neben dem erfolgreichen Drängen auf den Einbau des so genannten „Flüsterasphalts“ wurde auch die Idee des solaren Lärmschutzes geboren, die nun immer mehr Gestalt annimmt. 34 mögliche Investoren hätten sich bereits gemeldet, mit einigen von ihnen arbeite man zurzeit an einem „Investorenmodell“, erklärte Karl Kleinhanß von der ausführenden Deges GmbH. Die große Herausforderung ist es, die Sonnenkollektoren nicht nur auf herkömmliche Lärmschutzwände aufzubauen, sondern sie selbst als wirkungsvolle Lärmbarriere zu nutzen. „Wir brauchen keine neuen Flächen, und der Lärmschutz wird so für alle günstiger“, erläuterte er die Vorteile. Geplant ist der Bau der solaren Lärmschutzwände auf insgesamt 5500 Meter in der Ortslage Michendorf. Zusätzlich soll auf der Ostseite ein 1500 Meter langer Lärmschutzwall mit einer Photovoltaik-Anlage bestückt werden. Gesamtleistung: 7,5 Megawatt. Damit könnte man eine Kleinstadt versorgen.
„Wir haben etwas Neues erfolgreich probiert“, sagte Initiativen-Sprecher Andree Halpap, und dafür hätten Landes- und Bundespolitik sehr gut zusammengewirkt – über alle Parteigrenzen hinweg. „Bürgerbeteiligung muss nicht heißen, dass man Projekte verzögert oder verhindert“, unterstrich Halpap, sie brauche aber neue Wege. Der Unterschied zum umstrittenen Bahnprojekt „Stuttgart 21“: In Michendorf seien die Bürger früher am Ball gewesen, lange vor dem Planfeststellungsbeschluss.
Der soll Mitte des kommenden Jahres gefasst werden, damit ab 2013 die Bagger rollen können. Da das Solar-Projekt Teil der aktuellen Entwürfe ist und parallel umgesetzt werden soll, sei allen Seiten an einem baldigen Beschluss gelegen, hieß es gestern. Am 23. August startet erst einmal die Anhörung der betroffenen Bürger in Michendorf. Die hatten insgesamt 1200 Eingaben zum A10-Ausbau geschrieben. Teil der Forderungen war auch, den Flüsterasphalt über die Ortslage Michendorf hinaus bis zum Dreieck Potsdam zu erweitern. „Mit Rücksicht auf die Anwohner der Gemeinde Schwielowsee halten auch wir daran fest“, so Initiativen-Sprecher Halpap. Dies allerdings werde nicht möglich sein, hieß es gestern von der Landesseite, da die Instandhaltung sehr aufwendig sei und eine Erweiterung der „Flüsterstrecke“ weit über die gesetzlichen Forderungen hinausgehe, so Hans-Reinhard Reuter, Vorstandschef des Landesbetriebes Straßenwesen.“


Am 22.07.2011 berichteten die PNN über das bevorstehende Anhörungsverfahren A10-Ausbau: Einladung an Betroffene

Folgendes wurde berichtet: „Für das Anhörungsverfahren zum geplanten A10-Ausbau bei Michendorf sollen alle Betroffenen, die Einwände eingereicht haben, demnächst persönlich eingeladen werden. Das teilte das Landesamt für Bauen und Verkehr (LBV) als zuständige Anhörungsbehörde gestern den PNN auf Anfrage mit. Die Schreiben sollen voraussichtlich in der kommenden Woche verschickt werden. Zudem bestätigte das Landesamt, dass etwa 1200 Einwände eingegangen sind. Jeder Einreicher hat das Recht, persönlich gehört zu werden. Die Bürgerinitiative „Lärmschutz Jetzt!“ hat den Einwohnern dabei Unterstützung angeboten.
Die Anhörung soll im Michendorfer Gemeindezentrum „Zum Apfelbaum“ erfolgen. Das Landesamt hat dafür insgesamt acht Tage in der Zeit vom 23. August bis zum 8. September eingeplant. Für jeweils dienstags, mittwochs und donnerstags werden die Betroffenen in alphabetischer Reihenfolge dazu ab 10 Uhr eingeladen. Zuvor gibt es am 18. August einen gesonderten Termin für Einwohner, deren Grundstücke von dem Ausbau betroffen sind.
Wie berichtet soll der bisher sechsstreifige Autobahnabschnitt zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam ab 2012 achtstreifig ausgebaut werden. Geplant sind umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen.“


Am 13.07.2011 berichtete die MAZ über das bevorstehende Anhörungsverfahren: Ausbau der A10 soll 2012 beginnen / Anhörungsmarathon in Michendorf / Einwendungen werden vorher über acht Tage erörtert

Über folgendes wurde informiert: „ Das Planfeststellungsverfahren zum achtstreifigen Ausbau der A10 geht in die letzte Runde. Die Anhörung Betroffener soll in der Zeit vom 23. August bis 8. September erfolgen. Die zuständige Anhörungsbehörde hat für Michendorf acht Tage eingeplant, um mit Betroffenen die Einwendungen zu erörtern. Der Anhörungsmarathon jeweils Dienstag, Mittwoch und Donnerstag ab 10 Uhr im Gemeindezentrum „Apfelbaum“ ist notwendig, weil jeder Einwender das Recht hat, noch einmal mit seinen Argumenten gehört zu werden. Insgesamt sollen etwa 1200 Anliegen eingegangen sein.
Der Planfeststellungsbeschluss, der Baurecht schafft, wird Ende 2011 erwartet. Baubeginn ist für 2012 geplant. Wie berichtet, wird die A10 zwischen den Autobahndreiecken Potsdam und Nuthetal von sechs auf acht Spuren erweitert. Die Strecke ist der meistbefahrene Autobahnabschnitt Brandenburgs. Aktuell rollen knapp 90.000 Fahrzeuge pro Tag über dieses Teilstück. Verkehrsplaner rechnen für das Jahr 2025 mit bis zu 126.000 Autos pro Tag.
Laut Planungsgesellschaft Deges kostet der Ausbau 118 Millionen Euro. Im Unterschied zu anderen Großprojekten hatten beim A10-Vorhaben Bürgerinitiative, Planer und Politiker schon im Vorfeld und gemeinsam um Verbesserungen gerungen. Insbesondere dank des geschickten Agierens der Michendorfer Initiative „Lärmschutz Jetzt!“ sind bemerkenswerte Verbesserungen beim Lärmschutz erreicht worden.
So wird die A10 bei Michendorf der erste Autobahnabschnitt Brandenburgs, bei dem so genannter Flüsterasphalt eingesetzt wird. Die ursprünglichen Ausbaupläne sahen das nicht vor. Nach Angaben der Lärmschutzinitiative sorgt dieser geräuscharme Fahrbahnbelag dafür, dass sich für etwa 3000 Einwohner in der Gemeinde Michendorf die Lärmbelastung verringern wird. Zwar sollen im Gegenzug für das Ja des Bundes zum Flüsterasphalt, die geplanten Lärmschutzwände verkleinert werden, die Reduzierung soll aber über ein Photovoltaik-Projekt komplett aufgefangen werden.
Geplant ist, dass Photovoltaikanlagen an Lärmschutzeinrichtungen sowohl selbst zur Geräuschdämmung beitragen, als auch das Geld einspielen, um zusätzlichen, über das gesetzliche Mindestmaß hinausgehenden Lärmschutz zu finanzieren.
Der Beirat, der an der Umsetzung des Solar-Projektes arbeitet, trifft sich am 8. August, um letzte technische Details zu klären, sagte Andree Halpap, Sprecher der Lärmschutzinitiative. Er geht davon aus, dass sich alle Beteiligten einigen werden und danach nur noch eine Hürde zu nehmen ist: Ein Investor muss gefunden werden. „Wir sind aber optimistisch, dass auch das klappt“, so Halpap.
Bei einer ersten Marktsondierung hatten 34 potenzielle Partner Interesse bekundet. Der Investor soll über eine Ausschreibung gefunden werden. Eine Umsetzung des Projektes würde 25 Millionen Euro kosten. Die Initiative „Lärmschutz Jetzt!“ will nun auch im Anhörungsverfahren „für das werben, was wir verhandelt haben“, sagte Halpap. Die Initiative bietet zudem Betroffenen an, sie bei der Anhörung fachlich zu begleiten. Und: „Wir haben ein Interesse daran, dass es zügig einen Planfeststellungsbeschluss geben wird und damit auch Planungssicherheit in Sachen Solarwände“, sagte Halpap.“


 Am 29.06 2011 berichtete die MAZ über die Michendorfer Gemeindevertretung: Parlament schickt eigenen Vertreter

Folgende Information wurde gegeben: „Die Michendorfer Gemeindevertretung entsendet ihren Vorsitzenden Reinhard Mirbach (CDU) in den Beirat, der an der Umsetzung des Photovoltaik-Projektes an der A10 arbeitet. Das haben die Abgeordneten einstimmig beschlossen. Die Planungsgesellschaft Deges hatte zuvor angeboten, einen Vertreter aus dem Gemeindeparlament in dem Gremium aufzunehmen, weil Bürgermeisterin Cornelia Jung seit einiger Zeit erkrankt ist und Abgeordnete sich nicht ausreichend über das Geschehen im Beirat informiert fühlten. Der Vorschlag, Mirbach zu entsenden, kam von Hartmut Besch (FDP).“


Am 28.05.2011 berichteten PNN und MAZ über die Sondersitzung
des Michendorfer Planungs- und Bauausschusses

PNN: Lärmschutz für alle in Michendorf: Bürgerinitiative zeigt sich mit Angebot zufrieden

Über folgendes wurde informiert: „Auf einer Sondersitzung des Michendorfer Planungs- und Bauausschusses haben am Donnerstag Vertreter der Fernstraßenbau-GmbH Deges und des Landesbetriebes Straßenwesen den aktuellen Planungsstand zum Projekt „Photovoltaik plus Lärmschutz“ an der Autobahn A10 vorgestellt. „Die Diskussion im Bauausschuss hat sehr deutlich gezeigt, welche großen Chancen das Projekt für Michendorf hat“, sagte Andree Halpap von der „AG Lärmschutz-Jetzt!“. Mit den solaren Lärmschutzwänden könnte es für alle Anwohner im Bereich der Autobahn deutlich leiser werden.

Die Idee zu dem in Brandenburg bislang einmaligen Projekt kam von der AG Lärmschutz-Jetzt!(PNN berichteten). Durch Einnahmen aus den Solaranlagen soll der verbesserte Lärmschutz finanziert werden, das Pilotprojekt wird vom Land unterstützt. Damit habe man nun das gemeinsame Ziel erreicht: mehr Lärmschutz beim Autobahnausbau für alle, so Halpap.

Ob auch im Bereich des schon ausgebauten Autobahndreieckes Nuthetal Verbesserungen im Lärmschutz, insbesondere für Langerwisch und Wilhelmshorst, umgesetzt werden, hängt nun von der Gemeindevertretung ab. Landesbetrieb und Deges haben ihre Unterstützung angeboten. Die Gemeinde müsse sich aber um Investoren bemühen und die planungs- und baurechtlichen Voraussetzungen schaffen, so Halpap. Die Gemeinde muss sich zudem bald entscheiden, ob sie entlang des Autobahndreiecks auf die geplante Aufforstung verzichtet und so dem solaren Lärmschutz Vorrang einräumt.

In der Diskussion konnten einige Bedenken der Anwohner ausgeräumt werden. So können etwa durch transparente Photovoltaikmodule Verschattungen bei direkt an den Lärmschutzwänden liegenden Wohnhäusern vermieden werden. Die nach derzeitigem Planungsstand auftretenden Grenzwertüberschreitungen könnten durch die solaren Lärmschutzwände vermieden werden – deren Wirkung wird von der Deges derzeit berechnet. Von Photovoltaikanlagen auf Freiflächen entlang der Autobahn wollen Deges und Landesbetrieb absehen.“

MAZ: Mirbach soll in den Beirat des Solar-Projektes

Hier wird folgende Information gegeben: „Das Gemeindeparlament in Michendorf kann einen Vertreter in den Beirat entsenden, der an der Umsetzung des Photovoltaik-Projekts an der A10 arbeitet. Ein entsprechendes Angebot unterbreiteten Planungsgesellschaft Deges und Landesbetrieb Straßenwesen am Donnerstag bei einer Sondersitzung des Bauausschusses.

Deges-Vertreter hatten dort den aktuellen Planungsstand vorgestellt. Mit der Entsendung eines Abgeordneten soll der direkte Informationsfluss ins kommunale Parlament ermöglicht werden. Zuvor hatten Abgeordnete kritisiert, sie seien nicht ausreichend über das Geschehen im Beirat informiert worden. Im Gespräch ist, dass der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Reinhard Mirbach (CDU), den zusätzlichen Sitz einnimmt. Er hat bereits seine Bereitschaft erklärt und will nun mit allen Fraktionen reden. Die Entscheidung trifft der Hauptausschuss.

In der Debatte konnten auch einige Bedenken ausgeräumt werden, sagte Andree Halpap von der Lärmschutz-initiative. So werde kein Wald für den solaren Lärmschutz in Anspruch genommen. Mögliche Photovoltaikanlagen auf Freiflächen entlang der Autobahn seien nicht mehr Projektbestandteil. Eine mögliche Nutzung von Aufforstungsflächen am nördlichen Autobahnrand des Dreiecks Nuthetal für Solaranlagen könne durch die Gemeinde entschieden werden, sagte Halpap. Die Kommune müsse aber bald entscheiden, ob sie an dieser Stelle dem solaren Lärmschutz Vorrang gegenüber den dort vorgesehenen Aufforstungen einräumt. „Wir als Lärmschutzinitiative würden das begrüßen.“

An der achtspurig geplanten A10 sollen Photovoltaikanlagen sowohl selbst zur Geräuschdämmung beitragen als auch das Geld einspielen, um zusätzlichen Lärmschutz zu finanzieren. Das Vorhaben wird auch unter Abgeordneten begrüßt. „Wenn man von Energiewende redet, muss man sie auch umsetzen“, so Mirbach.“


Am 07.05.2011 berichtete die MAZ über die Bürgerversammlung
vom 04.05.2011

3000 Leute profitieren vom Lärmschutz

Über folgendes wurde informiert: „Die Akteure der Initiative „Lärmschutz-Jetzt!“ haben die überarbeiteten Pläne für den Ausbau der A10 genauer unter die Lupe genommen und ihre Erkenntnisse jetzt in einer Bürgerversammlung vorgestellt. Allgemein begrüßt wird der nun vorgesehene Flüsterasphalt auf dem östlichen Abschnitt der A10, die zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam auf acht Spuren erweitert werden soll. Nach Angaben der Initiative sorgt dieser Fahrbahnbelag dafür, dass sich die Lärmbelastung für etwa 3000 Einwohner verringern wird. Nur an einigen Häusern, in der „Feldstraße“, „An der Autobahn“ und im „Am Upstall“ im Ortsteil Michendorf, wird die Lärmmindernde Wirkung zunichte gemacht, weil sich die Höhe der Lärmschutzwände reduziert, um die Mehrkosten für den teuren Straßenbelag abzufedern (MAZ berichtete). Allerdings ist in der Rechnung das vorgesehene Solar-Projekt nicht berücksichtigt. Bei einer Realisierung würden Photovoltaikanlagen an Lärmschutzeinrichtungen sowohl selbst zur Geräuschdämmung beitragen als auch Geld einspielen, um zusätzlichen Lärmschutz zu finanzieren. Die Vorteile des zugesagten Flüsterasphalts sollen langfristig gesichert werden. Vor etwa 150 Bürgern formulierten die Akteure der Lärmschutzinitiative sechs zentrale Forderungen, die im Planfeststellungsverfahren zum A10 Ausbau geltend gemacht werden sollen. Sie wollen unter anderem durchsetzten, dass die Mindestlärmminderung um fünf Dezibel durch den Flüsterasphalt langfristig und verbindlich im Planfeststellungsbeschluss festgeschrieben wird. Um das sicherzustellen, soll der Belag minimal alle sechs Jahre erneuert werden. Hintergrund: Die lärmmindernde Wirkung nimmt im laufe der Zeit ab – je höher die Verkehrsdichte, umso schneller passiert das. Die A10 zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam ist der meistbefahrene Abschnitt im Land Brandenburg. Den Akteuren der Lärmschutzinitiative währe es am liebsten, wenn an diesem A10 Abschnitt komplett Flüsterasphalt eingesetzt wird, damit auch Ferch und die Erholungsgebiete am Lienewitzsee von der Lärmminderung profitieren. Derzeit ist der Einsatz des Belages nur auf dem östlichen Abschnitt vorgesehen. Die Ausbaupläne liegen bis 10. Mai öffentlich aus. Bis 24. Mai sind Einwendungen möglich.“


Am 06.05.2011 berichtete die MAZ darüber, dass das Pv-Projekt an der A10 bei Michendorf mit Bestandteil des Leuchtturmprojektes „Photovoltaik an Bundesfernstraßen“ werden soll

MAZ: Rückenwind vom Bund Solar-Konzept für A10 soll offiziell den Rang eines Pilotprojektes erhalten

Folgendes wird berichtet: „Das Solar-Projekt an der A10 bei Michendorf bekommt jetzt auch Rückenwind vom Bund. Der Plan, mit Hilfe von Photovoltaikanlagen für zusätzlichen Lärmschutz zu sorgen, ist in der Bedeutung aufgestiegen und soll nun als ein Pilotvorhaben Bestandteil des sogenannten Leuchtturmprojektes „Photovoltaik an Bundesfernstraßen“ des Bundesverkehrsministeriums werden. Voraussetzung ist freilich eine Umsetzung des Vorhabens, wie eine Sprecherin des Bundesministeriums betonte.

„Nach unserer Kenntnis gibt es derzeit kein vergleichbares Projekt, bei dem in diesen Größenordnungen mit Photovoltaikanlagen Lärmschutz über das gesetzliche Mindestmaß hinaus finanziert werden soll“, sagte Kai Dietrich, Sprecher des Brandenburger Infrastrukturministeriums. Die Beteiligten erhoffen sich Erkenntnisse darüber, ob dieser Weg auch woanders in der Bundesrepublik gegangen werden kann. „In Zusammenarbeit mit dem Bund wollen wir in Brandenburg die ersten sein und zwar so, dass es Nachahmer woanders finden kann“, so Dietrich.

Wie berichtet, sollen an der achtspurig geplanten A10 bei Michendorf Photovoltaikanlagen an Lärmschutzeinrichtungen sowohl selbst zur Geräuschdämmung beitragen als auch das Geld einspielen, um zusätzlichen Lärmschutz zu finanzieren. Eine Umsetzung des Projektes würde etwa 25 Millionen Euro kosten. Sollte alles, was derzeit an Anlagen vorgesehen ist, realisiert werden, könnten mit dem gewonnenen Solar-Strom 13 000 Menschen versorgt werden – also ganz Michendorf. In Sack und Tüten ist das Vorhaben aber noch nicht. „Wir müssen einen Investor finden, der damit so viel Geld einnimmt, dass er etwas für den Lärmschutz abknapsen kann“, sagte der Ministeriumssprecher. Vorgefühlt hat das Ministerium schon: In einem öffentlichen Verfahren hatten 34 potenzielle Partner Interesse bekundet.

Andree Halpap, Sprecher der Michendorfer Initiative „Lärmschutz-Jetzt“, geht davon aus, dass „mit der höheren Bedeutung des Projektes es nun leichter sein müsste, die Probleme, die es noch gibt, gemeinsam aus dem Weg zu räumen“. Ein Problem: Die geplanten Lärmschutzwände, die mit Solarmodulen bestückt werden sollen, sind in den Ausbauplänen für die A10 erst für 2014 vorgesehen. Wie hoch die Vergütungen für Solarstrom, die sinken werden, dann noch sind, ist derzeit unklar, was es Investoren schwer macht, zu kalkulieren. Die Lärmschutzinitiative fordert, die Photovoltaikanlagen, die auf den Lärmschutzwänden angebracht werden sollen, in das Planfeststellungsverfahren für den Ausbau der A10 zu integrieren. Damit könnte mit dem Planfeststellungsbeschluss, der Anfang 2012 erwartet wird, Baurecht für den A10-Ausbau und zugleich für die Solaranlagen an den Schutzwänden geschaffen werden, um weiteren Zeitverlust zu verhindern.

Das Solarprojekt soll jetzt in den Gemeindegremien beraten werden. Die offiziellen, überarbeiteten Pläne zum Autobahnausbau liegen ohne Solarkonzept derzeit öffentlich aus. Einwendungen sind bis zum 24. Mai möglich.“
 

Am 06.05.2011 berichteten die PNN über die Bürgerversammlung
der AG vom 04.05.2011:

Michendorfer Lärmgegner legen nach-

Bürgerforum zu aktuellen Ausbauplänen für A10

Es wird über folgendes informiert: „Die Michendorfer wollen im Kampf um mehr Lärmschutz an der künftig achtstreifigen Autobahn vor ihrer Haustür nicht nachlassen. Das wurde auf der Bürgerversammlung am Mittwochabend im Gemeindezentrum „Zum Apfelbaum“ deutlich. Eingeladen hatte die Bürgerinitiative „Lärmschutz-Jetzt“. „Wir haben schon viel erreicht, doch wir müssen jetzt noch einmal nachlegen“, sagte deren Sprecher Andree Halpap vor etwa 150 Gästen. Wie berichtet, hat das Bundesverkehrsministerium zugesagt, teilweise sogenannten Flüsterasphalt einzubauen. Damit wurde auf eine zentrale Forderung der Bürgerinitiative und der Gemeinde eingegangen. Die veränderten Planunterlagen liegen noch bis zum 10. Mai öffentlich aus.

Allerdings soll der lärmmindernde offenporige Asphalt (Opa) nach den vorgelegten Plänen nur im Streckenabschnitt vom Dreieck Nuthetal bis kurz hinter die Eisenbahnbrücke bei Michendorf verwendet werden. Das ist der Bürgerinitiative und vielen Anwohnern zu kurz gegriffen. Deshalb wurde am Mittwochabend gefordert, Opa auch für die verbleibende Strecke bis zum Autobahndreieck Potsdam zu verwenden. „Nur so ist ein umfassender Lärmschutz für die Siedlungsbereiche in den Gemeinden Michendorf und Schwielowsee möglich“, erklärte Halpap. Zudem liege im Abschnitt hinter der Bahnbrücke das wichtige Erholungsgebiet rund um die Lienewitzseen.

Klar ist auch, dass es mit dem einmaligen Einbau von Opa nicht getan sein wird, denn seine Wirkung lasse bei starker Verkehrsbelastung schnell wieder nach, hieß es. Deshalb sollte ein Erneuerungsrhythmus von sechs Jahren als verbindliche Regelung in den Planfeststellungsbeschluss aufgenommen werden, forderte Halpap.

Einigkeit bestand auf der Bürgerversammlung auch darüber, dass das Pilotprojekt „Solarer Lärmschutz“ in diesem Beschluss fixiert werden müsse. Denn die neuen Pläne haben einen Haken. Sie sehen neben dem Opa-Einbau gleichzeitig vor, die Höhen der geplanten neuen Lärmschutzwände zu reduzieren. Gemeinde und Bürgerinitiative hatten deshalb angeregt, die Wände durch Photovoltaikmodule aufzustocken, dafür Investoren zu finden und auf diese Weise mehr Lärmschutz finanzierbar zu machen. Diese Idee ist mittlerweile vom Land als Pilotprojekt aufgegriffen worden (PNN berichteten). Wie wichtig dieses Vorhaben ist, verdeutlichte Initiativenmitglied Detlef Grunow. In den Plänen sei die Höhe der Lärmschutzwände um bis zu vier Meter reduziert worden, erklärte er. Dadurch würden die durch den Flüsterasphalt erreichten Effekte teilweise wieder geschmälert.

Konkret geht es bei dem Pilotprojekt darum, die geplanten Schutzwände beiderseits der A10 auf einer Länge von insgesamt 5500 Metern zu erhöhen oder sie zu erweitern. Die Finanzierung soll mit Einnahmen durch Solaranlagen an der A10 erfolgen. Mittlerweile gab es dafür eine europaweite Marktsondierung. Laut Landesverkehrsministerium haben 34 potenzielle Partner ein ernsthaftes Interesse angemeldet. Ein wichtiges Ergebnis, wie Halpap betonte. „Das Verfahren hat gezeigt, dass solarer Lärmschutz an der A10 nicht nur technisch machbar ist – es gibt auch Investoren, die großes Interesse an dieser innovativen Idee haben.“ Entscheidend sei jetzt, welche Rahmenbedingungen Land und Bund den Investoren bieten. Im Detail will Minister Jörg Vogelsänger (SPD) die Ergebnisse des Interessenbekundungsverfahrens in der Junisitzung des Landtagsausschusses für Infrastruktur vorstellen.“


Am 23.04.2011 berichteten PNN und MAZ über das Ergebnis des Interessenbekundungsverfahrens und über die Ankündigung der Bürgerversammlung am 4. Mai

PNN: Großes Interesse an Pilotprojekt - Gute Chancen für solaren Lärmschutz an der A10

Hier wird über folgendes berichtet: „Die erste Etappe auf dem Weg zum Bau und Betrieb einer Lärmschutz-Photovoltaik-Kombination am südlichen Berliner Ring bei Michendorf ist erfolgreich abgeschlossen. Wie das Landesverkehrsministerium am Donnerstag mitteilte, haben 34 potenzielle Partner ein ernsthaftes Interesse an dem Pilotprojekt im Zuge des achtstreifigen A10-Ausbaus zwischen Potsdam und Nuthetal angemeldet. „Das ist ein deutlicher Fingerzeig, dass Brandenburg diese Innovation stemmen und erneut Vorreiter in Sachen erneuerbare Energien sein kann“, sagte Minister Jörg Vogelsänger (SPD) in Potsdam. Mit dem Bundesverkehrsministerium wolle er das Konzept „Photovoltaik plus Lärmschutz“ nun weiter vorantreiben.

Allerdings, so Vogelsänger, sei die Resonanz auf die gut zweimonatige Phase der Marktsondierung noch keine Erfolgsgarantie für ein späteres Vergabeverfahren. Die eigentliche Arbeit zur Realisierung beginne jetzt erst richtig. „Dass jedoch mehr als 30 Interessenten die Grundidee für umsetzbar halten, eine Sonnenstromanlage an der Autobahn könnte verbesserten Lärmschutz für die Anrainer finanzierbar machen und trotzdem lukrativ für Investoren sein, wurde in der zuständigen Arbeitsgruppe durchweg positiv bewertet“, so der Minister. Mit einigen Teilnehmern am Interessenbekundungsverfahren, darunter Unternehmen der Solar- und Baubranche, Investoren, Berater, Zulieferer und Netzbetreiber, seien bereits erste Fachgespräche beispielsweise zu denkbaren Konstruktionsvarianten geführt worden.

Unter Leitung des Landesbetriebes Straßenwesen hatten Experten der Ministerien für Verkehr und Umwelt sowie der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs und -bau GmbH (DEGES) als Vorhabenträger gemeinsam mit der Michendorfer Bürgermeisterin Cornelia Jung und einem Vertreter der Bürgerinitiative „Lärmschutz jetzt!“ die Interessenbekundung vorbereitet und begleitet. Im Detail will Vogelsänger die Ergebnisse des Verfahrens in der Juni-Sitzung des Landtagsausschusses für Infrastruktur und Landwirtschaft vorstellen. Die Idee für den Einsatz von Sonnenkollektoren in Verbindung mit Lärmschutzanlagen ist im Vorjahr von der Bürgerinitiative eingebracht worden. Konkret geht es darum, die geplanten Schutzwände beiderseits der A10 auf einer Länge von insgesamt 5500 Metern zu erhöhen. Sechs bis acht Meter Höhe sind bislang vorgesehen, mithilfe der Sonnenkollektoren sollen laut Ministerium noch einmal bis zu zwei Meter dazu kommen.

Positiv bewertet wurde das Ergebnis des Interessenbekundungsverfahrens auch von der Michendorfer Bürgeriniative. Es habe gezeigt, dass solarer Lärmschutz machbar sei, sagte deren Sprecher Andree Halpap. Für den 4. Mai laden die Initiative und die Bürgermeisterin um 19 Uhr zu einer Bürgerversammlung in das Gemeindezentrum „Zum Apfelbaum“ ein. Dort werden unter anderem die neuen Pläne für den Aus- und Neubau von Autobahn und Rastanlage vorgestellt. Sie liegen noch bis 10. Mai öffentlich aus. Die Einwohner können in dieser Zeit noch neue Einwände vorbringen. Notwendig wurde die Neuauslegung durch die Zusage des Bundes, beim A10-Ausbau im Bereich Michendorf einen besonders lärmmindernden Asphalt einzubauen.“

MAZ: Fortschritt beim Lärmschutz - 34 Investoren bewerben sich um Mitwirkung an Pilotprojekt an der A10

Folgende Informationen werden gegeben: „Die erste Etappe auf dem Weg zum Bau und Betrieb einer Lärmschutz-Photovoltaik-Kombination am südlichen Berliner Ring ist erfolgreich abgeschlossen. Während eines zweimonatigen öffentlichen Verfahrens haben 34 potenzielle Partner ein ernsthaftes Interesse an dem Pilotprojekt im Zuge des achtstreifigen A10-Ausbaus zwischen Potsdam und Nuthetal angemeldet. Das teilte das Infrastrukturministerium am Donnerstag mit.

„Das Ergebnis ist ein deutlicher Fingerzeig, dass Brandenburg diese Innovation stemmen und erneut Vorreiter in Sachen erneuerbare Energien sein kann“, sagte Minister Jörg Vogelsänger. Mit dem Bundesverkehrsministerium will er das Konzept „Photovoltaik plus Lärmschutz“ nun weiter vorantreiben. Laut Vogelsänger ist die Resonanz auf die gut zweimonatige Phase der Marktsondierung noch keine Erfolgsgarantie für ein späteres Vergabeverfahren, die eigentliche Arbeit zur Realisierung beginne erst jetzt richtig. Aber, dass mehr als 30 Interessenten die Grundidee für umsetzbar halten, eine Sonnenstromanlage an der Autobahn könnte verbesserten Lärmschutz für die Anrainer finanzierbar machen und trotzdem lukrativ genug für Investoren sein, wurde in der zuständigen Arbeitsgruppe durchweg positiv bewertet. Mit einigen Teilnehmern am Interessenbekundungsverfahren, darunter Unternehmen der Solar- und Baubranche, Investoren, Berater, Zulieferer und Netzbetreiber, wurden auch erste Fachgespräche beispielsweise zu denkbaren Konstruktionsvarianten geführt. „Der Blick von außen hat neue Erkenntnisse gebracht und geholfen, die Idee weiterzuentwickeln“, sagt der Minister. „Es sind aber auch noch einige Probleme auszuräumen, ehe wir uns konkret mit der Umsetzung beschäftigen können.“

Für die Initiative Lärmschutz beweist das große Interesse der Investoren, dass solarer Lärmschutz machbar und auch finanzierbar ist, teilt für die BI Andree Halpap der MAZ mit. Nicht nur die „AG Lärmschutz-Jetzt!“, auch die übrigen Mitglieder des eigens gegründeten Projektbeirates hätten in der letzten Sitzung die Ergebnisse positiv bewertet.

Dieses europaweite Verfahren und die Bewertung der derzeit neu ausliegenden Pläne zum Ausbau von Autobahn und Rastanlage sind auch Inhalt einer Bürgerversammlung, zu der die „AG Lärmschutz-Jetzt!“ am 4.Mai nach Michendorf einlädt. Die neuen Pläne für den Ausbau von Autobahn und Rastanlage liegen laut Halpap noch bis zum 10. Mai öffentlich aus. Bürger könnten in dieser Zeit wenn erforderlich ihre Einwendungen vorbringen.

Bürgerversammlung am 4. Mai, 19 Uhr, Gemeindezentrum Michendorf, Potsdamer Straße 64“


Die PNN berichteten am 16.04.2011 über die Forderung von Andrea Wicklein zur Förderung von Pv Anlagen auf Lärmschutzwänden

Michendorf Musterort für Energiewende

Folgendes wird berichtet: „Die Bundesregierung soll künftig gezielt Photovoltaik-Anlagen auf Lärmschutzwänden fördern. Das hat jetzt die SPD-Bundestagsabgeordnete Andrea Wicklein gefordert. Unter der Überschrift „Für einen neuen Infrastrukturkonsens“ hat sich die gesamte SPD-Fraktion dafür ausgesprochen, dass Photovoltaik-Anlagen, wie sie im Rahmen des geplanten A10-Ausbaus in Michendorf entstehen sollen, planungsrechtlich abgesichert werden. Modellvorhaben wie dieses müssten unterstützt und wissenschaftlich begleitet werden – damit sie auch auf andere Orte übertragen werden können.

„Wir betreten hier Neuland“, so Andrea Wicklein in einer schriftlichen Mitteilung. Deshalb müsse die Bundesregierung zügig Steine aus dem Weg räumen. „Es kann nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie gehen“, so Wicklein weiter. Durch die Michendorfer Photovoltaik-Anlagen würden die Bürger nicht nur besser vor dem erwarteten Autobahnlärm geschützt werden, es ließen sich zugleich 8 000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen. Dadurch wiederum würde man 10 000 Tonnen Kohlendioxid einsparen. Michendorf wäre damit deutschlandweit ein Musterort für die notwendige Energiewende.“


Am 26.03.2011 berichtete die MAZ über die erneute Auslegung der Pläne zum Ausbau der A10:

Pläne zum Ausbau der A10 überarbeitet, Bürgerinitiative kritisiert Antworten auf Einwendungen

Folgendes wurde berichtet: „Im Ringen um mehr Lärmschutz beim geplanten Ausbau der A10 wird eine neue Auslegungsrunde eröffnet. Betroffene können vom 11. April bis 10. Mai die überarbeiteten Pläne in der Michendorfer Gemeindeverwaltung einsehen. Jene, deren Belange durch das Bauvorhaben berührt werden, haben bis zum 24. Mai Zeit für Einwendungen, sagte Bürgermeisterin Cornelia Jung (parteilos). Am 4. Mai ist zudem eine Einwohnerversammlung zum A10-Ausbau geplant. Hintergrund der Neuauslegung der Pläne ist die Zusage des Bundesverkehrsministeriums, beim Ausbau der A10 im Bereich Michendorf sogenannten Flüsterasphalt einzubauen. Der Einsatz dieses besonders lärmarmen Straßenbelags war eine zentrale Forderung, die bei der ersten öffentlichen Auslegungsrunde vorgebracht worden war. Unterdessen liegen zu den Einwendungen der ersten Auslegung Antworten der zuständigen Planungsgesellschaft Deges vor. Bei Betroffenen seien diese auf wenig Verständnis gestoßen, sagte Andree Halpap von der Initiative „Lärmschutz-Jetzt!“. „Leider wurden alle Antworten auf Grundlage der alten Planungen formuliert. Weder die Zusage des Flüsterasphaltes noch das gemeinsam mit der Straßenbauverwaltung erarbeitete Projekt des solaren Lärmschutzes wurden dabei berücksichtigt.“ Bürgern, die ein solches Antwortschreiben erhalten haben, rät Halpap, die Einwendungen weiter aufrecht zu erhalten. Er kritisiert, dass auch die Fortschritte des besagten Solar-Projektes an der A10 nicht berücksichtigt wurden. „Dabei führt die Deges dazu bereits ein europaweites Interessenbekundungsverfahren durch“, so Halpap. Wie berichtet, sollen an der achtspurig geplanten A10 Photovoltaikanlagen an Lärmschutzeinrichtungen sowohl selbst zur Geräuschdämmung beitragen, als auch das Geld einspielen, um zusätzlichen Lärmschutz zu finanzieren.“


Am 23.03.2011 berichteten die PNN über die ersten Reaktionen auf die Antworten zu den Einwendungen und eine am 04.05. 2011 geplante Bürgerversammlung:


Pläne zum A10-Ausbau überarbeitet Kritik an Antworten auf Einwendungen

Über folgendes wird hier informiert: „Die Forderungen nach mehr Lärmschutz beim Ausbau der Autobahn A10 bei Michendorf gehen in die nächste Runde. Nachdem Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) den Anwohnern den Einbau von sogenanntem Flüsterasphalt zugesagt hat, werden jetzt die entsprechend überarbeiteten Pläne neu ausgelegt. Gleichzeitig wurden auch die ersten Antworten an die vielen Einwender aus der letzten Auslegung versendet. Die seien allerdings sehr unbefriedigend ausgefallen, erklärte der Pressesprecher der Bürgerinitiative „Lärmschutz-Jetzt!“, Andree Halpap, am gestrigen Dienstag.
Zum geplanten achtspurigen Ausbau der A10 und zum Neubau der Rastanlage Michendorf-Süd hatte es im vergangenen Jahr zahlreiche Einwendungen von Anwohnern gegeben. Schwerpunkt war die Forderung nach einem verbesserten Lärmschutz. Mittlerweile sei eine der zentralen Forderungen – der Einbau von Flüsterasphalt – in die konkreten Planungen zum Autobahnausbau eingeflossen, so Halpap. Die Neuauslegung der Pläne für den Aus- bzw. Neubau von Autobahn und Rastanlage wird voraussichtlich in der Zeit vom 11. April bis 10. Mai stattfinden.
Hintergrund der Neuauslegung ist die Zusage des Bundesverkehrsministeriums, dass beim Ausbau der A10 im Bereich der Gemeinde Michendorf ein besonders lärmdämmender Asphalt eingebaut wird. Dieser sogenannte Flüsterasphalt ist in der Lage, den Lärm durch Rollgeräusche der fahrenden Autos bereits am Entstehungsort zu verringern. Und er hat auch für alle entfernteren Orte von der Autobahn eine lärmmindernde Wirkung. Allerdings sieht die neue Planung gleichzeitig auch eine Reduzierung der Höhen der geplanten neuen Lärmschutzwände vor, die Kommune und Lärmschutzinitiative sehr kritisch sehen. „Darum ist das Konzept zur Aufstockung der Lärmschutzwände mittels Photovoltaikmodulen mit Lärmschutzwirkung von besonderer Bedeutung“, erklärte Michendorfs  Bürgermeisterin Cornelia Jung (parteilos).
Die Bürgerinitiative „Lärmschutz-Jetzt!“ und die Michendorfer Bürgermeisterin haben jetzt für den 4. Mai eine neue Bürgerversammlung angekündigt. Ab 19 Uhr werden im Gemeindezentrum „Zum Apfelbaum“ die ausliegenden Pläne erläutert. Zudem wird über den Stand des Projektes zum solaren Lärmschutz an der A10 berichtet.
Mit der Ankündigung der Neuauslegung wurden auch die ersten Antworten der Planungsgesellschaft Deges auf die Einwendungen zum Ausbau der A10 und zum Neubau der Rastanlage versendet. Diese Antworten seien bei vielen Betroffenen auf wenig Verständnis gestoßen, so Halpap. „Leider wurden alle Antworten auf Grundlage der alten Planungen formuliert. Weder die Zusage des Flüsterasphaltes noch das gemeinsam mit der Straßenbauverwaltung bearbeitete Projekt des solaren Lärmschutzes wurden dabei berücksichtigt“, sagte der Initiativensprecher. Die Lärmschutzinitiative empfiehlt deshalb, alle Einwendungen weiter
aufrechtzuerhalten.“


Am 21.02.2011berichtete die Maz nochmals über das laufende Interessenbekundungsverfahren:

Michendorfer betreten „Neuland“

Es werden folgende Informationen gegeben: Der Start des Interessenbekundungsverfahrens zum Projekt „Photovoltaik Plus Lärmschutz“ an der A10 vor wenigen Tagen ist allgemein begrüßt worden. „Wenn das Projekt verwirklicht wird, könnte ein über den gesetzlichen Mindestschutz hinausgehender Lärmschutz für die Anwohner der am meisten befahrenen Autobahn Ostdeutschlands erreicht werden“, sagte Michendorfs Bürgermeisterin Cornelia Jung zur MAZ.

A 10 wird auf acht Spuren ausgebaut

Wie berichtet, soll die A10 im Bereich Michendorf auf acht Spuren ausgebaut werden. Seit Bekanntwerden der Pläne kämpft die Michendorfer Arbeitsgemeinschaft „Lärmschutz-Jetzt!“ darum, dass Schallwände aufgestellt werden und Flüsterasphalt verlegt wird. Letzteres ist vom Bund bereits zugesagt worden. Um nun auch höhere und längere Lärmschutzwände bezahlbar zu machen, entwickelte die Arbeitsgemeinschaft unter Federführung von Andree Halpap das Konzept „Photovoltaik Plus Lärmschutz“. Dabei sollen an den Wänden Solarmodule angebracht werden. Der Gewinn aus der Stromerzeugung minimiert dann die Kosten für den Bau der Schutzwände.

Einsendeschluss ist der 28. März

Bund und Landesbetrieb Straßenwesen unterstützen das Konzept der Initiative. Ein Beirat, in dem auch die Gemeinde Michendorf vertreten ist, hat die Pläne ausgearbeitet und das Interessenbekundungsverfahren vorbereitet. Bis zum 28. März können sich nun interessierte Investoren melden.

Dass sich Bürger an der Planung eines Großprojekts wie dem Autobahnausbau beteiligen, nennt Halpap „Neuland“. Die Zusammenarbeit mit den Behörden sei aber „sehr erfolgreich“ verlaufen. Der Landtagsabgeordnete Andreas Bernig (Linke) sprach von einem „Meilenstein und Vorbild für Nachhaltigkeit im Verkehrswegebau“.


Am 15.02.2011 berichtete die PNN über das Interessenbekundungsverfahren

Start für solaren Lärmschutz  Investorensuche für Modellprojekt beginnt

Es wurde berichtet: „Die Vision einer Verknüpfung von Photovoltaik und Lärmschutzanlagen könnte an der A10 bei Michendorf bald Wirklichkeit werden. Gestern wurde der Startschuss für die Investorensuche gegeben. Die für den Autobahnausbau verantwortliche Planungsgesellschaft Deges eröffnete ein europaweites Interessenbekundungsverfahren für das Projekt „Photovoltaik Plus Lärmschutz“. Dabei geht es um ein Investitionsvolumen von mehr als 25 Millionen Euro. Ziel ist es, mit Hilfe von Photovoltaikmodulen die gesetzlich notwendigen Lärmschutzwände an der A10 zu erhöhen bzw. zu verlängern.

Bereits im Juli 2010 hatte die örtliche Bürgerinitiative „Lärmschutz-Jetzt!“ gemeinsam mit der Gemeinde Michendorf dafür ein erstes Konzept vorgestellt. Mit dem Projekt könnte ein doppelter Effekt erreicht werden: Weniger Lärm für Mensch und Natur in Michendorf und gleichzeitig eine Umweltentlastung durch die Produktion von umweltfreundlichem Solarstrom direkt an der Autobahn, so Initiativensprecher Andree Halpap. Gemeinsam mit dem im Vorfeld bereits errungenen Einbau von sogenanntem Flüsterasphalt könnte so der Lärmschutz für die Gemeinde Michendorf optimiert werden.

Der brandenburgische Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) sagte dazu gestern: „Ich bin stolz darauf, dass wir in einem bundesweit einmaligen Projekt die Möglichkeit haben, auch im Straßenbau mit der Nutzung von Photovoltaikanlagen neue Wege zu beschreiten.“ Da der Bund aufgrund der geltenden Richtlinien nicht zu zusätzlichen Lärmschutzmaßnahmen verpflichtet sei, könnten nun private Investoren in die Finanzierung einsteigen und als Gegenleistung den erzeugten Solarstrom verkaufen, erläuterte Vogelsänger. In dem Verfahren soll jetzt festgestellt werden, ob sich ausreichend private Interessenten finden lassen. Michendorfs Bürgermeisterin Cornelia Jung begrüßte den offiziellen Beginn der Investorensuche. „Jetzt könnte ein über das gesetzliche Mindestmaß hinausgehender Lärmschutz für die Anwohner der am meisten befahrenen Autobahn Ostdeutschlands Wirklichkeit werden“, sagte sie.“


Am 14.02.11 berichtete die MAZ über den Beginn des Interessenbekundungsverfahrens

 Auf der Suche nach privaten Investoren sollen Solaranlagen an der A10 bei Potsdam auch vor Lärm schützen

Folgendes wurde berichtet: „Solaranlagen sollen Anwohner künftig am südlichen Berliner Ring zwischen den Autobahndreiecken Potsdam und Nuthetal vor Lärmbelästigungen schützen. Brandenburgs Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) startete hierfür heute das sogenannte Interessenbekundungs-Verfahren. Mit dem Pilotprojekt besteht ihm zufolge die Möglichkeit, nicht nur regenerative Energien zu unterstützen, sondern auch Autobahn-Anwohnern zusätzlichen Lärmschutz zu gewähren.

Da der Bund aufgrund der geltenden Richtlinien nicht zu zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen verpflichtet sei, könnten so private Investoren in die Finanzierung einsteigen und als Gegenleistung den erzeugten Solarstrom verkaufen, erläuterte Vogelsänger. In dem Verfahren soll jetzt festgestellt werden, ob sich ausreichend private Interessenten für dieses Projekt finden lassen.

Seit November 2010 bereitet dem Minister zufolge eine Arbeitsgruppe unter Leitung des Landesbetriebs Straßenwesen den Landtagsbeschluss „Lärmschutz durch Photovoltaikanlagen” vor. Da es bisher keine Vergleichsprojekte gebe, seien Fragen des Planungsablaufs und des Rechtsstatus noch ungeklärt.

Der achtstreifige Ausbau des südlichen Berliner Rings biete die Chance, Photovoltaikanlagen einzusetzen. Bei der vorgeschlagenen Technik würden Lärmschutzwände mit Photovoltaik-Anlagen aufgestockt. Die A10 soll bei Michendorf bis 2014 achtspurig ausgebaut werden.“


Am 12.02.2011 berichtete die MAZ über das bevorstehende Interessenbekundungsverfahren:

Ministerium stellt Weichen für Modellprojekt Mehr Lärmschutz an der A10 dank Sonnenkraft: Im Februar startet Investorensuche

Folgendes wird hier berichtet: „Das Brandenburger Infrastrukturministerium stellt die Weichen für die Umsetzung eines bundesweit einmaligen Modellprojekts an der A10. Noch im Februar will das Ministerium ein sogenanntes Interessenbekundungsverfahren eröffnen, um Betreiber für die Photovoltaikanlagen zu finden, die an der achtspurig geplanten A10 bei Michendorf für zusätzlichen Lärmschutz sorgen sollen. Das sagte gestern Petra Dribbisch, Sprecherin im Ministerium, auf Anfrage.

An dem Projekt war in den vergangenen Monaten hinter den Kulissen in einer Arbeitsgruppe gefeilt worden. Das Konzept steht nun, die Rahmenbedingungen sind geklärt, so dass die Suche nach Investoren beginnen kann, die Bau und Betrieb der Solaranlagen übernehmen. Interessenten soll es bereits geben.

Das Konzept sieht vor: Photovoltaikanlagen an Lärmschutzeinrichtungen sollen sowohl selbst zur Geräuschdämmung beitragen, als auch das Geld einspielen, um zusätzlichen, über das gesetzliche Mindestmaß hinausgehenden Lärmschutz zu finanzieren. Wie berichtet, soll die A10 zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam von sechs auf acht Spuren erweitert werden. In dem Modellprojekt ist geplant, die vorgesehenen Lärmschutzwände mittels aufgesetzter Photovoltaikmodule um etwa zwei bis vier Meter zu erhöhen. Die Module würden damit dazu beitragen, die Wände auf das ursprünglich geplante Maß zu bringen. Hintergrund ist der Plan des Bundes, für sein Ja zum Einbau von Flüsterasphalt auf der A10 im Gegenzug an den Lärmschutzwänden zu sparen (MAZ berichtete). Wegen des Einsatzes des lärmarmen Straßenbelags sollen die Wände zwei bis vier Meter kleiner ausfallen. Die Solarmodule würden diese Reduzierung wieder ausgleichen.

Außerdem sollen mit den Erträgen aus dem gewonnenen Solarstrom weitere Lärmschutzwände mit Solarmodulen gebaut werden. Von dem zusätzlichen Lärmschutz würden Bewohner von Michendorf, Langerwisch und Wildenbruch profitieren.

Lärmschutz mit der Gewinnung von Solarstrom in einem Modellprojekt zu kombinieren, wäre in dieser Größenordnung bundesweit bisher einmalig. Die Idee hatte die Michendorfer Initiative „Lärmschutz-Jetzt!“. Die Akteure der Bürgerinitiative sitzen mit am Tisch der Arbeitsgruppe, die am Konzept feilte. Der AG gehören auch Vertreter von Infrastruktur- und Umweltministerium, der Gemeinde Michendorf, des Landesbetriebes Straßenwesen und der Planungsgesellschaft Deges an. Die Deges war zuvor in einer Studie zum Ergebnis gekommen, dass der Einsatz von Photovoltaikanlagen zum Zwecke des Lärmschutzes beim geplanten Ausbau der A10 technisch machbar und wirtschaftlich tragfähig ist.“


PNN 31.12.10 Jahresrückblick 2010:

Proteste, Schlappen und Erfolge: Ein Jahr des Bürgerwillens, der Weichenstellungen und der unerwarteten Entscheidungen

Pilotprojekt an der Autobahn

Am 31.12.2010 berichteten die PNN in ihrem Jahresrückblick: „19. Oktober: Dank Michendorfer Bürgerprotesten beschreitet Brandenburg ganz neue Wege für besseren Lärmschutz am Berliner Ring. Es ist ein in dieser Dimension einmaliges Modellprojekt: Auf der A10, die ab dem Jahr 2012 zwischen den Autobahndreiecken Nuthetal und Potsdam von sechs auf acht Spuren ausgebaut wird, sollen mit Solaranlagen bessere Schallschutzwände finanziert werden. Ein im Oktober vom Infrastrukturministerium vorgelegtes Gutachten belegt die Machbarkeit des Vorhabens, auch der Landtag befürwortet es. Einen ersten Erfolg hatte die Michendorfer Bürgerinitiative bereits im Frühjahr erreicht, als das Bundesverkehrsministerium den Ausbau der Fahrbahn mit lärmmindernden offenporigem Asphalt zusagte.“

 

MAZ Jahresrückblick 2010 28.12.10:

Der Asphaltflüsterer

Bund will A10 bei Michendorf mit offenporigem Material ausbauen

Im Jahresrückblick 2010 der MAZ wurde folgendes berichtet:
„Mitte Juni kommt für die Michendorfer Bürgerinitiative „Lärmschutz-Jetzt!!“ die erlösende Nachricht: Der Bund will die A10 mit offenporigem Asphalt ausbauen.
Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Jan Mücke (FDP) flüstert den Michendorfern am 18. Juni nichts, sondern sagt es ihnen frei heraus: Die A10 zwischen den Autobahndreiecken Potsdam und Nuthetal wird aus lärmschutztechnischen Gründen mit so genanntem Flüsterasphalt auf acht Spuren ausgebaut – offenporiges Material, dass die Fahrgeräusche erheblich dämpft. Das ist ein Sieg für die Michendorfer Bürgerinitiative „Lärmschutz-Jetzt“ die diesen hartnäckig einfordert. Brandenburg ist damit das erste Bundesland, in dem dieses Material beim Autobahnausbau eingesetzt wird, Bisher gibt es nur Tests auf der A24. Für diesen Ausbau gibt der Bund zwei Millionen Euro zusätzlich aus. Mücke bezeichnet die Entscheidung al ein „Signal für mehr Lärmschutz bei Ausbauvorhaben.“ Der Preis dafür: kleinere Lärmschutzwände an einigen Stellen“


Am 18. 11. 2010 berichtete die PNN über das Fachgespräch "Solare Autobahn"
der Landtagsfraktion der Bündnisgrünen am Mittwoch:

Ruhe, Strom und ein paar Euro. Land und Lärmschutzinitiative suchen
nach Investoren für Photovoltaikanlagen an der A10 bei Michendorf

Über folgendes wurde informiert: „Es gibt zwar nicht die höchste Rendite, aber für die Imagepflege wäre das Projekt durchaus von Wert: Für den Bau und Betrieb der geplanten Photovoltaik-Anlagen an der A10 bei Michendorf wird jetzt offensiv nach Investoren gesucht. Die ersten Firmen seien schon vor Ort gewesen, so Andree Halpap, Sprecher der Initiative „Lärmschutz-Jetzt!“. Sie würden jetzt erst einmal durchrechnen, ob sich die Finanzierung für sie lohnt. Der Landesbetrieb Straßenwesen will demnächst ein Interessenbekundungsverfahren starten und schon in den kommenden acht Monaten soll feststehen, wie sich Lärmschutz und Energiegewinnung in Michendorf künftig vereinbaren lassen.
Die Landtagsfraktion der Bündnisgrünen hatte am Mittwochabend zu einer Informationsrunde über das Pilotprojekt eingeladen. Im Zuge des geplanten A10-Ausbaus von sechs auf acht Spuren sollen zusätzliche Lärmschutzwände und -wälle mit der Stromgewinnung aus Sonnenstrahlen finanziert werden. Der brandenburgische Landtag hatte dazu in der vergangenen Woche einen einstimmigen Beschluss gefasst. Das Prinzip könnte auch auf anderen Autobahnabschnitten Anwendung finden – und in ferner Zukunft vielleicht sogar an Ortsumgehungsstraßen, sagte Hans-Reinhard Reuter, Vorstandschef des Landesbetriebes Straßenwesen.
Der Gedanke ist nicht neu: Andreas Voigt, Geschäftsführer der Freisinger Stadtwerke Versorgungs-GmbH, berichtete über eine Bürgersolaranlage an der A92 nördlich von München, die ebenfalls für Ruhe sorgt, die Umwelt schont – und den Gesellschaftern sogar noch ein bisschen Geld in die Tasche bringt. 2002 wurde die erste Reihe mit Solarmodulen auf Lärmschutzwänden installiert, 40 Bürger hatten sich an der Investition beteiligt. Den Rest übernahm ein Tochterunternehmen der Freisinger Stadtwerke, das die Anlagen heute betreibt. „Wir mussten der Stadt im Gegenzug Lärmschutz für die nächsten 20 Jahre garantieren“, erläuterte Voigt. Mittlerweile sei die Solar-Strecke 1,2 Kilometer lang und produziere 700 Kilowatt Spitzenleistung. Nach zehn bis zwölf Jahren sei bei solchen Anlagen die Investition wieder erwirtschaftet, die Rendite liege bei circa fünf Prozent, verriet Voigt.
Die Michendorfer Anlage wäre allerdings umfangreicher: Laut Andree Halpap würde sich die Investitionssumme auf 30 Millionen Euro belaufen. „Die Bürger allein könnten das nicht finanzieren“, erläuterte er. Geplant sind Photovoltaik-Module in fünf verschiedenen Bereichen: Auf dem vorhandenen Lärmschutzwall südlich der A10 zwischen Michendorf und dem Dreieck Nuthetal, auf den ohnehin geplanten Lärmschutzwänden sowie an zusätzlichen Wänden, um deren Finanzierung es geht. Zudem sollen in den Innenbereichen des Dreiecks Nuthetal Module aufgestellt werden, und schließlich könnten auch auf Freiflächen entlang der nördlichen A10 Photovoltaik-Anlagen gebaut werden.
Je mehr Punkte davon umgesetzt werden, umso schneller ließen sich die Anlagen refinanzieren. Allerdings sind die meisten Bereiche noch nicht Teil des laufenden Planfeststellungsverfahrens zum A10-Ausbau. „Das Zeitfenster ist nicht beliebig lang offen“, mahnte Günter Hälsig, Abteilungsleiter im Landes-Umweltministerium. Im kommenden Jahr soll das Verfahren abgeschlossen sein, deshalb müssten so schnell wie möglich Investoren gefunden werden, mit denen man dann die Anträge stellt. „Auch für das Land wäre das Projekt eine Referenz“, bemerkte Hälsig, zumal dieser Autobahnabschnitt besonders stark befahren sei.“


Auch die PNN berichtete am 12.11.2010 kurz über die Debatte im Landtag
zur Verwirklichung des Modellprojekts Lärmschutz mit Photovoltaik

Landtag für solaren Lärmschutz

Über folgendes wurde kurz informiert: „Der brandenburgische Landtag unterstützt einstimmig das Modellprojekt, am südlichen Berliner Ring mehr Lärmschutz durch Solaranlagen zu erreichen. Es ist für den Abschnitt zwischen den Autobahndreiecken Potsdam und Nuthetal geplant. Ein Antrag der Koalitionsfraktionen von SPD und Linker erhielt gestern auch die Zustimmung von CDU, FDP und Bündnisgrünen. Danach wird die Landesregierung gebeten, sich bei der Bundesregierung für die Umsetzung des Vorhabens einzusetzen. Private Investoren sollen in die Finanzierung einsteigen und als Gegenleistung Solarstrom verkaufen. Bei der vorgeschlagenen Technik würden Lärmschutzwände mit Photovoltaik-Anlagen aufgestockt. Der Vorstoß hierzu geht auf die Michendorfer Bürgerinitiative „Lärmschutz-Jetzt!“ zurück. Die A10 soll bei Michendorf bis 2014 achtspurig ausgebaut werden. Als Vorbild dienen bestehende Aufstockungen an einer Autobahnbrücke an der A31 bei Emden (Niedersachsen).“


Am 11.11.2010 berichtete die MAZ über die Debatte im Landtag
zur Verwirklichung des Modellprojekts Lärmschutz mit Photovoltaik

Lärmschutz: Solarprojekt soll Chefsache werden

Hier wurde berichtet: „Der Plan, mit Photovoltaikanlagen an der A 10 für mehr Lärmschutz zu sorgen, soll auf Landesebene zur Chefsache werden. Die beiden Regierungsfraktionen SPD und Linke bringen heute einen entsprechenden Antrag in den Landtag ein. Ziel: Die Landesregierung soll sich gegenüber der Bundesregierung für die Verwirklichung des Modellprojektes einsetzen, bei der Suche nach potentiellen Investoren für Bau und Betrieb der Solaranlagen helfen und weitere Standorte prüfen, bei denen Lärmschutz und Sonnenstromgewinnung verknüpft werden können. „Wir wollen mit dem Antrag klar sagen, dass es an der A 10 ein Modellprojekt geben soll, um viele weitere gute Projekte folgen zu lassen“, sagte SPD-Landtagsabgeordnete Susanne Melior.
Die Idee, an der achtspurig geplanten A 10 mit Hilfe von Photovoltaikanlagen mehr Lärmschutz zu ermöglichen, stammt von der Michendorfer Initiative „Lärmschutz- Jetzt!“. Wie berichtet, hat ein Gutachten der Planungsgesellschaft Deges bestätigt, dass dies an dem A10-Abschnitt realisierbar ist. Die A10 soll zwischen den Dreiecken Nuthetal und Michendorf bis 2014 von sechs auf acht Spuren erweitert werden. Greift der Plan vom Modellprojekt, dann würden Solaranlagen an Lärmschutzeinrichtungen sowohl selbst zur Geräuschdämmung beitragen als auch Geld einspielen, um über das gesetzliche Mindestmaß hinausgehenden Lärmschutz zu finanzieren.
Allerdings muss noch der Bund mit ins Boot geholt werden, der den Ausbau der A10 finanziert. Im Bundesverkehrsministerium wird die Deges-Studie derzeit ausgewertet. „Es gibt noch kein genehmigtes Modellprojekt“, so Petra Dribbisch, Sprecherin im Landesverkehrsministerium. Eine Voraussetzung wäre laut Melior, dass der Bund eine kostenfreie Nutzung der Lärmschutzanlagen zur Solarstromgewinnung ermöglicht.“


Am 10.11.2010 berichtete die PNN über unser neues Konzept:
Photovoltaik für Lärmschutz

Lärmschutz mit Sonnenkraft. Einmaliges Modellprojekt an der A10 bei Michendorf.
 
Jetzt sollen auch andere Standorte geprüft werden.

Folgendes wird hier berichtet: „Dank Bürgerprotesten beschreitet Brandenburg jetzt ganz neue Wege für besseren Lärmschutz am Berliner Ring. Es ist ein in dieser Dimension einmaliges Modellprojekt: Auf der A10 südwestlich von Berlin, die ab dem Jahr 2012 zwischen den Autobahndreiecken Nuthetal und Potsdam von sechs auf acht Spuren ausgebaut wird, sollen mit Solaranlagen bessere Schallschutzwände finanziert werden.
„Das ist eine wegweisende Idee“, sagte der brandenburgische Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) gestern den PNN. Das Projekt ist inzwischen Chefsache, die rot-rote Regierungskoalition strebt für Donnerstag einen Landtagsbeschluss an, das Vorhaben wird von allen Fraktionen unterstützt. Vogelsänger sagte, das Bundesverkehrsministerium habe auf Initiative Brandenburgs bereits die Freigabe für die Entwicklung der neuartigen Schutzwände erteilt.
Die Idee dafür kommt von der Bürgerinitiative „Lärmschutz-Jetzt!“ in Michendorf, wo die A10 in unmittelbarer Ortsnähe verläuft. Auch Ferch ist vom Verkehrslärm betroffen. Die Autobahn ist die zentrale Ost-West-Trasse in Mitteleuropa und an dieser Stelle einer der meist befahrenen Abschnitte in Deutschland.
Einen ersten Erfolg hatte die Initiative im Frühjahr erreicht, als das Bundesverkehrsministerium zugesagt hatte, die Fahrbahn werde mit offenporigem Asphalt (Opa) gebaut. Mit diesem – auch Flüsterasphalt genannten Belag – werden die Fahrgeräusche der Autoräder verringert. Allerdings wollte der Bund daraufhin auch die Pläne für die Lärmschutzwände abspecken. Diese sollten nur noch vier bis sechs Meter hoch sein. „Wir wollen aber einen Lärmschutz anstreben, der über die rechtlichen Vorgaben hinausgeht“, sagte Infrastrukturminister Vogelsänger. Die Lösung lautet: Solaranlagen. Auf acht Meter hohe Wände kommen nach den bisherigen Plänen noch einmal zwei Meter hohe, leicht geneigte Photovoltaik-Module, die ebenfalls den Verkehrskrach abhalten.
Für tragbar hält dieses Konzept auch die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und bau GmbH (Deges), ein Unternehmen im Eigentum des Bundes und mehrerer Bundesländer. In einer Studie im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums und des Infrastrukturministeriums in Potsdam kommen die Lärmschutz-Experten zu dem Schluss, dass das Vorhaben wirtschaftlich sei – und der Bund sogar 20 Prozent bei den Baukosten spart. Denn ein Privatinvestor würde die Lärmschutzanlagen über Einnahmen für den klimafreundlich produzierten Strom teilweise mitfinanzieren.
„In diesem Ausmaß ist diese Ideen noch nirgendwo realisiert worden“, sagte Andree Halpap, Sprecher der Initiative „Lärmschutz-Jetzt!“. Es gebe bisher nur mehrere Testprojekte auf „kleinsten Streckenabschnitten“. Wenn der Plan in Michendorf aufgehe, wäre das ein deutliches Signal über die Grenzen Brandenburgs hinaus – „für einen besseren, selbst finanzieren Lärm- und Gesundheitsschutz in Ballungsräumen verbunden mit Klimaschutz, an Flächen, die sonst niemand braucht“.
Ähnlich äußerten sich Vertreter der brandenburgischen Regierungsfraktionen SPD und Linke. Auf ihren Antrag soll Verkehrsminister Vogelsänger weitere Standorte auch an Bahntrassen ausfindig machen. Ideen gab es bereits für den Berliner Ring im Norden, wo bei Birkenwerder die Fahrbahn einfach mit Solarmodulen gegen den Lärm überdacht werden könnte.
Jetzt hängt alles am Bund. Denn zahlreiche Rechtsfragen müssen noch geklärt werden, sicher ist noch nichts. Die Deges jedenfalls hält die Pläne für „weltweit einzigartig“, Brandenburg könnte eine „bundesweite Vorreiterrolle für einen höheren Lärmschutz“ an Bundesfernstraßen, „der größtenteils privat finanziert ist, übernehmen“. Die Deges schaut schon weiter – das Projekt könnte Anstoß sein für die wegen des Sparzwangs im Bund gestoppte Lärmsanierung zahlreicher Bundesfernstraßen.“


Am 20.10.2010 berichteten PNN und MAZ über die Vorstellung der erweiterten Voruntersuchung zum Einsatz von Photovoltaikanlagen im Zuge der BAB10 AD Nuthetal bis AD Potsdam

PNN: Photovoltaik macht es möglich Michendorfer können auf mehr Lärmschutz an der A10 hoffen / Gutachten des Landes vorgestellt
 

Hier wird folgendes berichtet: „Die Michendorfer Anwohner können beim geplanten achtstreifigen Ausbau der A10 auf mehr Lärmschutz hoffen. Wie berichtet, hatten die Bürgerinitiative „Lärmschutz-Jetzt!“ und die Michendorfer Bürgermeisterin Cornelia Jung im Juli im brandenburgischen Infrastrukturministerium ein Konzept zur Verbindung von Lärmschutz und Photovoltaik vorgestellt. Ziel ist es, Erträge von Solaranlagen an der meistbefahrenen Autobahn Deutschlands für Lärmschutzmaßnahmen zu verwenden, die über das gesetzlich geforderte Mindestmaß hinausgehen. Jetzt steht fest, dass eine solche Kombination an der A10 sowohl technisch machbar als auch wirtschaftlich tragfähig wäre. Das belegt eine neue Studie der Projektmanagementgesellschaft Deges, die im Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (MIL) der Gemeinde Michendorf und der Initiative „Lärmschutz-Jetzt!“ vorgelegt wurde.
In der Deges-Studie wird vorgeschlagen, die im Zuge der Planung des Flüsterasphalts reduzierten Lärmschutzwände mittels aufgesetzter Photovoltaikmodule wieder auf die ursprünglich vorgesehene Höhe aufzustocken. Ergänzend könnten auf der Nordseite der A10 im Bereich der Ortsverbindungsstraße von Langerwisch nach Wildenbruch zusätzliche Lärmschutzeinrichtungen mit pultartigen Photovoltaikmodulen errichtet werden. Zusätzlich wäre möglich, den bereits vorhandenen Lärmschutzwall auf der Südseite der A10 mittels einer aufgesetzten kleinen Lärmschutzwand und PV-Modulen in seiner Höhe um etwa 3,5 Meter aufzustocken.
Andree Halpap von der Initiative „Lärmschutz-Jetzt!“ begrüßte gestern das neue Gutachten. „Wir freuen uns, wie schnell die brandenburgische Verkehrsverwaltung unseren Vorschlag aufgegriffen hat. Nur ein viertel Jahr, nachdem wir unser erstes Kurzkonzept veröffentlicht haben. liegt nun eine detaillierte Machbarkeitsstudie für diese Idee vor“, sagte Halpap. Das Ministerium habe Wort gehalten und mit dem neuen Gutachten den ersten wichtigen Schritt für die Verwirklichung eines solchen Pilotprojektes an der Autobahn A10 getan. Bürgermeisterin Jung hofft, dass die Erkenntnisse aus dem Gutachten jetzt schnell in die Planungen einfließen. „Wir bauen sehr darauf, dass diese innovative Idee aus Michendorf auch beim Bundesverkehrsministerium auf Interesse und Zustimmung stößt“, so Jung. Der Bund ist Bauherr für die geplante A10-Erweiterung.
Zudem müssten jetzt Investoren für die Photovoltaikanlagen gefunden werden, einen ersten Interessenten gebe es bereits, so Halpap. Das Ministerium habe angekündigt, dass die Zukunftsagentur Brandenburg die Investorensuche begleite. Das Planfeststellungsverfahren für die 8,2 Kilometer lange A10-Strecke könnte Ende nächsten Jahres abgeschlossen werden. Dann soll mit dem Bau zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam begonnen werden. Vorbereitende Arbeiten wie der Neubau der Eisenbahnüberführung bei Ferch-Lienewitz laufen bereits.
Insgesamt würde die Umsetzung des Photovoltaik-Konzeptes laut Halpap einen optimierten Lärmschutz für die Orte Michendorf, Langerwisch und Wildenbruch ergeben. Gleichzeitig würde die bisher größte Photovoltaikanlage an einer Bundesautobahn entstehen. Realisierbar sei nach Berechnungen der Deges eine Anlage, die etwa 8300 Haushalte umweltfreundlich mit Strom versorgen könnte. 10 000 Tonnen Kohlendioxid könnten jährlich eingespart werden.
Die Bürgerinitiative sieht jetzt realistische Möglichkeiten zur Verwirklichung eines umfassenden Lärmschutzkonzepts: Einzellösungen für die direkten Anwohner der Autobahn, hohe Lärmschutzwände für die Nahbereiche und Flüsterasphalt für die entfernter liegenden Wohn- und Erholungsgebiete. Die Entwicklung von effizienten Lärmschutzwänden mit Solarmodulen sei zudem laut Halpap eine sehr innovative Technik, die an Deutschlands Verkehrswegen in großem Stil angewendet werden könnte.“

MAZ: Sonnenkraft gegen Autolärm / An der A10 könnte ein bundesweit einmaliges Modellprojekt realisiert werden

Es wird über folgendes informiert: „Die Idee der Michendorfer Initiative „Lärmschutz-Jetzt!“, Sonnenkraft gegen Autobahnlärm in Stellung zu bringen, kann funktionieren und hat das Zeug, eine Erfolgsgeschichte zu werden. Zumindest ein erster Schritt dahin ist jetzt getan. Eine Studie der Planungsgesellschaft Deges bestätigt, dass der Einsatz von Photovoltaikanlagen zum Zwecke des Lärmschutzes beim geplanten Ausbau der A10 technisch machbar und auch wirtschaftlich tragfähig ist.
Das Konzept sieht vor: Solaranlagen an Lärmschutzeinrichtungen sollen sowohl selbst zur Geräuschdämmung beitragen als auch das Geld einspielen, um zusätzlichen, über das gesetzliche Mindestmaß hinausgehenden Lärmschutz zu finanzieren. Konkret schlägt die Deges vor, die vorgesehenen Lärmschutzwände an der dann auf acht Spuren erweiterten A 10 mittels aufgesetzter Photovoltaikmodule um zwei bis vier Meter zu erhöhen. Die Module sollen also benutzt werden, um die Wände auf das ursprünglich geplante Maß zu bringen. Hintergrund ist der Plan des Bundes, für sein Ja zum Einbau von Flüsterasphalt im Gegenzug an den Lärmschutzwänden zu sparen, die wegen des Einsatzes des lärmarmen Belags zwei bis vier Meter kleiner ausfallen sollen (MAZ berichtete). Die auf den Wänden aufgesetzten Solarmodule sollen diese Reduzierung wieder ausgleichen.
Außerdem regt die Deges an, mit den Erträgen aus dem gewonnenen Solarstrom auf der Nordseite der A10 im Bereich der Ortsverbindungsstraße zwischen Langerwisch und Wildenbruch zusätzliche Lärmschutzwände mit pultartigen Photovoltaikmodulen zu bauen.
Dritter Vorschlag: Der bereits vorhandene Lärmschutzwall auf der Südseite der A 10 bei Wildenbruch könnte mit einer Schutzwand und Solarmodulen um 3,5 auf dann zehn Meter erhöht werden. „Insgesamt würde die Umsetzung des Konzeptes einen optimierten Lärmschutz für die Orte Michendorf, Langerwisch und Wildenbruch ergeben“, freute sich Andree Halpap, Sprecher der Initiative „Lärmschutz-Jetzt!“.
Zugleich würde mit der Umsetzung der Pläne die größte Photovoltaikanlage an einer Bundesautobahn entstehen – realisierbar ist nach Berechnungen der Deges eine Anlage mit einer Leistung von 13 MWp (Megawatt peak). Sie könnte 8300 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen, zudem würden jährlich mehr als 10 000 Tonnen Kohlendioxid eingespart. Brandenburgs Infrastrukturministerium, das die Deges mit der Studie beauftragte, hat das Gutachten inzwischen an das Bundesverkehrsministerium übergeben. „Es geht darum, Details zu klären – etwa Kosten – und rechtliche Fragen“, so Lothar Wiegand, Sprecher im Infrastrukturministerium. Seine Kollegin im Bundesministerium, Vera Moosmayer, sagte: „Die Deges-Studie wird derzeit in unserem Haus ausgewertet.“ Wann Ergebnisse vorliegen, könne sie nicht sagen.
Das Konzept braucht das Okay des Bundes, der den achtspurigen Ausbau der A 10 zwischen den Dreiecken Potsdam und Nuthetal finanziert. Gibt der Bund seinen Segen, will das Land mit Hilfe der Zukunftsagentur Brandenburg nach Investoren für das Solar-Projekt suchen. Die Lärmschutzinitiative wird sich an der Suche ebenfalls beteiligen. „Wir sind mit zwei potenziellen Investoren im Gespräch“, sagte Halpap.
Er lobte die brandenburgische Verkehrsverwaltung, die schnell den Vorschlag der Bürgerinitiative aufgegriffen habe. Für Halpap bietet sich der geplante Ausbau der A 10 für ein groß angelegtes Modellprojekt, das Lärmschutz und die Gewinnung von Solarstrom verknüpft, geradezu an. Die Kombination in dieser Größenordnung wäre bundesweit bisher einmalig. Michendorfs Bürgermeisterin Cornelia Jung ergänzte: „Jetzt müssen die Erkenntnisse aus dem neuen Gutachten schnell in die Planungen einfließen. Wir bauen sehr darauf, dass diese innovative Idee aus Michendorf auch beim Bundesverkehrsministerium auf Interesse und Zustimmung stößt.“

In der MAZ war auch noch ein Kommentar zu lesen:

Alles richtig gemacht /Jens Steglich über das kluge Agieren einer Michendorfer Bürgerinitiative

Folgendes wurde kommentiert: „In Michendorf war in den vergangenen Monaten zu beobachten, wie Bürgerprotest erfolgreich sein kann. Im Ringen um mehr Lärmschutz beim geplanten Ausbau der A 10 hat die Initiative „Lärmschutz-Jetzt!“ alles richtig gemacht. Die Zwischenbilanz spricht für sich. Die A10 wird der erste Autobahnabschnitt Brandenburgs, bei dem Flüsterasphalt zum Einsatz kommt. Ohne das geschickte Agieren der Initiative, ohne den öffentlichen Druck, den sie erzeugt hat, wäre keiner in Bund und Land auf die Idee gekommen, den lärmarmen, aber teuren Belag einzusetzen. Die Planungen sahen das jedenfalls nicht vor. Und als der Bund im Gegenzug zu seinem Ja zum Flüsterasphalt ankündigte, die Lärmschutzwände zu verkleinern, zogen sich die Aktivisten nicht schmollend zurück. Sie legten ein Konzept vor, wie man mit Solaranlagen zusätzlichen Lärmschutz finanzieren kann. Kein Zweifel: Wer ein Lehrbeispiel für klugen Protest sucht, muss nach Michendorf schauen. Die Akteure dort mischten sich beharrlich und frühzeitig ein – lange bevor das Planverfahren ins Rollen kam. Sie suchten sich Verbündete in der Politik und schauten dabei nicht aufs Parteibuch. Sie trafen den richtigen Ton und verzichteten auf Konfrontation, um ihr Ziel nicht zu gefährden: mehr Lärmschutz für die Betroffenen.“


 Am 16.07.2010 berichtete auch die Märkische Oderzeitung über uns:

Erst Flüsterasphalt, jetzt Photovoltaik

Folgendes wurde hier berichtet:  „Photovoltaikanlagen entlang der Autobahnen sollen nach Vorstellungen des Landes künftig zusätzlichen Lärmschutz finanzieren. Das Infrastrukturministerium in Potsdam hat eine Idee der Bürgerinitiative „Lärmschutz-Jetzt!“ aufgegriffen, die gemeinsam mit den an der Autobahn A10 gelegenen Kommunen Michendorf und Schwielowsee (Potsdam-Mittelmark) für einen stärkeren Schutz der Anwohner beim geplanten achtspurigen Ausbau des südlichen Berliner Rings zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam kämpft.
Der Autobahnabschnitt zählt nach Aussagen Staatssekretär Rainer Bretschneider (SPD) zu den am meisten befahrenen Deutschlands. Prognosen rechnen im Jahr 2025 mit täglich 126 000 Fahrzeugen, bei der jüngsten Zählung vor fünf Jahren waren es 80 000 Fahrzeuge. Bund und Land hatten sich zum Schutz der Gemeinden schon darauf geeinigt, auf mehreren Kilometern der Fahrbahn im Bereich Michendorf, Langerwisch und Wildenbruch einen so genannten Flüsterasphalt aufzubringen und damit das Entstehen von Lärm schon an der Quelle zu vermindern. Ein Gutachten des Landes hatte ergeben, dass die Mehrkosten für den offenporigen Asphalt (OPA) in Höhe von rund zwei Millionen Euro volkswirtschaftlich gerechtfertigt seien, „weil dafür an einigen Stellen die Lärmschutzwände nicht ganz so hoch gebaut werden müssen.“
Nach der Entscheidung des Bundes, einen Teil der Strecke mit Flüsterasphalt auszubauen, war die Höhe der Lärmschutzwände auf durchschnittlich vier bis sechs Meter reduziert worden. „Leiserer Asphalt – niedrigere Wände“, nennt Kai Dietrich, Sprecher des Infrastrukturministeriums, die Formel des Konzepts an der A10. Die Bewohner der Autobahn-Gemeinden wollen nun mit dem Land über Photovoltaik einen Weg finden, die Lärmschutzwände doch in der ursprünglich geplanten Höhe von acht bis zehn Meter zu bauen. Staatssekretär Bretschneider hat nach Aussagen seines Ministeriums die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und Bau GmbH (DEGES) beauftragt, den Einsatz von Photovoltaikanlagen an künftigen Schutzwänden, auf Wällen und weiteren Flächen im Umfeld des Ausbaubereiches zu prüfen.
„Die Untersuchung muss zwei wichtige Fragen beantworten: Wieviel Fläche gibt es für ein solches Projekt? Und vor allem: Welcher Investor ist bereit, einen Teil seiner Dividende projektgebunden in die Aufrüstung des Lärmschutzes zu investieren“, sagte Bretschneider. „Der Investor muss sich bereit erklären, einen Teil seiner Dividende zugunsten der weiteren Finanzierung von Lärmschutzwänden abzutreten“, erklärt sein Sprecher Kai Dietrich. Das Bundesverkehrsministerium als Eigentümer der Autobahnen habe auf Brandenburger Initiative hin grünes Licht gegeben. Komme die Kombination aus Lärmschutz und Photovoltaik am südlichen Berliner Ring tatsächlich zum Tragen, sähe Bretschneider das Energieland Brandenburg einmal mehr in der Vorreiterrolle in Sachen erneuerbare Energien. Deutschlandweit gibt es nach Bretschneiders Aussagen nur einige wenige Testobjekte mit kleineren Anlagen an Autobahnen. Beim Ausbau der A10 sind Lärmschutzwände auf einer Länge von insgesamt elf Kilometern geplant.“


Am 16.07.2010 berichteten PNN und MAZ über erste Reaktionen aus der Politik
nach Vorstellung unseres Kurzkonzept Photovoltaik:

PNN: Konzept für „Solar-Autobahn“ begrüßt

Hier wird folgendes berichtet: „Das Konzept zur Kombination von Solarenergie und Lärmschutzwänden an der A10 ist auch von Landtagsabgeordneten begrüßt worden. Wie berichtet, hatte die Bürgerinitiative „Lärmschutz-Jetzt!“ im Verkehrsministerium den Vorschlag unterbreitet. Michael Jungclaus (Grüne) lobte die Synergieeffekte und sprach von viel versprechenden Ansätzen, die nicht nur für die südliche A10, sondern auch für andere lärmgeplagte Gemeinden entlang des Autobahnrings interessant wären. Die Grünen wollen nach der Sommerpause deshalb ein Fachgespräch organisieren, um die entscheidenden Akteure an einen Tisch zu bringen. Auch der Linken-Landtagsabgeordnete Andreas Bernig schlug vor, zum Modellprojekt Lärmschutz einen „Runden Tisch“ zu organisieren, der alle Verantwortungsträger zusammenführt.“

MAZ: Runder Tisch zum Lärm

Es wurde über folgendes informiert: „Der Landtagsabgeordnete Andreas Bernig (Linke) schlägt einen „Runden Tisch“ vor, an dem die Lärmproblematik rund um den Ausbau der A10 besprochen werden kann. Zudem will er bei der Landesregierung vorsprechen und dort die Anliegen der Bürgerinitiative „Lärmschutz-Jetzt!“ befördern. Wie berichtet, hatte die Initiative den Vorschlag entwickelt, Lärmschutzwände mit Photovoltaik-Anlagen zu bestücken und den Gewinn daraus für weitere Verbesserungen bei der Lärmminderung zu verwenden. Bezüglich dieses Solarprojekts müsse nun „schnell“ gehandelt werden, waren sich Bundestagsabgeordnete der Linken, Vertreter der Initiative, Michendorfs Bürgermeisterin Cornelia Jung und Ortsvorsteher Hartmut Besch bei einem Treffen am Mittwochabend einig. Die Linken wollen dazu bald eine Anfrage an den Bundestag stellen, auch in den Ausschüssen für Umwelt und Infrastruktur soll as „Michendorfer Modell“ Thema sein.“


Am 14.07.10 stellten wir im brandenburgischen Infrastrukturministerium
 unser Konzept zur Verbindung von Lärmschutz und Photovoltaik vor.
 PNN und MAZ berichteten am 15.07.2010:
 

PNN: Lärmschutz und Sonnenkraft. Michendorfer Bürgerinitiative stellte im Ministerium Konzept für Solaranlagen an der A10 vor

Folgendes wurde hier berichtet: „Ein Konzept zur Verbindung von Lärmschutz und Photovoltaik haben die Bürgerinitiative „Lärmschutz-Jetzt!“ und die Michendorfer Bürgermeisterin Cornelia Jung gestern im brandenburgischen Infrastrukturministerium vorgestellt. Ziel sei es, Erträge von Solaranlagen an der meistbefahrenen Autobahn Deutschlands für Lärmschutzmaßnahmen zu verwenden, die über das gesetzlich geforderte Mindestmaß hinausgehen, erklärte Initiativensprecher Andree Halpap.
Verkehrsstaatssekretär Rainer Brettschneider (SPD) sagte, die Idee habe „einen gewissen Charme“. Auch das Ministerium wolle eine nachhaltige Entlastung für die Anwohner der Autobahn, die bei Michendorf und Ferch demnächst achtstreifig ausgebaut werden soll. Deshalb habe er bereits ein Gutachten über die Möglichkeiten für Solaranlagen an diesem Autobahnabschnitt in Auftrag gegeben. Erstellt wird es von der Deges – der Planungsgesellschaft, die im Auftrag des Bundes bereits das Gesamtprojekt für den achtstreifigen Ausbau der A10 zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam vorgelegt hat. Auch bei der Suche nach einem Investor wolle das Ministerium helfen. Persönlich habe er bereits mit dem Vorstand eines großen Energieunternehmens gesprochen, sagte Brettschneider. „Wenn das funktioniert, wird ein neuer Markt erschlossen, auf dem der Investor dann bereits einen Vorsprung hätte“, so der Staatssekretär.
Hintergrund des neuen Konzeptes der Lärmschutzinitiative und der betroffenen Kommunen ist die aktuelle Planung des Bundes für den Lärmschutz beim A10-Ausbau. Dort soll nun eine der wichtigsten Forderungen erfüllt und offenporiger Asphalt (Opa) verbaut werden (PNN berichteten). Dieser so genannte Flüsterasphalt lasse eine gute Breitenwirkung beim Lärmschutz auch für entfernte Wohngebiete erwarten, so Initiativensprecher Halpap. Im Gegenzug wolle der Bund jedoch nun an anderer Stelle beim Lärmschutz sparen. Der Einbau von Flüsterasphalt soll durchgehend mit erheblichen Reduzierungen an den Lärmschutzwänden einhergehen – sie sollen zwei bis vier Meter kleiner ausfallen, das ist streckenweise eine Halbierung der bisher vorgesehenen Höhe. Das führe an einigen Häusern sogar zu einer Erhöhung der Lärmpegel, so Halpap. Optimal wäre es, wenn mithilfe des Photovoltaik-Projekts die Wände in ursprünglich geplanter Höhe gebaut werden könnten.
Das vorgeschlagene Gesamtkonzept für die Verbindung von Lärmschutz und Photovoltaik besteht aus vier Modulen. Erster wichtiger Baustein für die Gesamtfinanzierung soll eine große Solaranlage auf dem vorhandenen über 1,5 Kilometer langen Lärmschutzwall am Autobahndreieck Nuthetal sein. Als zweiter Baustein könnten Photovoltaikanlagen im 100-Meter-Korridor entlang der Autobahn als Finanzierung von Lärmschutzmaßnahmen dienen. Gerade in diesem Bereich sehe das vor wenigen Tagen novellierte „Erneuerbare Energien Gesetz“ (EEG) eine Förderung von Solarstromanlagen vor, erklärte Halpap. Mithilfe der Einnahmen aus diesen zwei Bausteinen sollen dann die beiden anderen Module verwirklicht werden: Das wären zum einen Solar-Lärmschutzwände für Michendorf und Wildenbruch in der bisher geplanten Höhe und zum anderen zusätzliche Solar-Lärmschutzwände für Langerwisch und Ferch.“

MAZ: Mehr Lärmschutz dank Sonnenkraft. Photovoltaikanlagen an der A 10 sollen Geld einspielen für höhere Dämmwände an der Autobahn

Hier wurde berichtet: „Die Idee ist einfach und genial. Aus ihr könnte ein bundesweit bisher einmaliges Modellprojekt werden:  Vorhandene und noch vorgesehene Lärmschutzwälle und -wände an der A 10 sollen mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet werden, um mit den Erträgen aus dem produzierten Sonnenstrom einen verbesserten Lärmschutz am achtspurig geplanten Autobahnabschnitt zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam finanzieren zu helfen. Das sieht ein Konzept vor, das die Initiative „Lärmschutz Jetzt“ gemeinsam mit den Kommunen Michendorf und Schwielowsee vorgelegt hat. Initiativensprecher Andree Halpap und Michendorfs Bürgermeisterin Cornelia Jung übergaben es gestern Rainer Bretschneider, Staatssekretär im Brandenburger Verkehrsministerium. Der Plan hat die Unterstützung des Landes: „Uns ist sehr daran gelegen, eine nachhaltige Entlastung der Menschen an der A 10 zu erreichen. Wir machen gern mit“, sagte Bretschneider. Die Planungsgesellschaft Deges hat bereits den Auftrag vom Land, sich dieses Themas anzunehmen. Der Bund hatte zuvor sein Okay gegeben, diesen Weg zu versuchen. Die Deges soll nun prüfen, welche Flächen am A-10-Abschnitt für Photovoltaikanlagen genutzt werden können. Zudem sollen die rechtlichen Rahmenbedingungen für ein solches Projekt mit dem Bund geklärt werden. Parallel dazu will man Investoren suchen, die die Solaranlagen betreiben. Die Initiative hat mehrere Betreibermodelle vorgeschlagen. So könnten zum Beispiel die Lärmschutzeinrichtungen in Eigentum der öffentlichen Hand bleiben, Bau und Betrieb aber durch Dritte erfolgen, die ein Nutzungsentgelt zahlen, das für verbesserten Lärmschutz eingesetzt wird. Wie auch immer Details aussehen – sollte der Plan realisiert werden, „wäre es das erste große Projekt auf diesem Gebiet“, so Bretschneider. „Vielleicht bekommen wir den Bundesumwelt- und den Bundesverkehrsminister mit ins Boot. Wenn alles klappt, ist das ein neuer Markt, der da entstehen kann“, sagte er. Hintergrund des neuen Vorstoßes der Initiative ist die aktuelle Lärmschutzplanung des Bundes für den A-10-Ausbau. Dort soll nun eine der wichtigsten Bürgerforderungen erfüllt und Flüsterasphalt verbaut werden. Diese Wendung wurde allseits begrüßt, allerdings will der Bund im Gegenzug an den Lärmschutzwänden sparen, die wegen des Einbaus des lärmarmen Belags zwei bis vier Meter kleiner ausfallen sollen. An einigen Häusern führt das trotz Flüsterasphalts sogar zu einer Erhöhung der Lärmpegel, sagte Halpap. Zudem soll Flüsterasphalt nur zwischen dem Dreieck Nuthetal und der Bahnbrücke an der Raststätte Michendorf verwendet werden, Ferch würde nicht davon profitieren. „Das ist eine Variante, die wir nicht mittragen können“, sagte Halpap. Im Konzept der Initiative wird deshalb vorgeschlagen, eine Solaranlage auf dem 1,5 Kilometer langen Lärmschutzwall am Dreieck Nuthetal zu errichten und in einem 100-Meter-Korridor an der Autobahn weitere zu installieren. Mit den Erträgen aus den Anlagen sollen Solar-Lärmschutzwände für Michendorf und Wildenbruch in bisher geplanter Höhe und zusätzliche Wände für Langerwisch und Ferch mitfinanziert werden.“


Am 26.06.10 berichteten PNN und MAZ über die Reaktion der AG Lärmschutz-Jetzt über den geplanten Einbau von Flüsterasphalt mit kleineren Lärmschutzwänden
auf der A10

PNN: Mit Flüsterasphalt wird es lauter

Folgendes wird hier berichtet:  „Mit der Ankündigung, beim A10-Ausbau Flüsterasphalt einzubauen, hat das Bundesverkehrsministerium einigen Michendorfern womöglich einen Bärendienst erwiesen. Wie berichtet, sollen zur Finanzierung des Abrollgeräusche schluckenden Straßenbelages die Lärmschutzwände deutlich kleiner ausfallen. Nach Angaben der Initiative „Lärmschutz-Jetzt“ werde sich der Krach an der breiteren Autobahn damit aber nicht überall verringern. Initiativensprecher Andree Halpap rechnete gestern sogar vor, dass einige Häuser unterm Strich schlechter geschützt sind, als in der Variante ohne Flüsterasphalt und mit höheren Wänden. Laut Halpap spart der Bund gegenüber der ursprünglichen Ausbauvariante 3,2 Millionen Euro der Baukosten. „Auch mit Flüsterasphalt sollte man nicht so massive Abstriche bei den Lärmschutzwänden machen“, sagte Halpap. Wir werden weiter nach Wegen suchen, vernünftige Lärmschutzwände zu finanzieren, vielleicht in Kombination mit Solarmodulen.“

MAZ: Schutzwände werden kleiner

Hier wurde kurz berichtet: Die AG Lärmschutz-Jetzt übt Kritik an den geplanten Lärmschutzmaßnahmen für die A10. Wie berichtet, hatte der Bund erst vor wenigen Tagen zugesichert, beim Ausbau der A10 auf acht Spuren Flüsterasphalt zu verwenden. Dieser lärmschluckende Belag soll aber laut Bürgerinitiative nur zwischen Dreieck Nuthetal und Bahnbrücke an der Rastanlage Michendorf verwendet werden. Außerdem sei geplant, die Lärmschutzwände streckenweise nur halb so hoch zu bauen wie ursprünglich vorgesehen Dies hätte Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SDP) jetzt klargestellt. „Es kann nicht sein, dass man öffentlich mehr Lärmschutz verkündet und gleichzeitig einige Anwohner stärker belastet“, so Initiativen-Sprecher Andree Halpap Die Konzeption müsse nachgebessert werden.“


Am 19.06.10 berichteten PNN und MAZ über den geplanten Einbau
von Flüsterasphalt auf der A10

PNN: Michendorf bekommt Flüsterasphalt / Bund lenkt bei Lärmschutz-Debatte ein / Schallschutzwände sollen jedoch jetzt niedriger werden / weniger Lärm. An den Raststätten in der Ortslage Michendorf wird der Verkehr nach der A10-Erweiterung auf zwölf Spuren rollen. So genannter offenporiger Asphalt soll in diesem Bereich deshalb die Fahrgeräusche bereits an der Quelle dämpfen 

Folgendes wird berichtet: „Der Michendorfer Initiative „Lärmschutz-Jetzt“ ist der Durchbruch gelungen: Der Bund hat dem Einbau von Flüsterasphalt bei der geplanten A10-Erweiterung zugestimmt. Gestern war der zuständige parlamentarische Staatssekretär im Bundes-Verkehrsministerium, Jan Mücke (FDP), vor Ort und überbrachte die gute Nachricht. Gleichzeitig überreichte er eine Untersuchung über die Wirtschaftlichkeit dieser Maßnahme. „Es war nie so, dass wir eine Billiglösung für Michendorf vorgesehen haben“, sagte er.
Seit die Ausbaupläne vor einem knappen Jahr vorgestellt wurden, haben die Michendorfer für zusätzlichen Lärmschutz gekämpft. Denn während der Abschnitt zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam auf insgesamt acht Spuren erweitert werden soll, wird der Verkehr an den Raststätten in der Ortslage Michendorf sogar auf zwölf Spuren rollen. Der sogenannte offenporige Asphalt soll nun auf 4,2 Kilometer der nördlichen und auf 3,4 Kilometer der südlichen Fahrbahn aufgebracht werden. Durch kleine Hohlräume in diesem besonderen Straßenbelag werden die Fahrgeräusche bereits an der Quelle gedämpft. Diese Variante ist allerdings teurer und wartungsanfälliger als herkömmlicher Asphalt.
Deshalb hatte sich der Bund auch anfänglich dagegen ausgesprochen, die Planungen zu ändern. Es wird mit Mehrkosten von zwei Millionen Euro gerechnet – ein Minimum im Vergleich zur Gesamtinvestition in Höhe von 110 Millionen Euro. Die Lärmschutz-Initiative hatte die Bürger mobilisiert, um mehr Zugeständnisse zu erreichen. Es gab Einwände von über 1200 Einwohnern. Die Debatte sei allerdings mitunter in sehr scharfem Ton geführt worden, bemerkte Staatssekretär Mücke gestern kritisch.
Den Michendorfern gelang es, Unterstützer aus allen Landtagsfraktionen sowie im Bundestag zu gewinnen. Die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Katherina Reiche (CDU), hatte schließlich die verantwortlichen Behörden an einen Tisch gebracht und bei Verkehrsminister Ramsauer (CSU) für die Michendorfer Belange geworben. „Die Mühe hat sich gelohnt“, sagte Reiche gestern. Die Zusammenarbeit zwischen Bund, Land und Kommunen habe gut geklappt.
Das Infrastrukturministerium hat angeboten, die zusätzlichen Unterhaltskosten für den Flüsterasphalt zu übernehmen. Dieser muss alle acht bis zehn Jahre ausgebessert werden. „Ich freue mich, dass der Bund unserem Vorschlag zugestimmt hat“, sagte Staatssekretär Rainer Bretschneider (SPD). Landtagsabgeordnete Marion Vogdt (FDP) formulierte es so: „Am Ende hat die Vernunft gesiegt.“ Dass die Zusage ein großer Sprung nach vorne sei, bemerkte auch Andree Halpap, Sprecher der Lärmschutz-Initiative. Allerdings dürfe eine Schutzmaßnahme nicht die andere ersetzen, konstatierte er. Denn um den Flüsterasphalt zu finanzieren, sollen die geplanten Lärmschutzwände jetzt niedriger ausfallen. Die Initiative hat nun den Vorschlag unterbreitet, durch den Einbau von Solar-Kollektoren die höheren Wände über private Unternehmer finanzieren zu lassen. „Der Bund ist immer offen gegenüber dem Engagement Dritter“, sagte Mücke. Rainer Bretschneider sprach von einer „Idee mit Charme“ – allerdings werde man dafür noch einige dicke Bretter durchbohren müssen.“


MAZ: A10 bekommt Flüsterasphalt Verkehr Bund gibt zusätzliche zwei Millionen Euro für Lärmschutz bei Michendorf

Hier wurde berichtet: „Es ist eine kleine Sensation, die Jan Mücke (FDP), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, gestern in Michendorf verkündete: Trotz klammer Kassen wird beim Ausbau der A10 Flüsterasphalt eingesetzt. Der Bund hat dem Vorschlag des Landes zugestimmt, auf einer Länge von 4,2 Kilometern auf der nördlichen Fahrbahn und auf rund 3,4 Kilometern auf der südlichen Seite offenporigen Asphalt einzubauen, der durch den hohen Anteil an Hohlräumen die Fahrgeräusche erheblich minimiert. Damit wird der Ausbau der A 10, die zwischen den Dreiecken Potsdam und Nuthetal auf acht Spuren erweitert werden soll, Brandenburgs erstes Straßenbauprojekt, bei dem Flüsterasphalt zum Einsatz kommt. Bislang wurde der Belag nur zu Testzwecken auf der A24 ausprobiert. Der Bund stellt zusätzliche zwei Millionen Euro zur Verfügung, „um den Lärm dort zu bekämpfen, wo er entsteht“. Mücke sprach von einem guten Tag für die Anwohner der A10 und bezeichnete die Entscheidung als „Signal für mehr Lärmschutz bei Ausbauvorhaben“. Um die Mehrkosten zu reduzieren, sollen aber an einigen Stellen Lärmschutzwände nicht so hoch wie bisher geplant gebaut werden. Laut Rainer Bretschneider (SPD), Staatssekretär im Brandenburger Infrastrukturministerium, ergeben sich dennoch –  dank des Flüsterasphalts – „bessere Lärmwerte sowohl an trassennahen Gebäuden als auch an Häusern in größerer Entfernung zur Autobahn“. Die Zusage für den Flüsterasphalt ist nicht zuletzt auch ein Erfolg der Bürgerinitiative „Lärmschutz Jetzt“, die es durch kluges Agieren verstand, Rückenwind für die Forderung in der Politik zu organisieren. Initiativsprecher Andree Halpap sagte: „Bund und Land sind einen großen Schritt auf uns zugegangen“. Noch seien aber Details zu klären, „denn bislang fehlen konkrete Angaben zur Umplanung“. Skeptisch sieht er, dass Lärmschutzwände an einigen Stellen verkleinert werden sollen. Um die Reduzierung zu vermeiden, schlägt die Initiative vor, an der A10 Lärmschutzanlagen mit Solarmodulen einzusetzen. Erträge aus dem erzeugten Strom könnten für zusätzlichen Lärmschutz genutzt werden, so Halpap. „Die Idee hat einen gewissen Charme“, bescheinigte Bretschneider. Katherina Reiche (CDU), Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, will prüfen, ob das geht. Sie freute sich wie Michendorfs Bürgermeisterin Cornelia Jung, „dass es in gemeinsamer Anstrengung gelungen ist, den offenporigen Asphalt durchzusetzen“. Die Wirkung dieses Belags hat Schwielowsee-Bürgermeisterin Kerstin Hoppe auf einer Teststrecke ausprobiert. „Es ist immens, was dieser Asphalt an Lärm schluckt“, sagte sie und sprach von einer „wegweisenden Entscheidung“.“


Am 17.06.10 berichtete die MAZ über die Vorschläge der Gemeinde Michendorf zum Ausbau der Rastanlage Michendorf Süd
 

BAUEN: Michendorf will See-Sanierung Vorschläge für Ausgleich von Natureingriffen beim Ausbau der Raststätte

Folgendes wird hier berichtet: „ Die Gemeinde Michendorf wird im Planverfahren zur Erweiterung der Autobahnraststätte Michendorf-Süd konkrete Vorschläge unterbreiten, wo vor Ort Ausgleichsmaßnahmen für Natureingriffe vorgenommen werden sollten. So könnte der Lienewitzsee, die Dorfteiche in den Ortsteilen Michendorf und Langerwisch, der Herthasee und der Seddiner See renaturiert werden. Zudem will die Kommune unter anderem anregen, Biotope anzulegen und an benachbarten Agrarflächen Feldgehölze und Baumgruppen zu pflanzen. Die Vorschläge stehen in einem Entwurf für die Stellungnahme der Gemeinde, die sie bis zum 23. Juni vorlegen muss. Wie berichtet, soll die Raststätte Michendorf-Süd für 6,5 Millionen Euro massiv erweitert werden. 180 Auto- und 170 Lasterstellplätze sollen geschaffen werden, fast das Siebenfache der jetzigen Anzahl. An den Ausbauplanungen wird unter anderem kritisiert, dass Ersatzmaßnahmen für die Rodung von Wald im Raststättenbereich zum größeren Teil nicht vor Ort realisiert werden sollen. So ist bislang zum Beispiel vorgesehen, Acker- und Grünflächen bei Buchow-Karpzow aufzuforsten sowie in Lehnin und Göhlsdorf Laubbäume in einem Kiefernwald zu pflanzen. In dem Entwurf, der zu größeren Teilen auf Vorschlägen der Grünen-Fraktion aufbaut, wird zudem festgestellt, dass die Ausbaupläne unzulässig in die Planungshoheit der Gemeinde eingreifen, weil Festlegungen des Flächennutzungsplanes (FNP) missachtet werden. So sollen Areale, die im FNP als Wald ausgewiesen sind, für den Raststättenausbau gerodet werden. Die Gemeinde fordert außerdem, die Planfeststellungsverfahren zur Rastanlage und zum Ausbau der A 10 zusammenzufassen. „Dabei ist insbesondere ein Gesamtkonzept für den Lärmschutz vorzulegen“, heißt es in dem Papier, das eine Vielzahl von Forderungen enthält. Kritisiert wird, dass sich die Planer nicht ausreichend mit der Summierung des Lärms von Rastanlage und A 10 auseinandergesetzt hätten. Durch die vielen Lkw-Stellplätze werde die Lärmwirkung der Autobahn weiter in Richtung der Wohngebiete verlagert, die südlich der A 10 liegen. Die Gemeinde schlägt vor, auf den Bau der 61 Lkw-Parkplätze im östlichen Bereich zu verzichten. Damit würde der Abstand der Rastanlage zur Siedlung Wildenbruch-Bergheide vergrößert und damit die Lärmbelastung der Bergheider verringert. Die Einwendungsfrist für betroffene Bürger endete bereits am 11. Juni. Laut Bürgermeisterin Cornelia Jung hat ein Kurier 106 Einwendungen zum Landesamt für Bauen und Verkehr gebracht.“


 

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